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1. FFC Frankfurt: Die Champions League im Blick

Einen Sieg im Nachholspiel gegen die SGS Essen am 11. Februar vorausgesetzt, wäre der Frauenfußball-Bundesligist 1. FFC Frankfurt nach der Saisonhälfte immer noch auf Schlagdistanz zu den Champions-League-Plätzen. In der Rückrunde kommen alle vier Konkurrenten im Kampf ums internationale Geschäft nach Frankfurt. Zu Beginn der Vorbereitung beleuchtet unser Mitarbeiter Michael Löffler gemeinsam mit Trainer Niko Arnautis den aktuellen Stand der Dinge.
Will mit dem FFC wieder zurück nach oben: Trainer Niko Arnautis. Foto: Sven Leifer (imago sportfotodienst) Will mit dem FFC wieder zurück nach oben: Trainer Niko Arnautis.

  Was gibt’s Neues beim 1. FFC? Der Vertrag mit der U 20-Nationalspielerin Tanja Pawollek wurde vorzeitig bis 2021 verlängert. In die sechswöchige Vorbereitung eingebunden sind aus der Zweitliga-Mannschaft Innenverteidigerin Sophia Kleinherne (17), Mittelfeldspielerin Lea Schneider (17) sowie Stürmerin Shekiera Martinez (16), die auch Einsätze erhalten werden. „Wir wollen sehen, wie weit sie sind“, sagt Arnautis, der dem Trio vom Potenzial her die Bundesliga zutraut.

  Die Vorbereitung: Der Höhepunkt ist ein fünftägiges Trainingslager in Lloret de Mar (29. Januar bis 2. Februar). In Andalusien wird gegen den spanischen Erstligisten Espanyol Barcelona gespielt. Am 21. Januar nimmt der 1. FFC Frankfurt am Hallencup in Rauenberg teil. Gruppengegner sind unter anderem die Bundesligisten SC Freiburg und SC Sand. Draußen wird zweimal auf dem Kunstrasen gegen Zweitligisten getestet, die Generalprobe für die Bundesliga erfolgt am 4. Februar gegen den Zweiten der Schweiz, den FC Basel. „Zum ersten Mal seit meinem Amtsantritt am 29. September haben wir auch Gelegenheit, verschiedene Systeme ausführlich einzustudieren, wozu man während des Spielbetriebs keine Zeit hatte“, sagt Niko Arnautis, der dabei auch einzelne Spielerinnen auf anderen als den angestammten Positionen ausprobieren will.

  Die Form: Die ersten Eindrücke stimmen den Coach positiv. „Die Akkus sind nach der Winterpause wieder aufgeladen. Auf das bereits Erarbeitete können wir aufbauen, brauchen nicht bei Null anzufangen.“

  Die Entwicklung unter Niko Arnautis: „Sehr gut“, so der Coach. Obwohl es schwer sei, mitten in der Runde als Trainer einzusteigen, habe sich die Mannschaft ständig weiterentwickelt. „In allen Belangen. Vor allem im Spiel gegen den Ball.“ Die Mannschaft sei eine Einheit, auf und neben dem Platz. Die Routiniers würden immer mehr in die Führungsrolle hineinwachsen, übernehmen mehr Verantwortung.

  Die Probleme: Theresa Panfil, seit September 2015 wegen zweier Kreuzbandrisse außer Gefecht, musste sich vor Weihnachten erneut einem kleinen Eingriff unterziehen, sodass sich ihr angedachtes Comeback verschiebt. Saskia Matheis (Pfeiffersches Drüsenfieber) ist noch nicht voll belastbar. Ansonsten sind alle fit. Die Mannschaft muss in der Rückrunde variabler spielen und mehr Torgefährlichkeit hinbekommen.

  Der nächste Höhepunkt: Das Viertelfinale im DFB-Pokal am 14. März am Brentanobad gegen Turbine Potsdam ist e in Traum-Los, der Frauenfußball-Klassiker schlechthin. Meistens torreiche Begegnungen. Eine offene Angelegenheit. Die Chancen stehen bei 50:50.

  Die Prioritäten: Beide Wettbewerbe. Im DFB-Pokal stand der 1. FFC 2014 bei seinem neunten Pokal-Triumph zum 14. Mal im Finale. Um nach Köln zu kommen, bedarf es eines Sieges gegen Potsdam und etwas Losglück. Das dürfte aber leichter sein, als die Champions League zu erreichen. Die Qualifikation dafür stand gar nicht auf dem Wunschzettel, wenn man aber auf Schlagdistanz ist, würde man beim 1. FFC den dafür benötigten zweiten Platz gern mitnehmen. „Für mich zählen in erster Linie eine gute Vorbereitung und ein gelungener Start in den Rest der Saison. Wir müssen die hinter uns in der Tabelle liegenden Konkurrenten erst einmal schlagen. Dann sehen wir in der Schlussphase, wenn die dicken Brocken kommen, was geht“, sagt Niko Arnautis.

  Deutscher Frauenfußball: Die Nationalmannschaft konnte zuletzt nicht überzeugen, muss nach der in Wiesbaden erlittenen 2:3-Niederlage gegen Island sogar erstmals um das Ticket für die Weltmeisterschaft bangen. Arnautis findet, dass alles zu schwarz gemalt wird. Dass man in einem Europameisterschafts-Viertelfinale ausscheidet, sei kein Weltuntergang. Dies passiere jeder Fußball-Nation, egal ob bei Männern oder Frauen. Zuletzt habe man souverän Frankreich geschlagen, der deutsche Frauenfußball sei nach wie vor internationale Spitze. Arnautis zweifelt nicht an der WM-Qualifikation, empfindet auch die Bundesliga nach wie vor als die stärkste Liga in Europa. Frankreich, Spanien oder England hätten einzelne finanzkräftige Profi-Vereine, dahinter klaffe aber jeweils eine große Lücke. Die Bundesliga habe im VfL Wolfsburg einen potenziellen Kandidaten auf den Champions-League-Triumph und sei in der Breite wesentlich stärker.

  Das sagt Manager Siggi Dietrich zur Entwicklung des FFC: „Als langjähriger Vorreiter des Frauenfußballs in Deutschland und Europa haben wir aktuell einen Weg eingeschlagen, der unseren finanziellen Rahmenbedingungen entspricht, aber durchaus mit Blick auf die stark aufgestellten Lizenzvereine Spielraum für Erfolg bietet. Mit einer klaren Philosophie, einem perspektivisch gut zusammengestellten Team und unseren engagierten Sponsoren wollen wir von der Basis her etwas Neues entwickeln und zeigen, dass man als reiner Frauenfußballverein weiterhin Emotionen auslösen und Fans begeistern kann.“

  Die Prognose: Im Moment steht der 1. FFC Frankfurt besser als vor der Saison erwartet da. Die Kader von Bayern München und Wolfsburg sind wesentlich stärker, beide Teams haben sich in der Winterpause zudem mit internationalen Größen noch einmal verstärkt. Auch die Kader des SC Freiburg und von Turbine Potsdam scheinen auf dem Papier höhere Qualität zu haben. Der 1. FFC Frankfurt wird lange oben bleiben, am Ende aber einen der drei Plätze hinter den Champions-League-Qualifikanten belegen. Das Know-how und ordentliche Finanzen sind am Brentanobad vorhanden, um sich noch ein, zwei Jahre oben zu halten. Sollten im Sommer eine oder zwei Leistungsträgerinnen hinzu kommen, könnte sich die junge Mannschaft für die kommende Saison wieder zu einem Spitzenteam entwickeln. Auf die Dauer wird sie jedoch den großen Vereinen weichen müssen.

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