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Eintracht Frankfurt: Zwei tolle Jahre und zwei Endspiele

Bei der Frankfurter Eintracht beginnt der Endspurt. Marketing-Vorstand Axel Hellmann ist mit der Saison bereits jetzt „sehr zufrieden“.
Abschied von Adler „Attila“ – für Eintracht-Trainer Niko Kovac ein emotionaler Moment. Foto: Thomas Frey (dpa) Abschied von Adler „Attila“ – für Eintracht-Trainer Niko Kovac ein emotionaler Moment.
Frankfurt. 

Als die Euphorie nach dem 3:0 (1.0) gegen den Hamburger SV ein wenig abgeebbt war, richtete Axel Hellmann den Blick aufs Wesentliche. „Wir haben jetzt noch zwei Endspiele“, sagte der Vorstand und Vordenker der Frankfurter Eintracht, „deshalb bin ich mit der Saison jetzt schon total zufrieden“. Die Eintracht spielt am nächsten Samstag auf Schalke um die Europa-League-Teilnahme und eine Woche später in Berlin gegen die Bayern um den DFB-Pokal.

Rechtzeitig für die Finals haben die Frankfurter zurück in die Spur gefunden. „Wir haben heute wieder die Eintracht erlebt, wie sie in der Saison gespielt hat“, sagte Trainer Niko Kovac mit ein wenig Stolz in der Stimme. Laufstark waren die Frankfurter, kampfstark, leidenschaftlich. Die gut 45 000 unter den 51 500 Zuschauern in der ausverkauften Arena, die es mit der Eintracht hielten, feierten nach dem Abpfiff die Mannschaft mit großem Enthusiasmus.

Der Trainer, der diese Mannschaft in den letzten beiden Jahren dahin geführt hat, war dabei nur eine Randfigur. Das war eigentlich ein wenig schade, aber es war von ihm selbst verschuldet. Die Fans der Eintracht hatten sich eine klare Strategie zurechtgelegt: Sie ignorierten Kovac weitgehend. Es gab keine Missfallenskundgebungen wegen der Umstände des Wechsels nach München, es gab aber auch keine Begeisterungsstürme.

Der Stadionsprecher hatte schon beim Verlesen der Aufstellung auf den Namen des Trainers verzichtet. Das sonst übliche TV-Interview vor dem Spiel auf dem Rasen gab es diesmal auch nicht. Die Eintracht-Regie hatte darauf geachtet, dass Kovac nicht ausgepfiffen wird.

Nach dem Spiel, in dem die Mannschaft vieles von dem gezeigt hatte, was ihnen Kovac beigebracht hat, stand er bei den Jubelarien ziemlich alleine da. Die Mannschaft ließ sich vorm Fanblock feiern und Alex Meier wurde frenetisch bejubelt.

Kovac stand irgendwo in der Mitte des Rasens, in Gedanken versunken. Dann nahte die persönliche Rettung. Der Präsident eilte auf den Platz und nahm Kovac in die Arme. Peter Fischer und Kovac drückten sich innig, es sollen auch ein paar Tränen geflossen sein. Die letzten Wochen hätten keinen Einfluss auf den Respekt, den er Niko Kovac entgegenbringe. „Ich habe kein Kurzzeitgedächtnis“, sagte der Präsident, „ich vergesse nicht Nürnberg, ich vergesse nicht die letzte Saison und ich vergesse nicht diese Saison.“ Er wisse genau, wie wichtig Kovac für die Eintracht sei.

Für den war es das letzte Heimspiel. Er schäme sich seiner Tränen nicht. „Ich bin Südländer, ich habe Temperament, ich habe Feuer in den Adern, ich zeige Gefühle“, sagte er, „ich habe hier zwei tolle Jahre erleben dürfen.“ Er sei überzeugt, „den Verein auf ein sportlich höheres Niveau gehoben zu haben“.

Die Diskussionen um ihn persönlich dürften beendet sein, was dem ganzen Verein nach den zwischenzeitlichen Turbulenzen so richtig gut tut. Gegen den HSV hatte der 46 Jahre alte Kroate nochmals ein Gefühl für die Mannschaft unter Beweis gestellt. Er brachte anstelle von Luka Jovic den zuletzt fast in der Versenkung verschwunden Sébastien Haller. Der Franzose erzielte zwar keinen Treffer, war aber an der Entstehung des 1:0 durch Marius Wolf (31.) und des 2:0 durch Omar Mascarell (77.) entscheidend beteiligt. Die Eintracht war wieder Kovacs Eintracht. Schlusswort des Präsidenten: „Niko sagt, wir fahren nach Berlin und wollen den Kübel mitbringen, ich glaube ihm.“

(pes)

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