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„Wir gehen Schritt für Schritt“

Carlos Zambrano, der im Sommer vom FC St. Pauli kam, hat seine zweite Chance in der Bundesliga genutzt. Der große Schritt nach Europa, den er schon als Jugendlicher wagte, hat sich für ihn gelohnt. Mit ihm sprach Roland Stipp.
Der „Löwe“ unter den Adlern: Abwehrmann Carlos Zambrano. Foto: dpa Der „Löwe“ unter den Adlern: Abwehrmann Carlos Zambrano. Foto: dpa
Frankfurt. 

Stimmt es eigentlich, dass ein Spiel in Freiburg schon deshalb besonders ist, weil der Platz kleiner ist als anderswo?

Carlos Zambrano: Nein, das macht eigentlich keinen großen Unterschied. In anderen Städten wie eben in Freiburg ist das ganze Stadion kleiner als unseres hier in Frankfurt, aber wie gesagt, alles in allem ist das nicht ausschlaggebend.

Gibt es Stadien, in denen sie lieber spielen als in anderen? Oder gibt es Stadien, die sie gar nicht mögen?

Zambrano: Ich spiele in jedem europäischen Stadion gerne, die Plätze sind schön zu spielen und überhaupt gibt es so viele tolle Stadien hier. Selbst wenn ein Platz mal etwas schlechter ist, ist er, verglichen mit denen in Südamerika, immer noch sehr gut.

Auch wenn es das dritte sieglose Spiel in Folge war, war man bei der Eintracht mit dem Punkt in Freiburg zufrieden. Sie auch?

Zambrano: Auswärts, in Freiburg, das war ein schweres Spiel. Für uns war es wichtig, nicht gegen den SC zu verlieren, um die Freiburger so auf Distanz zu halten. Aber ich sehe das sowieso positiver: Wir haben aus den letzten fünf Spielen acht Punkte geholt, nur einmal, gegen Borussia Dortmund, verloren und dreimal zu Null gespielt – das kann sich schon sehen lassen.

Ihre Mannschaft ist immer noch Tabellenvierter. Und es sind nur noch elf Spieltage. Langsam wird es richtig spannend …

Zambrano: Ja, das stimmt. Aber wir gehen Schritt für Schritt, wie wir es auch bisher getan haben, damit sind wir gut gefahren. Wir haben trotzdem erst 23 Spieltage hinter uns, einige schwere liegen noch vor uns, wie am Freitag zum Beispiel gegen Gladbach. Aber wir haben uns mit dem vierten Platz eine gute Ausgangsposition geschaffen.

Es wirkt so als falle der Mannschaft nicht mehr alles so leicht wie noch vor der Winterpause. Weil die Gegner sich auf das Spiel der Eintracht eingestellt haben?

Zambrano: Klar, die anderen kennen uns mittlerweile. Aber in der Bundesliga ist es nicht leicht, alle Spiele sind schwere Spiele. Man muss jedes Wochenende kämpfen und hundert Prozent geben.

Wenn Sie die Sache nach 23 von 34 Spieltagen betrachten, war der Wechsel nach Frankfurt ja allemal eine sehr gute Entscheidung. Sie können aber unmöglich gewusst haben, dass es gut laufen würde?

Zambrano: Das kann man vorher natürlich nie wissen. Aber als ich in Frankfurt ankam, wusste ich, dass ich die richtige Entscheidung getroffen hatte. Es macht schon einen großen Unterschied, ob man erste oder zweite Liga spielt. Aber ich hatte bereits in der ersten Liga gespielt und wusste, dass ich da hingehöre. Die Eintracht hat mir die Chance dazu gegeben, das will ich jetzt auch zurückgeben.

Sie kamen schon mit 16 Jahren aus Callao nach Schalke. Das muss doch ein Kulturschock gewesen sein. Und was hat Ihre Mutter gesagt als Ihr Sohn ins ferne Europa zog?

Zambrano: Klar, wie bei jeder anderen Mutter auch, war das nicht leicht für meine Mama. Mein Entschluss war nicht unbedingt schön für sie. Für mich war es auch eine große Umstellung und alles andere als leicht, diesen großen Schritt zu wagen. Aber ich hatte eine Entscheidung getroffen und Gott sei Dank ging alles immer besser.

In Peru haben Sie in der gleichen „Academica“ gespielt wie zum Beispiel Claudio Pizzaro und dann auch in der Junioren- Nationalmannschaft. In diesem Umfeld muss es doch von europäischen Talentscouts nur so gewimmelt haben?

Zambrano: Ja, das stimmt. Die Scouts haben sich eher an den erfolgreichen Vereinen in Peru orientiert. Auch in Cantolao, meinem ehemaligen Club in Peru, gibt es viele Scouts, aber es ist und bleibt trotzdem schwierig in Peru.

Sie sind jetzt sechseinhalb Jahre in Deutschland. Haben Sie sich an den Winter schon gewöhnt?

Zambrano: Das stimmt und ich fühle mich auch sehr wohl in Deutschland. An den Winter und die Temperaturen habe ich mich allerdings immer noch nicht ganz gewöhnt – für mich ist es manchmal schon noch sehr kalt.

Und an das Essen?

Zambrano: Ich esse sowohl deutsches als auch peruanisches Essen. Gerade wenn Freunde zu Besuch sind, oder meine Familie, wird bei uns aber peruanisch gekocht und gegessen.

In den nächsten Wochen wird es nicht nur für die Eintracht spannend, auch ihre Nationalmannschaft steht in der WM-Qualifikation vor entscheidenden Spielen. Oder hat Peru die Hoffnung schon aufgegeben?

Zambrano: Natürlich wird es ganz schwer für uns, wir stehen momentan auf dem siebten Platz. Aber es sind noch nicht alle Spiele gespielt, sieben fehlen noch.

In Peru nennt man Sie „El León“, der Löwe. Löwen gibt es zwar in Peru nicht, aber bestimmt viele andere Gründe, um das Land zu besuchen?

Zambrano: Das stimmt. Wenn ich zu Hause bin, verbringe ich die meiste Zeit in Lima. Peru hat aber noch viel mehr zu bieten: den Machu Picchu, den Nationalpark Manu, den Amazonas, die Anden und auch den Titicaca-See. Diese Plätze sind auf jeden Fall eine Reise wert.

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