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Eintracht Frankfurt: Was ist für die Eintracht in dieser Saison möglich?

Von Wie weit kann es für die Bundesliga-Fußballer der Frankfurter Eintracht in dieser Saison noch nach oben gehen?
Zusammenhalt ist wichtig, um Ziele zu erreichen (von links): Die Eintracht-Profis Danny da Costa, Sebastien Haller, Carlos Salcedo, Gelson Fernandes und Jetro Willems. Foto: Hübner Foto: Jan Huebner (Jan Huebner) Zusammenhalt ist wichtig, um Ziele zu erreichen (von links): Die Eintracht-Profis Danny da Costa, Sebastien Haller, Carlos Salcedo, Gelson Fernandes und Jetro Willems. Foto: Hübner
Frankfurt. 

Die Zahlen sind eindeutig. Die Frankfurter Eintracht liegt nur einen Punkt hinter den Champions-League-Plätzen. Sie hat einen Vorsprung von 14 Zählern auf den Relegationsplatz (16.) und 15 Punkte Vorsprung auf den ersten Abstiegsplatz. Das lässt den Rückschluss zu: Mit dem Abstieg werden die Frankfurter in dieser Saison nichts mehr zu tun haben. Damit wäre das erste Ziel erreicht.

Es sind andere Fragen, die sich stellen: Wie weit kann es mit der Eintracht nach oben gehen? Ist der Kampf um die Europa-League-Plätze realistisch? Oder gar der große Coup mit der Champions-League-Qualifikation? Eine Analyse der aktuellen Lage.

Auch wenn die Ränge zwei bis vier, die neben Meister Bayern München die Teilnahme an der Königsklasse garantieren, nur einen Punkt entfernt sind, wäre ein Schielen in diese Richtung vermessen. Die Eintracht ist trotz der bisher erreichten 30 Punkte nur Siebter und vor ihr liegen ausnahmslos Clubs, die über deutlich höhere finanzielle Mittel verfügen: Leverkusen, Schalke, Leipzig, Mönchengladbach und Dortmund. Von den Bayern gar nicht zu reden. Dass Geld Tore schießt, ist eine inzwischen durchaus anerkannte These. Und deshalb ist es ziemlich unwahrscheinlich, dass die Eintracht gleich drei Mannschaften aus diesem Kreis überholt und unter die ersten Vier kommt. Unmöglich ist es freilich nicht.

Die Frankfurter haben in den ersten beiden Spielen der Rückrunde, beim 3:1 in Wolfsburg und auch beim 1:1 gegen den SC Freiburg, unter Beweis gestellt, dass sie sich über den Winter spielerisch verbessert haben. Die Rückkehr des Spaniers Omar Mascarell hat das Niveau angehoben. Mit ihm, Kevin-Prince Boateng und auch Mijat Gacinovic verfügt die Eintracht über ein Mittelfeld, in dem der Ball ein Freund ist. Und mit dem Mexikaner Marco Fabián wird in absehbarer Zeit ein weiterer guter Techniker hinzukommen, der zudem noch Zug zum Tor mitbringt.

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Eintracht Frankfurt Taktiktafel: Fünf Freunde und die Pressingfalle

Niko Kovac möchte Spuren hinterlassen – auch als Taktiker. Der Mann, der enormen Ehrgeiz und Einsatz einfordert und auch vorlebt, will zeigen, dass er seine Spieler besser machen und das Spiel seiner Mannschaft verändern kann. In manchen Teildisziplinen ist ihm das längst gelungen. Das Pressing der Eintracht beispielsweise ist bemerkenswert.

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Gerade auswärts zeigt sich die Klasse der Frankfurter, die schon sechsmal in der Fremde gewonnen und von zehn Spielen nur einmal verloren haben. Die von Kovac nach dem Motto „steter Tropfen höhlt den Stein“ der Mannschaft eingebläute Disziplin in der Rückwärtsbewegung bildet dafür die Grundlage. Dabei stehen in der Abwehr nicht die wirklich guten Fußballer, vor allem dann nicht, wenn mit David Abraham der Beste – weil Schnellste – fehlt. Aber mit Zweikampfstärke und Herz machen Spieler wie Carlos Salcedo oder Simon Falette viele technische Mängel wett. Dass dies für den ganz großen Wurf reicht, ist aber nicht zu erwarten.

