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Eintracht Frankfurt: Werben um die Eintracht-Fans

Von Armin Veh begegnet der Krise entspannt, er konzentriert sich auf das Wichtige: Der Klassenerhalt. Am Sonntagabend geht es gegen Schalke. Der Frankfurter Trainer setzt im Abstiegskampf auf eine Willensleistung seiner Mannschaft.
Ohne Eintracht geht es nicht: Darüber hat Armin Veh in den vergangenen Tagen viel nachgedacht. Ohne Eintracht geht es nicht: Darüber hat Armin Veh in den vergangenen Tagen viel nachgedacht.
Frankfurt. 

Es ist einiges eingeprasselt auf Armin Veh im Laufe der Woche. Erst das heftige Echo auf seine Fan-Schelte nach dem 0:0 gegen den Hamburger SV. Dann die Spekulation einer Zeitung, dass seine Tage als Trainer von Eintracht Frankfurt spätestens zum Saisonende gezählt seien. Vom Vorstandschef gab es zwar postwendend ein Dementi. Dennoch ist das keine angenehme Atmosphäre, wenn man seine Mannschaft im Abstiegskampf der Fußball-Bundesliga einschwören muss und am Sonntag (19.30 Uhr) Schalke 04 zu Besuch kommt.

Und spurlos sind die Vorkommnisse auch nicht an ihm vorbei gegangen. „Ich bin kein eiskalter Engel“, sagte Veh gestern, „aber ich gehe mit den Dingen auch anders um als noch vor 15 Jahren.“

Für den Trainer bedeutet das: Konzentration auf das Wichtige und Wesentliche: „Meine oberste Priorität ist der Klassenerhalt mit der Eintracht, da stecke ich meine ganze Leidenschaft rein“, sagt Veh. Und wirkt dabei dennoch aufgeräumt und halbwegs entspannt.

Beim Thema Kritik an den eigenen Fans erhob der Frankfurter Trainer dann aber gestern doch einmal seine Stimme. Veh klang dabei, als habe er nur auf die Gelegenheit gewartet, sich endlich erklären und verteidigen zu können: „Ich sage schon seit Jahren, dass Eintracht Frankfurt geile Fans hat. Und das werde ich auch noch in zehn Jahren sagen. Aber auch ich habe Emotionen. Ich überlege nicht immer, wenn ich etwas sage. Da bin ich nicht dreimal chemisch gereinigt.“

Veh hatte vor genau einer Woche genervt auf die Pfiffe der Anhänger nach dem 0:0 der Eintracht gegen den Hamburger SV reagiert. „Dann sollen sie doch daheimbleiben“, meinte er unter anderem. Mittlerweile dürfte ihm klar geworden sein, dass er damit niemandem geholfen hat. Die Anti-Veh-Stimmung unter vielen Fans ist befeuert worden. Und von einem Schulterschluss von Mannschaft, Publikum und Verein wie etwa bei den Keller-Konkurrenten in Stuttgart, Darmstadt oder Bremen, ist man in Frankfurt weiter entfernt denn je. „Natürlich wäre es toll, wenn uns die Fans bedingungslos unterstützen würden“, sagt Veh. „Aber das kann man schwer herbeireden. Wichtig ist, dass jeder sieht, dass wir als Mannschaft unbedingt was wollen.“

Wie so oft zuletzt, werden in der Frankfurter Arena aber wieder viele Plätze frei bleiben. Bislang haben nur 42 500 Zuschauer Karten gekauft, so wenige wie nie in den letzten Jahren vor einem Spiel gegen Schalke. Was allerdings auch daran liegt, dass Schalke sein Kontingent von 6000 Tickets nur zur Hälfte ausgeschöpft hat.

Trotz des Negativtrends der vergangenen Wochen – vier Spiele in Folge ohne Sieg, der Vorsprung auf den Relegationsplatz beträgt nur noch zwei Punkte – wird gegen Schalke keine völlig neu formierte Mannschaft auf dem Platz stehen. „Die Rückrunde ist aus meiner Sicht nicht so katastrophal, dass ich sagen würde: Wir müssen grundlegend etwas ändern“, erklärte Veh.

Um die Offensive zu stärken, dürfte Haris Seferovic zum ersten Mal nach dem öffentlichen Verweis durch den Trainer wieder von Beginn an spielen. „Er hat gut trainiert. Er kann einer für die Startelf sein“, bestätigte Veh. Ansonsten hat Bastian Oczipka seine Sperre abgesessen und sind auch Marc Stendera sowie Szabolcs Huszti wieder gesund. Nur der Einsatz von Yanni Regäsel ist fraglich, da der Außenverteidiger nach einer Grippe erst gestern wieder das Training aufgenommen hat.

Eintracht: Hradecky – Hasebe, Zambrano, Abraham, Oczipka – Russ, Stendera – Aigner, Meier, Fabián, Seferovic.

Bilderstrecke Eintracht vs. Schalke 04. Der Faktencheck vor dem Match
Am Sonntag ist Matchday. Die Eintracht empfängt den FC Schalke 04. Wir schauen auf die aktuelle Form und die Hintergründe zum Spiel.Wie ist die Eintracht in Form?<br /><br />
Sehr durchwachsen. Nach einem gelungenen Start in die Rückrunde setzte es zwei Niederlagen in Folge mit insgesamt sieben Gegentoren. Gegen den HSV wurde zumindest nicht verloren, die Leistung stimmte aber dennoch nicht optimistisch.Wie ist die Eintracht-Bilanz gegen Schalke?<br /><br />
Sehr ausgeglichen. In 83 Begegnungen ging die Eintracht 29 Mal als Sieger vom Platz. 32 Duelle entschied Schalke für sich und 22 Partien endeten Remis. Beim Torverhältnis führt Schalke mit 126:123.
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