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Eintracht Frankfurt: Wie die SGE den Spagat zwischen Tradition und Moderne meistert

Von Die neuen Macher stellen die Eintracht mutig neu auf. Der Club steht vor allem finanziell so gut da wie lange nicht mehr.
Sie machen auch auf dem gesellschaftlichen Parkett eine gute Figur: Eintracht-Sportvorstand Fredi Bobic (links) und Marketing-Boss Axel Hellmann (rechts), hier beim Interview mit Moderator Michael Steinbrecher beim Sportpresseball in Frankfurts Alter Oper. Sie machen auch auf dem gesellschaftlichen Parkett eine gute Figur: Eintracht-Sportvorstand Fredi Bobic (links) und Marketing-Boss Axel Hellmann (rechts), hier beim Interview mit Moderator Michael Steinbrecher beim Sportpresseball in Frankfurts Alter Oper.
Frankfurt. 

„Höchst erfreulich“ sei die vergangene Woche gewesen, hatte Eintracht Frankfurts Vorstandsmitglied Axel Hellmann nach dem 2:1-Sieg gegen Bremen gesagt. Hellmann, unter anderem verantwortlich für Marketing, Medien, Internationalisierung und Fan-Belange, hatte dabei nicht nur das sportliche Abschneiden im Blick, sondern die Gesamtentwicklung des Vereins, sozusagen das große Ganze.

Und da hat sich in Frankfurt eine ganze Menge verändert in den letzten eineinhalb Jahren. Die neue Eintracht ist eine andere Eintracht, die in diesen Zeiten voller Selbstvertrauen als wirtschaftlich und sportlich gesunde und zukunftsorientierte Marke daherkommt.

Unter dem ehemaligen Vorstandsvorsitzenden Heribert Bruchhagen, der von 2003 bis 2016 die Geschicke des Clubs bestimmte, hatte die Eintracht den Weg zurück in die Seriosität und damit in die Mitte der Frankfurter Gesellschaft gefunden. Die neuen „Macher“, die Vorstände Hellmann, Fredi Bobic und Oliver Frankenbach (Finanzen), dazu der Aufsichtsrat, angeführt von Wolfgang Steubing, Präsident Peter Fischer und Philipp Holzer, versuchen den Club nun mutig neu aufzustellen und ihm damit eine Chance im immer schärfer werdenden Geschäft Fußball zu ermöglichen. Dabei versuchen sich die Frankfurter auch im schwierigen Spagat, die Tradition und Vergangenheit über die neue Zukunft nicht zu vergessen.

Neue Maßstäbe

Erste Erfolge der etwas risikofreudigeren Herangehensweise haben sich eingestellt. Sportlich haben Sportchef Bobic und sein Trainer Niko Kovac neue Maßstäbe gesetzt. Sie haben zum zweiten Mal eine neue Mannschaft zusammengestellt, mit vielen neuen Spielern aus vielen unterschiedlichen Ländern. Das war mal mehr, mal weniger gewollt. Aber es funktioniert erneut. Aktuell steht die Eintracht auf Platz sieben der Liga, nur zwei Punkte hinter den Champions-League-Rängen, aber zehn vor dem Relegationsplatz.

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Eintracht Frankfurt Taktiktafel: Nicht gut, aber mit Fünferkette besser

Wäre die „Spinne“ nicht so gut drauf gewesen, Werder Bremen hätte trotz der Eintracht-Führung durch Rebic noch in der ersten Halbzeit auf und davon ziehen können. Viel zu oft musste Schlussmann Hradecky Großchancen der Gäste abwehren. Trainer Kovac blieb gar nichts anderes übrig, als das Experiment Viererkette in der Pause zu beenden, bestätigt unser Mitarbeiter Roland Stipp.

