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Skandalöses Ende

Die Frankfurterinnen übernahmen mit diesem Erfolg die Führung in der Bundesliga. Potsdam erwies sich aber als schlechter Verlierer.
In der Nachspielzeit erlitt Siegtorschützin Lira Bajramaj mit Verdacht auf Kreuzbandriss das gleiche Schicksal.	Foto: Hübner In der Nachspielzeit erlitt Siegtorschützin Lira Bajramaj mit Verdacht auf Kreuzbandriss das gleiche Schicksal. Foto: Hübner
Potsdam. 

Der 1. FFC Frankfurt konnte nach sechs Jahren erstmals wieder ein Spiel der Frauenfußball-Bundesliga im Potsdamer Karl-Liebknecht-Stadion gewinnen. 4120 Zuschauer sahen ein flottes Spitzenspiel, das kampfbetont, spannend und bis zur letzten Sekunde offen war. Die Schlussphase war an Dramatik und Turbulenz kaum zu überbieten. Nachdem die Gäste nach einer verdienten Führung durch Kerstin Garefrekes (59.) zwischenzeitlich die Übersicht verloren und den Ausgleich durch die starke Japanerin Yuki Ogimi (71.) hinnehmen mussten, stand es in der 89. Minute 1:1. Dann prallten die Potsdamerinnen Alexandra Singer und Stefanie Mirlach bei einem Abwehrversuch unglücklich mit den Köpfen zusammen.

Die Partie musste für mehrere Minuten unterbrochen werden. Selbst das Ärzte-Team aus Frankfurt half bei der Notversorgung der Spielerinnen, die auf der Trage den Platz verlassen mussten. Nachdem Schiedsrichterin Riem Hussein das Spiel wieder angepfiffen hatte, musste Potsdam, weil das Auswechselkontingent erschöpft war, mit neun Akteurinnen auskommen.

Frankfurt nutzte die Gunst der Stunde. Ana-Maria Crnogorcevic spielte den Ball mit der Hacke in die Mitte, wo Lira Bajramaj zur Stelle war und den alles in allem zwar glücklichen, aber verdienten Siegtreffer erzielte. Nur eine Minute später musste die Torschützin nach einem harten Foul von Tabea Kemm mit Verdacht auf einen Kreuzbandriss ebenfalls das Spielfeld auf der Trage verlassen. Erst nach 11 Minuten und 42 Sekunden Nachspielzeit wurde das turbulente Gipfeltreffen beendet.

Die Potsdamer erwiesen sich dann allerdings als schlechte Verlierer. Das Gäste-Team wurde beschimpft, weil es nach der schuldlosen Verletzung der Turbine-Duos normal weiter gespielt hatte. Siegfried Dietrich wurde auf der Bank mit Gegenständen beworfen: "Wir wurden bespuckt, von einer Vereins-Offiziellen als Scheiß-FFC beschimpft", sagte ein noch Stunden nach dem Abpfiff geschockter FFC-Manager. Turbine-Trainer Bernd Schröder goss noch Öl ins Feuer: "Der Hass zwischen beiden Teams ist wieder geschürt worden. Das hätte nicht sein müssen, wenn die Schiedsrichterin abgepfiffen hätte." Dazu bestand allerdings laut Regeln kein Anlass.

Die Potsdamerin Alexandra Singer erlitt ein Schädel-Hirn-Trauma und musste im Krankenhaus von Potsdam bleiben. Ihre Teamkollegin Stefanie Mirlach erlitt eine schwere Gehirnerschütterung und 10 Zentimeter lange Platzwunde am Kopf davon davon. Sie konnte das Hospital allerdings verlassen. löf

1. FFC Frankfurt: Angerer – Krieger, Schmidt, Bartusiak, Peter – Garefrekes, Kulig, Smisek (79. Crnogorcevic), Behringer (46. Bajramaj) – Wich (67. Huth), Marozsán. – SR: Riem Hussein (Bad Harzburg) – Zuschauer: 4120. – Tore: 0:1 Garefrekes (59.), 1:1 Ogimi (71.), 1:2 Bajramaj (90 + 6.). – Gelbe Karten: Kulig, Smisek.

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