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Eintracht Frankfurt: Zauberlehrling Barkok ist die reine Freude

Von Was für ein Auftritt! Eintracht-Teenager Barkok zaubert gegen Mainz wie einst Okocha. Dabei war er vor kurzem noch selbst den meisten Fans kein Begriff.
Aymen Barkok Foto: Christian Klein (FotoKlein) Aymen Barkok
Frankfurt. 

Wenn ganz junge Spieler ein Tor schießen, ist es bei vielen Bundesligisten üblich, Maulkörbe zu verhängen, sie schweigend an all den Mikrofonen und Notizblöcken vorbei in die Kabine zu schicken, damit ihnen der plötzliche Rummel nicht gleich den Kopf verdreht. Bei Aymen Barkok und der Frankfurter Eintracht war das am späten Dienstagabend nicht der Fall, zum Glück. So bekam jeder mit, welche reine Freude der 18-jährige Zauberlehrling auch nach dem Abpfiff noch verströmte. „Ein unbeschreibliches Gefühl. Besser geht’s nicht“, sprudelte es aus ihm heraus, und das Strahlen wich ihm nicht aus dem Gesicht.

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Große Sorgen muss man sich bei der Eintracht auch nicht machen, dass da einer den Boden unter den Füßen zu verlieren droht. „Er wird jetzt nicht rumfliegen“, meinte Trainer Niko Kovac. Barkok wirkt in diesen nicht nur für ihn selbst so erstaunlichen Wochen bescheiden, fast ein bisschen schüchtern, die Glücksgefühle nach seinem Spektakel beim 3:0 gegen Mainz 05 zum Ausklang des Fußballjahres freilich wollte und konnte er nicht verbergen. Es war zu spüren: Da lebt einer gerade seinen Traum – und die Eintracht-Fans träumen mit ihm.

Nicht wenige fühlten sich bei Barkoks Anlauf zum 2:0 schon an den legendendären Dribbler und Trickser Jay-Jay Okocha erinnert. „Als ich den Ball von Brane bekam, stand nur noch einer vor mir. Es ging so schnell, ich konnte mich nicht richtig orientieren. Und dann bin ich gerade noch um den Torwart herumgekommen“, beschrieb Barkok selbst seinen Tanz im Okocha-Stil, vom schicken Hackenkick Branimir Hrgotas bis zur Vollendung seines schon zweiten Treffers im fünften Bundesligaspiel. Orientierungslos freilich sah das von außen betrachtet nicht aus. „Dass er zwei Mal so überragend die Ruhe behält – da gibt es nicht viele in der Bundesliga, die das so zu Ende spielen“, lobte Kovac und bezog dabei auch Barkoks zweiten Streich ein: die abgeklärte und technisch feine Vorbereitung für Hrgotas 3:0.

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„Ich habe ihm vorher gesagt: Wenn ich den Ball habe, gehst du ihn die Tiefe, dann kriegst du ihn“, berichtete der selbst zwei Mal erfolgreiche Hrgota von einem Gespräch vor dem 1:0. „Mit mir kannst du spielen“, sagte er Barkok. Was auch für das 2:0 galt. Auch Kovac hatte ihm etwas auf den Weg gegeben: „Pass auf mein Junge, mache deine Arbeit seriös, arbeite hinten mit und fange nicht an rumzutanzen.“ Sein Nesthäkchen tanzte dann doch, und wie – aber darüber konnte Kovac nicht böse sein.

„Das Wichtigste ist für mich das Vertrauen des Trainers“, sagte Barkok. Kaum zu glauben: Vor ein paar Wochen war der in Frankfurt geborene Sohn marokkanischer Eltern noch einer von vielen A-Jugendlichen, selbst eingefleischten Fans kein Begriff. Dann traf er, der im Oktober einen Vertrag bis 2020 unterschrieb, gleich beim Profi-Debüt in Bremen in letzter Minute zum Sieg, und jetzt zum zweiten Mal, vor der vollen Heimkurve, auf diese Weise. „Jeder hat gesehen, was er kann“, sagte Kovac und sprach von einem „Juwel“, das der Eintracht noch viel Freude machen werde. Und vielleicht irgendwann „Kleingeld“ einbringen könnte. Das aber kann gerne noch ein bisschen dauern. Erst einmal durfte sich Aymen Barkok einfach nur freuen – über sein eigenes Weihnachtsmärchen, über die ganze Eintracht. Und auch schon darüber, dass er nach den Ferien am 3. Januar wieder mit den Profis für weitere Bundesliga-Auftritte trainieren kann.

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