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1. FFC Frankfurt: Das Team ist der Star: Der frühere Spitzenclub muss kleine Brötchen backen

Von Finanziell kann der einstige Spitzenclub der Frauen-Bundesliga schon lange nicht mehr mit der Konkurrenz mithalten. Jetzt bauen die Verantwortlichen des 1. FFC Frankfurt auf den Teamgeist.
Trainer Matt Ross gibt Kathrin Hendrich, einzige deutsche Nationalspielerin im Kader, Anweisungen. Foto: Peter Hartenfelser (Peter Hartenfelser) Trainer Matt Ross gibt Kathrin Hendrich, einzige deutsche Nationalspielerin im Kader, Anweisungen.

15 Jahre lang waren die Saisonziele des 1. FFC Frankfurt klar formuliert: Gewinn der nationalen Meisterschaft, Finalteilnahme in der Champions League und im DFB-Pokal. 20 nationale und internationale Titel zieren den Briefkopf des eigenständigen Frauen-Fußballvereins. Doch die goldenen Zeiten sind unwiderruflich vorbei. Der statistisch gesehen immer noch erfolgreichste europäische Club des Frauenfußballs muss vor der am 3. September beginnenden Bundesliga seine Erwartungen herunter schrauben.

„Sich in der oberen Tabellenhälfte positionieren“, gibt Trainer Matt Ross als Ziel aus. Platz drei bis fünf sei realistisch. „Wenn es unseren erfahrenen Spielerinnen gelingt, in die Führungsrolle hineinzuwachsen und unsere Talente sich gut entwickeln, könnten wir mit einem starken Teamgeist auch mehr erreichen und vielleicht ganz oben anklopfen“, ist Siegfried Dietrich, Manager und Investor des Frauen-Bundesligisten, verhalten optimistisch.

„Die Geister, die ich rief, die werde ich nicht mehr los“: So wie Goethes Zauberlehrling muss sich auch Dietrich fühlen. Als Ligasprecher war der 60 Jahre alte Vermarkter nimmermüde, ein verstärktes Engagement von Männer-Profivereinen zu fordern. Nur so könne sich der Frauenfußball weiter entwickeln und endlich an Popularität gewinnen.

Ein Blick auf die Champions League offenbart, dass seine Vision Wirklichkeit geworden ist. Beherrscht wird die europäische Königsklasse mittlerweile von Clubs wie Olympique Lyon, Paris St. Germain, Manchester City, FC Barcelona, Bayern München und VfL Wolfsburg. Gut dabei waren auch Chelsea, Twente Enschede, Athletic Bilbao, FC Zürich, Sparta Prag und Slávia Prag. Auch Arsenal engagiert sich stark bei den Frauen. Für die reinen Frauen-Vereine wie den 1. FFC Frankfurt oder Turbine Potsdam, die ein Jahrzehnt lang die deutsche Szene – und weitgehend auch die europäische – beherrscht haben, ist es sehr schwer geworden, da mitzuhalten. „Als Förderer des Frauenfußballs“ ist Dietrich nach wie vor froh über diese Entwicklung. „Aus Sicht des Vereins weiß ich aber, dass es ein völlig ungleicher Wettbewerb ist. Wir müssen uns jeden Cent selbst verdienen.“

Das ist zwar immer noch ein ordentlicher Batzen. Rund 1,6 Millionen Euro beträgt der Etat des 1. FFC Frankfurt. Aber immer noch wenig im Vergleich zu den Summen, die dem FC Bayern München, Wolfsburg und neuerdings auch dem SC Freiburg zur Verfügung stehen. Und so war es keine überraschende Entwicklung, dass die Frankfurterinnen ihre Starspielerinnen nicht mehr halten konnten. Von den Protagonisten, die am 14. Mai 2015 zum vierten und vorerst letzten Mal mit dem FFC Frankfurt die Champions League gewannen, stehen nur noch vier Akteurinnen am Brentanobad unter Vertrag. Und die anderen? Melanie Behringer und Simone Laudehr wechselten zum Beispiel nach München, wohin es nun auch Mandy Islacker, die Torschützenkönigin der beiden letzten Bundesliga-Runden, zog. Und Saskia Bartusiak, der „letzte Mohikaner“ aus der großen Ära des 1. FFC, beendete im Frühjahr ihre Karriere. „Wir haben genügend Spielerinnen, die in die Führungsrolle hineinschlüpfen können“, betont Dietrich dennoch. Da seien in erster Linie die neue Spielführerin Marith Prießen, die Europameisterin Jackie Groenen, die Schweizerin Ana-Maria Crnogorcevic, Nationalspielerin Kathrin Hendrich und, wenn sie die Sprache ein wenig erlernt, die Japanerin Kumi Yokoyama, gefragt.

Der Kader des FFC Frankfurt

Tor: Desirée Schumann, Cara Bösl, Bryane Haeberlein – Abwehr: Marith Prießen, Kathrin Hendrich, Cecilie Sandvej, Laura Störzel,

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Von der 24-Jährigen aus Nagano verspricht sich Ross sehr viel. Sie soll gemeinsam mit der Last-Minute-Verpflichtung Lily Egg aus England für Tore sorgen. Da der Coach wegen der Europameisterschaft seinen kompletten Kader erst in der Schlussphase der Vorbereitung zur Verfügung haben wird, verzichtet er zunächst auf komplizierte Systeme. „Es würde keinen Sinn machen, drei bis vier Systeme spielen zu wollen, bevor sie richtig einstudiert werden können. Wir werden zunächst ein 4-4-2 spielen. Und erst im Lauf der Saison Neuheiten einführen“, so Ross.

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