Knackpunkt Strafstoß

Spitzenreiter Stuttgarter Kickers triumphierte mit 4:2 am Bornheimer Hang und baute die Führung in der Fußball- Regionalliga Süd aus.
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Frankfurt. 

Die Pleite war nicht mal eine halbe Stunde her, da fischten die Eintracht-Verantwortlichen Armin Kraaz und Oscar Corrochano nach dem Positiven. Wichtig sei vor allem, dass die Zweitliga-Mannschaft gegen Dresden eine weitere Prüfung auf dem Weg zurück in die Erstklassigkeit bestand und die U 19 sich heute Mittag gegen Kaiserslautern im Bundesliga-Abstiegskampf bewährt.

Die Niederlage gegen die Kickers schien nur ein Schönheitsfehler zu sein im Gesamtwerk Eintracht Frankfurt. "Es ist vor allem enttäuschend für die Jungs", meinte der Sportliche Leiter Kraaz. Das ist nachvollziehbar, denn nicht die sportliche Leitung und der Trainerstab hatten das Ziel Aufstieg in der Winterpause ausgegeben, sondern die Mannschaft. Trotzdem will Kraaz noch nicht von einer Entscheidung gegen die Eintracht im Titelrennen sprechen. "Aufgegeben wird noch nicht", betonte er. Wenngleich der 47-Jährige nicht verhehlte, dass sieben Punkte Rückstand auf die Kickers schon immens viel sei. Gerade weil Stuttgart "eine stabile Mannschaft" habe.

Dies war allerdings im ersten Spielabschnitt häufig nicht der Fall. Die Eintracht übte sofort Druck aus, das schmeckte den Schwaben überhaupt nicht. Ihre Aufbauarbeit machten sich die Riederwälder aber rasch zunichte. Nach einem Fehler in der Deckungszentrale ging Marco Grüttner auf und davon und überlistete Eintracht-Torwart Aykut Özer mit einem präzisen Schuss ins lange Eck (11.).

Die SGE ließ sich davon aber nicht beirren. Abassin Alikhil zwang Özers Torhüterkollege Günay Güvenc zu einer Parade, den fälligen Eckstoß verwertete Daniel Di Gregorio per Kopf zum 1:1 (20.). Das Team von Corrochano riss die Initiative an sich. Während Alikhil nochmals aus der Distanz scheiterte (23.), setzte sich Torjäger Elia Soriano clever im Zweikampf gegen Julian Leist durch und wuchtete aus 13 Metern ein (38.).

Doch das Eintracht-Glück hielt nicht lange. Nach einem Pass in den Strafraum brachte Özer Grüttner zu Fall. Den Elfmeter verwandelte Leist sicher – danach bittete Referee Tobias Christ (Münchweiler) sofort zur Halbzeit. "Wir sind sehr glücklich mit dem 2:2 in die Pause gegangen", konzedierte Kickers-Trainer Dirk Schuster.

Özer lief in der zweiten Halbzeit nicht mehr auf, bei dem missglückten Rettungsversuch verletzte er sich. Seine Teamkollegen versuchten derweil wieder in Führung zu gehen. Dimitrij Nazarovs Treffer wurde allerdings nicht anerkannt, da ein im Abseits stehender Eintracht-Akteur Keeper Güvenc irritierte (49.). In der Folgezeit übernahm der Ex-Bundesligist aus Degerloch immer mehr die Initiative.

So prüften Grüttner (59.) und Vincenzo Marchese (69.) den eingewechselten Torwart Mario Miltner. Nur zwei Minuten später patzte der ehemalige Homburger, als er sich bei einem Freistoß von Marchese verschätzte – Marcel Ivanusa hatte leichtes Spiel. Marcel Brandstetter machte schließlich mit einem genauen Flachschuss alles klar, nachdem er das Laufduell gegen Denis Streker gewonnen hatte (80.). "Katastrophale individuelle Fehler", so Coach Corrochano, hätten zu der "bitteren Niederlage" geführt. "Insgesamt gesehen hat meine Mannschaft aber ein gutes Spiel gezeigt." Ein schwacher Trost, denn die Schwaben sind jetzt erst einmal außer Reichweite.

Eintracht Frankfurt U 23: Özer (46. Miltner) – Schaaf, Di Gregorio (72. Pokar), Cimen, Jung – Streker – Wolfert (63. Albayrak), Alikhil, Nazarov, Alvarez – Soriano. – Stuttgarter Kickers: Güvenc – Auracher, Fennell, Leist, Becker – Ivanusa (77. Pala), Savranlioglu (63. Jatta) – Türpitz (46. Gerster), Marchese, Brandstetter – Grüttner. – SR: Christ (Münchweiler). – Zuschauer: 350. – Tore: 0:1 Grüttner (11.), 1:1 Di Gregorio (20.), 2:1 Soriano (38.), 2:2 Leist (45., Foulelfmeter), 2:3 Ivanusa (71.), 2:4 Brandstetter (80.).

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