Lade Login-Box.
E-Paper
Abo & Service Immo Stellen Trauer

SGE zurück aus Abu Dhabi: Eintracht sucht den Erfolgsweg

Von Die Profis des Fußball-Bundesligisten Eintracht Frankfurt mussten in Abu Dhabi mehr schuften als erwartet.
Trainer Armin Veh (mit Kappe) will die Eintracht auch in der Bundesliga wieder zum Erfolg führen.	Foto: Rhode Trainer Armin Veh (mit Kappe) will die Eintracht auch in der Bundesliga wieder zum Erfolg führen. Foto: Rhode
Abu Dhabi.  Weihnachten sei ihm wichtig, hatte Armin Veh leise gesagt, als diese Marathon-Monate voller Strapazen und Rückschläge endlich vorüber waren und der zweiwöchige Urlaub vom Fußball-Geschäft in Sicht kam. Eine Zeit der Besinnlichkeit, aber auch eine Zeit der Besinnung für den Trainer der Frankfurter Eintracht. Veh ging mit sich selbst in Klausur: „Ich bin ganz gerne mal allein. Dann spürst du, wenn du etwas verändern musst. Während so einer Hinrunde hast du dafür doch gar keine Zeit.“

Und nun sitzt er in Abu Dhabi auf der Terrasse eines noblen Hotels. Die Atmosphäre riecht immer noch irgendwie nach Urlaub, und Veh wirkt trotz acht Tagen Trainingslagers im Wüstenstaat entspannt. Aber es hat sich tatsächlich einiges geändert. Und das hängt damit zusammen, dass der Trainer bei seiner Analyse bei sich selbst angefangen hat.
 

Bilderstrecke Eintracht verliert Test gegen Donezk
Die Frankfurter Eintracht ist zum Abschluss des Trainingslagers in Abu Dhabi gegen den ukrainischen Club Schachtar Donezk angetreten. In unserer Fotostrecke sehen Sie Bilder vom Testspiel. Fotos: Hübner (9) Rest: RhodeDa das ursprünglich für den Trainingskick festgelegte Stadion nicht zur Verfügung stand, wurde . . .. . .  die Begegnung kurzerhand auf das Trainingsgelände verlegt.

 

„Ich will nicht sagen, dass wir zu wenig gemacht haben. Aber wir haben im Sommer im Ausdauerbereich nicht optimal gearbeitet“, gibt der Eintracht-Chefcoach unumwunden zu. Dieses Manko, dazu die zahlreichen Verletzungen sowie die Reisestrapazen durch die Europa League hätten letztlich zum Abrutschen in der Tabelle bis auf Platz 15 geführt. „Sieben späte Gegentore – das ist kein Zufall mehr. Wir mussten jetzt mehr machen. So ist jedenfalls mein Eindruck“, sagt Veh.

So kam es zur Verpflichtung von Günter Kern, ein Weggefährte des Trainers aus dem Stuttgarter Meisterjahr 2007. Kern ist Konditions- und Kraftspezialist. Er hat seit Montag im Trainingslager ein schmerzhaftes Regiment geführt. Einige Spieler haben mehr oder weniger laut darüber geflucht. Andere, wie Kapitän Schwegler, haben begriffen, dass die Maßnahmen alternativlos waren. Ein Denken, das sich letztlich bei allen durchgesetzt hat. „Wir haben viel gemacht, was uns helfen kann. Alle haben zu hundert Prozent mitgemacht, keiner hat sich hängen lassen“, zieht Veh als Fazit der Tage von Abu Dhabi.

 

Feinschliff beginnt

 

Doch nun beginnt für den Trainer der Feinschliff vor der Bundesliga-Rückrunde, die am 25. Januar mit dem Heimspiel gegen Hertha BSC beginnt. Es stellt sich die Frage nach dem erfolgversprechendsten Spielsystem und dem adäquaten Personal. In den Tagen von Abu Dhabi konnte man schnell eine Stammformation identifizieren, die sehr viel Ähnlichkeit mit der aus der Vorsaison hat. Was in erster Linie daran liegt, dass Spieler wie Schwegler, Alexander Meier und Stefan Aigner wieder gesund zur Verfügung stehen.

„Erbhöfe gibt es nicht“, betont Veh zwar. Aber Meier und Aigner dürften wegen ihrer Torgefährlichkeit gesetzt sein. „Wir müssen mehr Chancen herausspielen und Tore erzielen, auch von der Sechser-Position aus“, sagt der Trainer. Als linker Flügelmann steht Takashi Inui vor einem dauerhaften Revival, nachdem Veh dem Japaner mit Nachdruck klar gemacht hat, was er von ihm erwartet: „Er läuft jetzt den Gegner so an wie ich will und arbeitet auch nach hinten mit.“

Bei seiner weihnachtlichen Analyse hat der Eintracht-Trainer allerdings auch zwei Problemfälle ausgemacht. Bamba Anderson hat nicht mehr allzu gute Karten für einen Stammplatz in der Innenverteidigung, auch wegen seiner körperlichen Anfälligkeit. Marco Russ und Neuzugang Alexander Madlung (Veh: „Er macht einen richtig guten Eindruck“) stehen bereit.

Und im Sturm muss Vaclav Kadlec sich wohl zunächst hinter Joselu, der in Abu Dhabi einen sehr guten Eindruck hinterließ, und Jan Rosenthal einreihen. „Das ist eine Entwicklung, die er mitmachen muss, weil ein paar Dinge noch fehlen“, sagt Veh über den jungen Tschechen. Kadlec müsse lernen, seinen Körper besser zwischen Ball und Gegner zu bringen. „Aber ich bin der Meinung, dass er ein erstklassiger Spieler werden kann.“

Ohnehin wird jeder Mann gebraucht, bis zum 1. März stehen für die Eintracht neun Partien in Bundesliga, Pokal und Europa League an. „Es kann sein, dass ich innerhalb der Mannschaft eher als in der Vorrunde Wechsel vornehme“, kündigt Veh an. „Ich musste die Spieler erst kennenlernen. Einige kommen nicht damit klar, alle drei Tage ein Spiel zu machen.“

Für den einen oder anderen gibt es allerdings auch eine gute Nachricht: Günter Kern hat seine Mission vorerst erfüllt. Nach der Rückkehr aus Abu Dhabi wird er das Eintracht-Trainerteam bald wieder verlassen.
 

Alexander Meier (links) ist wieder fit, hier im Zweikampf mit Donezk-Profi Eduard Sobol.	Foto: dpa
Zum Abschluss 0:1 gegen Donezk

Die Mannschaft hat im Trainingslager in Abu Dhabi hart gearbeitet, die Belohnung durch einen Sieg in den Testspielen ist allerdings ausgeblieben.

clearing


 

Zur Startseite Mehr aus Eintracht im Trainingslager

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutzRSS

© 2016 Frankfurter Neue Presse