E-Paper Abo & Service Immo Stellen Trauer
Anzeige Frankfurt am Main 14°C

Eintracht Frankfurt: Wie Gelson Fernandes gegen Leipzig auftrumpfte

Normalerweise ist Gelson Fernandes eher ein Löcherstopfer als ein Torjäger. Gegen Leipzig aber half er der Eintracht gleich in beiden Rollen.
Der Frankfurter Gelson Fernandes (l) und Leipzigs Yussuf Poulsen kämpfen um den Ball. Foto: Thomas Frey (dpa) Der Frankfurter Gelson Fernandes (l) und Leipzigs Yussuf Poulsen kämpfen um den Ball.
Frankfurt. 

Gelson Fernandes ist bislang nicht als Torjäger auffällig geworden. Im Laufe seiner langen, langen Vereinskarriere in vielen, vielen Ländern hat der 32-Jährige in 456 Partien genau 14 Tore gemacht, das ist nicht die Welt. Aber Toreschießen gehört ja nicht zu seiner Kernkompetenz. In Deutschland hat er in mehr als 50 Begegnungen zwei Treffer erzielt, den ersten für den SC Freiburg gegen Eintracht Braunschweig vor fast fünf Jahren und den zweiten gestern Abend in Frankfurt gegen RB Leipzig, es war das 1:0 nach 26 Minuten, ein klassischer Abstauber, aber wen kümmert’s? Am Ende sollte es nicht, wie einst gegen Braunschweig. Zum 1:0-Sieg reichte es nicht, die Eintracht musste sich letztlich mit einem 1:1 begnügen. Der nette Herr Fernandes hat danach artig gesagt: „Besser ich hätte kein Tor gemacht, wir aber drei Punkte geholt.“ Doch Fußball ist kein Wunschkonzert.

Es gab in Frankfurt aber keinen, der dem Schweizer sein persönliches Erfolgserlebnis nicht gegönnt hätte. Fernandes ist ein Teamplayer par excellence, er kümmert sich um das Seelenheil der Kollegen, um das Binnenklima, er ist der, der die rechte Balance sucht und meistens auch findet. Der defensive Mittelfeldspieler ist aber nicht nur als Bindeglied in der Kabine wichtig, sondern auch auf dem Feld. Er ist der, der die Löcher zuläuft, der den Gegner attackiert, er haut sich rein, schont sich nicht, er würde, wie es so schön heißt, das letzte Hemd für sein Team und seinen Club geben. Das ist eine Frage des Charakters.

Adi Hütter lobte seinen verlängerten Arm auf dem Spielfeld denn auch ausgiebig. „Er ist ein Spieler, wie ihn sich jeder Trainer wünscht. Er gibt immer alles, er ist immer für die Mannschaft da.“ Umso schöner sei es, dass der abseits des Feldes stets gut gelaunte und um Ausgleich bemühte Musterprofi auch mal selbst getroffen habe. „Ich freue mich, dass er sich belohnt hat“, sagte Coach Hütter. So oft kommt das ja auch nicht vor: „Ich denke, viele waren überrascht, dass er getroffen hat.“ Der Trainer selbst wahrscheinlich ebenso. Zumal Fernandes nur ein paar Minuten später noch eine gute Möglichkeit hatte, die er selbst einleitete: Nach einem raffinierten Zuspiel von Luka Jovic scheiterte er jedoch mit seinem Schuss an RB-Torwächter Peter Gulacsi. So torgefährlich wie am Sonntagabend ist er in der gesamten letzten Saison nicht gewesen.

Fernandes war für Lucas Torro in die Mannschaft gekommen, der in Marseille noch gespielt und den Eidgenossen auf die Bank verdrängt hatte. Doch Torro zwickte die Muskulatur so ein bisschen, er fühlte sich etwas müde, weshalb er geschont wurde. Im Auswärtsspiel am Mittwoch in Mönchengladbach (20.30 Uhr) könnte der Spanier aber wieder an Bord sein. Am Niederrhein, sagte Fernandes, müsse man dringend die Zähler holen, die man gegen die Sachsen liegengelassen habe. „Wir brauchen Punkte, Punkte bringen Vertrauen, und mit Vertrauen kannst du besser Fußball spielen.“

Und die Eintracht, das hat die Partie gestern gezeigt, braucht Ante Rebic. Der WM-Star, bei seiner Einwechslung mit ohrenbetäubendem Jubel empfangen, zeigte in den paar Minuten, wie wichtig er fürs Team ist. Er war ein steter Unruheherd, entfachte direkt das Feuer, das vorher nur noch loderte. „Ante hat Wucht reingebracht“, fand Fernandes. Rebic kann für die besonderen Momente sorgen. Und fast hätte er kurz vor Schluss noch das Siegtor geschossen, aber das war ja eigentlich sowieso Gelson Fernandes vorbehalten – eigentlich.

( dur,kil)

Zur Startseite Mehr aus Eintracht Frankfurt

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutz Über unsere WerbungRSS

© 2018 Frankfurter Neue Presse

Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen