"Man soll nie aufgeben"

Sollten sich die A-Jugendfußballer des FSV Frankfurt in den Aufstiegsspielen gegen den FK Pirmasens am Samstag und am 16. Juni durchsetzen, hätte Trainer Slobodan Komljenovic zum zweiten Mal in Folge eine Mannschaft in eine Junioren-Bundesliga geführt.
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Frankfurt. 

Vergangenes Frühjahr war das dem Ex-Profi von Eintracht Frankfurt mit der B-Jugend der Bornheimer gelungen. Er zog dann mit 15 Spielern zur U19 weiter und wurde dort mit seinem Team ganz souverän Hessenmeister. Über die Aussichten seines Teams, seine Pläne für die Zukunft und sein Verhältnis zur niederländischen Nationalmannschaft sprach Komljenovic mit Roland Stipp.

Herr Komljenovic, erstmal Glückwunsch zur Hessenmeisterschaft. Vollendet ist die Saison aber noch nicht. . .

SLOBODAN KOMLJENOVIC: Vielen Dank. Nein, wir haben in der Tat noch zwei sehr wichtige Spiele vor uns. Und es wäre wirklich schade, wenn wir nach so einer starken Saison nicht den Aufstieg schaffen würden.

Das müssen ja schon ganz außergewöhnliche Spieler des Jahrgangs 1994 sein: Als jüngerer Jahrgang so überlegen Hessenmeister zu werden, da gehört schon was dazu.

KOMLJENOVIC: Ja, das stimmt. Die Mannschaft hat sich schon in der letzten Saison gefunden als sie sich für die U17-Bundesliga qualifiziert hat. Davon haben wir jetzt natürlich profitiert. Diesmal war das Ziel, im ersten Jahr den Aufstieg zu schaffen, damit die Jungs die Bundesliga im zweiten Jahr selbst genießen können. Körperlich hat man natürlich manchmal gemerkt, dass viele Gegner ein Jahr älter waren, das macht im Jugendbereich viel aus. Aber meine Mannschaft war offensiv und mental so stark, dass sie auf alles eine Antwort gefunden hat.

Letzten Sommer kamen einige wenige sehr gute 1993er dazu. Wie muss man sich die Kaderplanung denn vorstellen? Wurden da einfach die Reste vom Vorjahr mit den Aufrückern aus der B-Jugend gemischt oder wurde im großen Stil gesichtet?

KOMLJENOVIC: Wir mussten leider sogar ein paar 1993er wegschicken, weil wir ja mit einer jungen Mannschaft spielen wollten. Drei Mann haben wir aber aus der alten A-Jugend behalten und einige wenige von außerhalb geholt, zum Beispiel Kokolo Baku aus Darmstadt.

Das heißt, es waren in der Region noch Spieler von hoher Qualität unterwegs, die man bei den noch größeren Vereinen nicht als förderungswürdig erachtet hat?

KOMLJENOVIC: Es wird immer einer übersehen oder einer ist bereit, seine zweite Chance zu nutzen. Wir haben auch ein paar Spieler mit Eintracht-Vergangenheit. Das ist der Beweis, dass man nie aufgeben soll, bloß weil man mal wo durchgefallen ist. Und vielleicht sehe ich ja in dem einen oder anderen Spieler etwas, worauf man anderswo nicht so Wert legt? Fest steht aber, dass wir keine Chance haben, wenn die Eintracht ruft, oder Mainz oder Hoffenheim. Und weil wir kein Internat haben, können wir nur Jungs aus der unmittelbaren Umgebung nehmen. 90 Prozent unserer Spieler sind echte Frankfurter Jungs.

Wie stark schätzen Sie den FK Pirmasens ein, der sich als Meister der Regionalliga Südwest für die Aufstiegsspiele qualifiziert hat – in Abwesenheit des 1. FC Kaiserslautern und des 1. FC Saarbrücken, die gerade beide aus der Bundesliga abgestiegen sind?

KOMLJENOVIC: Ich meine die Hessenliga ist extrem stark und es ist eine Schande, dass der Meister nicht direkt aufsteigt, sondern sich erst noch qualifizieren muss. Aber Pirmasens darf man nicht unterschätzen. Meister muss man auch da erst einmal werden. Wir sind vielleicht leicht favorisiert, aber man hat ja gerade an Chelsea gesehen, dass man nicht unbedingt die bessere Mannschaft sein muss, um zu gewinnen. Wir müssen noch zweimal unsere Topleistung bringen.

Apropos Topleistung: Sie haben nicht nur 210 Bundesligaspiele, sondern auch 24 Länderspiele für Jugoslawien gemacht, davon je drei bei Welt- und Europameisterschaften. Holland war dabei nicht gerade ihr Lieblingsgegner oder?

KOMLJENOVIC: Nein, wirklich nicht. Ich würde sogar sagen, ich habe eine absolute Orange-Allergie. Wir sind bei der WM in Frankreich im Viertelfinale gegen die rausgeflogen und bei der EM 2000 auch. Damals in Rotterdam haben wir 1:6 verloren.

Werden Sie die FSV-A-Jugend auf jeden Fall auch in der kommenden Saison betreuen? Und wo wollen Sie als Trainer hin?

KOMLJENOVIC: Ich habe noch nicht unterschrieben, aber wir haben uns schon geeinigt. Ich mache also weiter und hoffe, es wird in der Bundesliga sein. 2013 will ich die Fußballlehrer-Lizenz machen und natürlich irgendwann eine Senioren-Mannschaft trainieren. Vielleicht klappt es da ja auch mal, dass ich in den Top-Bereich komme.

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Sollten sich die A-Jugendfußballer des FSV Frankfurt in den Aufstiegsspielen gegen den FK Pirmasens am Samstag und am 16. Juni durchsetzen, hätte Trainer Slobodan Komljenovic zum zweiten Mal in Folge eine Mannschaft in eine Junioren-Bundesliga geführt.
http://www.fnp.de/sport/frankfurt/Man-soll-nie-aufgeben;art701,330941
09.06.2012, 02:59
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