Der Trainer hat sich auf eine taktische Grundordnung festgelegt, die die Stärken vor allem auswärts zutage fördert. Die Dreier-Abwehr, flankiert von zwei offensiven Außenspielern, einem starken defensiven Zentrum und zwei gefährlichen Angreifern, ist die Basis. Wenn sich dann vor dem famosen Torwart Hradecky Profis wie Wolf und Chandler, Mascarell und Boateng oder Haller und Rebic in guter Form befinden, bringt die Eintracht viel Qualität auf den Rasen. Das passt.

Zu selten „einfache Treffer“

Und führt direkt zur Frage nach der Europa-League, die ja mit dem aktuellen siebten Platz erreicht werden könnte. Hinter der Eintracht liegen mit dem FC Augsburg, der TSG Hoffenheim, die zuletzt deutlich an Substanz verloren hat, Hannover 96, Hertha BSC und dem SC Freiburg vier Clubs, mit denen sich die Frankfurter mindestens auf Augenhöhe bewegen. Es ist also nicht unrealistisch, dass die Eintracht diesen Kampf bestehen kann.

Dazu muss es endlich gelingen, die Heimbilanz zu verbessern. Denn so schön es auch ist, wenn die Frankfurter auswärts punkten – da liegen sie auf Platz zwei hinter den Bayern –, so schwer wird dies in den kommenden Monaten fortzusetzen sein. Denn es geht unter anderem nach München, nach Dortmund, nach Leverkusen und nach Schalke. Da hängen die Trauben höher als bei den letzten Siegen in Berlin, Hamburg und Wolfsburg. Die kümmerliche Heimbilanz kann die Eintracht aufbessern, wenn sie lernt, ihre Überlegenheit auch in Tore umzumünzen. „Unglaublich effizient“ hätten die Frankfurter gespielt, hat zuletzt der Wolfsburger Trainer Martin Schmidt gesagt. Doch das gilt bislang nur für Spiele in der Fremde. Zu Hause geht dies der Eintracht ab.

Mehr Tore zu schießen ist also eine klare Forderung. Und die kann nicht nur an die Angreifer gehen, sondern muss vor allem die anderen anspornen. Es fallen viel zu wenige Tore aus dem Mittelfeld und so gut wie keine von Abwehrspielern. Ein Kopfballtor nach einem Eckball oder ein direkt versenkter Freistoß, sogenannte „einfache Treffer“ also, gelingen einfach zu selten. Daran wird der Trainer mit seinem Team arbeiten müssen. Wichtig wird auch sein, dass sich die Heimschwäche nicht zu einer Heim-Blockade auswächst. Und dass die letzte Rückrunde, als das Team nach einer guten ersten Halbserie in sich zusammenfiel, keine Rolle mehr spielt. „Daran denken wir überhaupt nicht“, hat Sportvorstand Fredi Bobic gesagt. Ob das so stimmt?

Um weiter stabilen Fußball spielen zu können, braucht die Eintracht auch das Glück der Gesundheit und Fitness. Aktuell gibt es bis auf David Abraham und Jonathan de Guzman, die kurzfristig zurückkehren können, und Alex Meier, der es mittelfristig schaffen will, keine verletzten Spieler. Es stimmt zwar, dass der Kader diesmal breiter aufgestellt ist, aber natürlich gibt es Spieler, die langfristig nicht zu ersetzen sind. Das sind in erster Linie Hradecky, natürlich Abraham, sicher Boateng und Mascarell, auch Torjäger Haller. Werden oder bleiben sie gesund, können die Frankfurter viel erreichen in dieser Saison. Europa muss dann kein Traum bleiben.

Alex Meier: „Grünes Licht“ fürs Comeback

Gute Nachrichten von und für die Eintracht: Alexander Meier hat den nächsten Schritt zum Comeback getan. Am Montag war der Kapitän der Eintracht nach Augsburg gefahren, um sich dort von Dr.

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