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Dem großen Ziel, wieder eine Saison ohne jede Abstiegsgefahr zu spielen, sind die Frankfurter schon ziemlich nahe gekommen. Geholfen hat dabei im letzten Sommer das durchaus mit Risiko behaftete Vorgehen auf dem Transfermarkt. Mehr als zwanzig Millionen Euro haben die Frankfurter eingesetzt, so viel wie nie zuvor in ihrer langen Geschichte. Für Sébastien Haller haben sie beispielsweise mehr als sieben Millionen Euro an den FC Utrecht überwiesen. Haller hat zurückgezahlt, mit tollen und vor allem wichtigen Toren. Er ist nur ein Beispiel für den neuen Weg, den Sportvorstand Bobic eingeschlagen hat. Die Mittel dazu wurden ihm aus „Bordmitteln“ zur Verfügung gestellt, Kredite mussten keine aufgenommen werden, Schulden wurde keine gemacht. Dass Bobic, auch auf Drängen des Trainers, kurz vor dem Saisonstart mit Kevin-Prince Boateng sogar einen echten Star an den Main gelotst hat, passt ebenso ins Bild der neuen, anderen Eintracht wie die Rückholaktion von Ante Rebic. Zusammen haben diese beiden schon neun Treffer erzielt.

„Es wäre noch mehr Geld dagewesen“, ist Vorstand Hellmann sogar mal herausgerutscht. Die Eintracht steht also finanziell so gut da wie lange nicht mehr. Mit dem Schriftzug des neuen Hauptsponsor „Indeed“ auf dem Trikot, einer US-amerikanischen Firma, wurde die Internationalität auch optisch betont. Mit der Deutschen Bank, die nun als Premium Partner eingestiegen ist, und angeblich auch eine Million Euro pro Jahr zahlt, wurde ein wichtiger internationaler Player direkt in Frankfurt gefunden.

Noch mehr in der „Pipeline“

Das gilt genauso wie für die Deutsche Börse, die seit Saisonbeginn mit ihrem Logo den Ärmel der Trikots ziert. „Zwei weitere Partner sind in der Pipeline“, sagt Hellmann. Zudem bemüht sich der Aufsichtsrat über eine Gruppe von der Eintracht zugeneigten Personen und Firmen (AR-Boss Steubing: „Es sind ehrwürdige Institutionen, Privat- und Geschäftsleute“) rund zehn Millionen Euro zu generieren. Auch dies soll in den nächsten Wochen und Monaten klappen.

Die Eintracht hat Großes vor. Sie wird in den nächsten Jahren auf dem Gelände des jetzigen Tennis-Stadions an der Arena eine neue hochmoderne Geschäftsstelle inklusive neuer Trainingsplätze bauen. Sie bemüht sich gemeinsam mit der Stadt Frankfurt um den Ausbau der Arena von einem Fassungsvermögen von derzeit 51 500 Zuschauern auf dann rund 60 000. Wichtig dabei: Die meisten neuen Plätze sollen Stehplätze werden, erschwinglich für den ganz normalen Fan.

Die Bewegung im Club ist geradezu zu spüren. Die Eintracht und damit ihre Führung versteht es derzeit sehr gut, Moderne und Tradition zusammenzuführen. Über all den internationalen Beziehungen, die inzwischen nach China, in die USA, nach Abu Dhabi und nach Japan geknüpft wurden, werden die Wurzeln nicht vergessen.

So haben die Frankfurter, so ein wenig nach dem Vorbild des FC Bayern München, ihre alten Helden wieder eingebunden. Beim Sportpresseball am Samstag in Frankfurts Alter Oper wurden mit Jürgen Grabowski, Bernd Hölzenbein, Karl-Heinz Körbel, Uwe Bein, Uli Stein, Dragoslav Stepanovic, Ronny Borchers und Ervin Skela acht frühere Spieler als „Markenbotschafter“ vorgestellt. Und da ist ja auch noch die vom Bundesliga-Rekordspieler Karl-Heinz Körbel geleitete Fußballschule, die im gesamten Bundesgebiet als Vorbild für andere Vereine gilt, die im Inland im Grunde immer ausgebucht ist und nun ins Ausland expandiert. Auch dies eine einzige Erfolgsgeschichte.

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