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Eintracht Frankfurt: Was für ein Bleiben und was für einen Wechsel von Niko Kovac spricht

Von Noch gibt es keine Klarheit darüber, ob Niko Kovac seinen Trainer-Vertrag bei der Eintracht erfüllt. Hier ein paar mögliche Entscheidungsgründe.
Wo wird Niko Kovac in der kommenden Saison als Trainer arbeiten? Das ist momentan noch unklar. Foto: Huebner/Voigt (imago sportfotodienst) Wo wird Niko Kovac in der kommenden Saison als Trainer arbeiten? Das ist momentan noch unklar.
Frankfurt. 

Sevilla ist eine Reise wert. Dort gibt es die größte gotische Kathedrale der Welt und einige andere Schönheiten. Die Bosse des FC Bayern sind allerdings nicht wegen des Freizeitwertes nach Südspanien gereist. Gestern Abend traf das Team im Viertelfinale der Champions League auf den FC Sevilla (lesen Sie dazu auch unseren Bericht auf Seite 26). Und wahrscheinlich waren Karl-Heinz Rummenigge, Uli Hoeneß und Sportdirektor Hasan Salihamidzic froh, einmal fern der hektischen Heimat die Trainerfrage besprechen zu können.

Bilderstrecke Von Heynckes bis Veh: Trainerdebüts bei der Eintracht seit 1994
Der neue Eintracht-Trainer Niko Kovac steht vor seinem Einstand in Frankfurt. Gegner wird Borussia Mönchengladbach sein. In unserer Bildergalerie zeigen wir euch die Debüts der letzten 17 Eintracht-Trainer, seit 1994.<b>Jupp Heynckes</b><br></br>
Der spätere Weltklassetrainer kam neu zur Saison 1994/95 zur Eintracht. In seinem ersten Spiel als Frankfurt-Trainer holte er im heimischen Waldstadion ein 0:0 gegen den 1. FC Köln.<b>Charly Körbel</b><br></br>
Er übernahm im April 1995 das Amt von Heynckes und spielte bei seinem Debüt 1:1 beim KSC.

„Bild“ berichtete von einem Abendessen am Montag mit dem zentralen Thema, in dieser Sache „Nägel mit Köpfen“ zu machen. Bis Ende April wollen die Bayern laut Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge den Nachfolger von Jupp Heynckes präsentieren.

Als Topkandidat gilt inzwischen Niko Kovac. Laut „Bild“ hat Sportdirektor Salihamidzic Kontakt zu seinem früheren Münchner Mitspieler. Eine konkrete Anfrage wegen des Trainers ist bei Eintracht Frankfurt nach Informationen dieser Zeitung aber noch nicht eingegangen. Der „kicker“ berichtete sogar von „entspannten“ Frankfurtern. Kovac, heißt es dort, plane bereits die nächste Eintracht-Saison und unterhalte in der Trainerfrage keine Verbindungen nach München.

Jens Keller steht am Spielfeldrand.
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Es ist eine schwierige Situation für die Führungsspitze der Frankfurter Eintracht. Denn der FC Bayern hat seine Fühler nach Niko Kovac ausgestreckt. Wir haben ein paar mögliche Nachfolger zusammengestellt.

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Unabhängig davon, ob es Verhandlungen gibt und wie weit sie gediehen sind. Hier ein paar Einordnungen zum Thema. Frankfurt oder München? Wo passt Niko Kovac besser hin?

Grundsätzliches: Niko Kovac hat bei Eintracht Frankfurt noch einen gültigen Arbeitsvertrag bis Mitte 2019. Darauf verweist der Trainer selbst gerne. Er werde ihn auch erfüllen, „wenn nichts dazwischenkommt“. Eine Formulierung, mit der er sich alles offen lässt.

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In der Bundesliga-Tabelle kommen sich Bayern München und Borussia Dortmund nicht mehr in die Quere. Auf dem Trainermarkt offenbar schon. Beide Clubs beschäftigen sich mit den gleichen Namen – und reichen ihr Trainerproblem damit vielleicht an die Konkurrenz weiter.

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Andererseits ist Kovac das Thema Vertragstreue wichtig. Zumindest konnte man das einem Interview entnehmen, das schon eine Weile her ist und in dem es auch um die Spieler Ousmane Dembelé und Pierre-Emerick Aubameyang und ihr Verhalten gegenüber ihrem damaligen Arbeitgeber Borussia Dortmund ging.

Kovac sah im Gespräch mit dem „kicker“ Tendenzen, die ihm sehr aufstießen: „Es ist ein Unding, dass du als Club und Trainer inzwischen ausgeliefert bist. Wo endet das denn? In Anarchie.“ In der Folge würden die Profis zum Training kommen und gehen, wann sie wollen: „Diese Entwicklung ist höchst bedenklich. Wo gibt es denn so was? Wo ist die Verantwortung geblieben?“ Ein Vertrag sei mittlerweile nichts mehr wert. Was also ist sein Vertrag bei der Frankfurter Eintracht wert?

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Durch das 1:2 in Bremen ist die Eintracht auf Platz sechs abgerutscht. Und ausgerechnet jetzt nehmen die Spekulationen um einen Abgang des Trainers richtig Fahrt auf.

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Die Clubs: Bayern München ist in der Fußball-Bundesliga das Maß aller Dinge. Rekordmeister, seit Jahren regelmäßiger Champions-League-Teilnehmer. Im vergangenen Oktober verzeichneten die Bayern einen Umsatz von gut 640 Millionen Euro. Damit halten die Münchner den Anschluss an die drei umsatzstärksten Klubs Europas: Der FC Barcelona (708 Millionen Euro Umsatz), Real Madrid (675) und Manchester United (659) liegen noch vor dem deutschen Branchenprimus. Wenn die Bayern einen Spieler haben wollen, bekommen sie ihn meistens. Die Meisterschaft ist quasi eingepreist.

In Bremen hat er schon mal Fühlung mit Luka Jovic (unten) aufgenommen: Marco Fabián (oben).
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Die Eintracht dagegen hat ihren Umsatz zuletzt erst auf rund 110 Millionen Euro steigern können, gilt immer noch als „Mittelständler“. Aber der Club ist auf Wachstumskurs. Vor allem in der Frankfurter Finanzwirtschaft hat der Club in jüngster Zeit namhafte Partner gewinnen können. Dazu kommt die sportliche Erfolgsgeschichte – eng verbunden mit Niko Kovac. Im Frühjahr 2016 noch Abstiegskandidat und erst in der Relegation gerettet, spielt die Mannschaft mittlerweile um Plätze im europäischen Geschäft mit.

Der Wohlfühlfaktor: Er ist in Frankfurt groß für Niko Kovac. Der Kroate ist die Lokomotive des sportlichen Aufschwungs. Er hat die Eintracht vor dem Abstieg gerettet und es nun im zweiten Jahr in Folge geschafft, aus einer Vielzahl von Spielern aus den unterschiedlichsten Ländern eine schlagkräftige, verschworene Truppe zu machen. Er ist ein akribischer Taktiker. Und er macht Spieler besser. Aus früheren Problemfällen wie Marius Wolf oder Kevin-Prince Boateng sind in Frankfurt Führungsfiguren und Leistungsträger geworden.

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<b>Rick van Drongelen</b>
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Laut "Hamburger Morgenpost" hat die Eintracht bei der Suche nach einem Innenverteidiger ein Auge auf Rick van Drongelen vom HSV geworfen. Die SGE soll sich auch schon bei seinem Berater über einen möglichen Wechsel erkundigt haben. Der Niederländer ist einer der wenigen Hamburger, die in der laufenden Saison ansprechende Leistungen zeigen. Van Drongelen ist erst 19 und hat noch enormes Entwicklungspotenzial. Er dürfte allerdings nicht ganz billig werden. (Stand: 21.03.2018)<b>Frederik Rönnow</b>
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Die Eintracht braucht einen Nachfolger für Lukas Hradecky. Am 12. April verkündeten die Frankfurter, dass sie den dänischen Nationaltorwart Frederik Rönnow bis 2022 unter Vertrag genommen haben. Rönnow kommt von Bröndby Kopenhagen und damit vom Verein, von dem auch Hradecky schon zur SGE wechselte. (Stand: 12.4.2018)<b>Branimir Hrgota</b>
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Der Schwede kann nicht zufrieden sein mit seiner Einsatzzeit bei der Eintracht. Sein Ziel, die WM in diesem Jahr, gerät ohne Spielpraxis in Gefahr. Laut Frankfurter Rundschau hat der IFK Göteborg sein Interesse an einer Verpflichtung Hrgotas angemeldet. In Schweden hat das Transferfenster noch geöffnet bis Anfang April. (Stand: 27.02.2018)

Kovac genießt in Frankfurt hohes Ansehen. Er selbst wiederum schätzt die Internationalität der Stadt. Und sollte es die Eintracht auf die europäische Bühne schaffen, würde sich Kovac mit diesen Spielen selbst für seine erfolgreiche Arbeit belohnen. Europapokal mit Eintracht Frankfurt ist etwas Besonderes. In München gehört es zum Alltag. Andererseits könnte der Trainer seine Mission in Frankfurt mit dem Erreichen des Europapokals auch als erfüllt ansehen.

Aber bei den Bayern ist die Schlagzahl in allen Belangen deutlich höher. Kovac weiß das, weil er von 2001 bis 2003 dort gespielt hat. Man sagt, er habe das „Bayer-Gen“. In München müsste er auch keine Stars schaffen, er müsste mit den vielen vorhandenen klarkommen. Dass das nicht so einfach ist, hat Ex-Trainer Carlo Ancelotti, ein Mann, der Kovac an Erfahrung als Trainer einiges voraushat, schnell zu spüren bekommen. Aber er müsste auch nach dem Abgang der Altstars Robben und Ribéry Zug um Zug eine neue Mannschaft aufbauen. Das könnte reizvoll sein. Zudem gilt die Lebensqualität in München als noch einmal ein Stückchen größer als in Frankfurt. Viel Grün, viele Seen, die Alpen vor der Haustür und Salzburg nur eineinhalb Autostunden entfernt. Dort leben Kovacs Frau und seine Tochter. Auch das könnte ein nachvollziehbarer Grund für einen Umzug sein.

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