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Das Ende einer Reise

Von Nach neun Jahren verabschiedete sich der insolvente FSV Frankfurt am Samstag aus dem Profifußball. Im Anschluss an die 1:4-Niederlage beim Drittligisten SV Wehen Wiesbaden flossen bei den Bornheimern allerdings keine Tränen mehr.
Abschiedsstimmung beim FSV Frankfurt: Sportdirektor Roland Benschneider, Teammanager Mikayil Kabaca, Torwarttrainer Norbert Lorz, Cotrainer Thomas Stickroth sowie Chefcoach Gino Lettieri (von links). Foto: Reinhard Roskaritz (www.bild-pressehaus.de) Abschiedsstimmung beim FSV Frankfurt: Sportdirektor Roland Benschneider, Teammanager Mikayil Kabaca, Torwarttrainer Norbert Lorz, Cotrainer Thomas Stickroth sowie Chefcoach Gino Lettieri (von links).
Wiesbaden. 

Am Ende verdunkelte sich für einen kurzen Moment sogar der Himmel über Wiesbaden, als kurz nach dem Abpfiff im Block der knapp 400 mitgereisten Anhänger des FSV Frankfurt eine Rauchbombe gezündet wurde. Schwarzer Qualm zog nach dieser unsinnigen Aktion durch die Wiesbadener Britta-Arena, wo um genau 15.10 Uhr die neun Jahre währende Reise der Bornheimer durch den deutschen Profifußball nach dem energischen Abpfiff von Schiedsrichter Tim Skorczyk offiziell beendet war.

Der FSV Frankfurt hatte auch sein letztes Spiel in der Dritten Liga mit 1:4 beim hessischen Rivalen SV Wehen Wiesbaden verloren und war nur zwölf Monate nach dem Abstieg aus der Zweiten Bundesliga auch aus der Drittklassigkeit abgestiegen. Als abgeschlagenes Schlusslicht und mit einem immensen Schuldenberg, der dazu führte, dass die Bornheimer, die nach ihrem Aufstieg im Frühsommer 2008 acht Jahre in Folge dem Bundesliga-Unterhaus angehörten, am 11. April Insolvenz anmelden mussten.

Bürgschaft hinterlegt

Und während der beißende Rauch so langsam abzog, stand ein Mann gedankenverloren auf dem Rasen des schmucken Stadions, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, den Club aus dem Frankfurter Osten vor dem völligen Absturz zu bewahren. Der 56 Jahre alte Michael Görner, seit seiner Kindheit dem Club emotional verbunden und seit einigen Wochen zum zweiten Mal Präsident des FSV Frankfurt, arbeitet gemeinsam mit Fabio Algari, dem vorläufigen Insolvenzverwalter, sowie einer Handvoll an Mitstreitern daran, zumindest halbprofessionelle Strukturen am Bornheimer Hang zu erhalten, um in der kommenden Saison in der viertklassigen Regionalliga Südwest so etwas wie einen Neuanfang zu starten.

„Wir sind nach wie vor sehr optimistisch, dass wir die Regionalliga stemmen können“, sagte Görner, der am Rande der Partie in Wiesbaden bestätigte, dass der FSV eine Bankbürgschaft über 35 000 Euro hinterlegt hat, um die Spielberechtigung für die Regionalliga zu erhalten.

Außerdem hat Görner nach Absprache mit Algari die Planungen für den sportlichen Bereich in Angriff genommen (Görner: „Der Zeitpunkt ist dringlich“) und Gespräche mit Spielern und Kandidaten für den Trainerposten geführt. Eine Mammutaufgabe, denn bis auf die Jungprofis Nahom Gebru, Mateo Andacic, Leon Hammel und Mohamed Morabet werden alle Spieler den FSV ebenso verlassen wie Sportdirektor Roland Benschneider und Chefcoach Gino Lettieri, der nach eigenen Angaben einen neuen Club gefunden hat, sich aber noch nicht konkret dazu äußern wollte, weil er erst am 29. Mai dort offiziell vorgestellt wird.

Über den neuen Trainer eines möglichen Regionalligisten FSV Frankfurt, der nach den Vorstellungen von Görner jung und aus der Region stammen sollte, gibt es natürlich auch schon die ersten Spekulationen. Namen wie Alexander Conrad, Slobodan Komljenovic, oder Oscar Corrochano werden da in der Gerüchteküche bereits gehandelt, Görner wollte sie nicht kommentieren.

Fakt ist allerdings, dass der FSV in der Regionalliga keinen sportlichen Leiter mehr beschäftigen würde. Dessen Aufgaben soll, so die Vorstellungen des FSV-Präsidenten, der bisherige Teammanager Mikayil Kabaca übernehmen. „Er würde uns gut zu Gesicht stehen“, sagt Görner über den früheren Spieler des FSV, der seit fast einem Jahrzehnt unter den verschiedensten Trainern wertvolle Arbeit im Hintergrund geleistet hat. Allerdings liegen Kabaca auch Offerten anderer Clubs vor. Verlassen wird die Bornheimer Andreas Horneff, der im Nachwuchsleistungszentrum des FSV Frankfurt als Leiter Organisation fungierte und den es zur Frankfurter Eintracht zieht.

Noch ungeklärt ist die Frage, ob der FSV Frankfurt auch weiterhin Betreiber des Stadions am Bornheimer Hang bleibt. Insolvenzverwalter Algari hat der Stadt Frankfurt, der die Bornheimer 235 000 Euro schulden, einen Finanzplan vorgelegt, der nun geprüft wird.

Keine zweite Mannschaft

Kein Thema ist nach Aussage von Görner die Neugründung einer zweiten Mannschaft, die der FSV vor drei Jahren aus Kostengründen abgemeldet hatte. In der Regionalliga ist dies auch nicht notwendig, um die Zulassung für den Spielbetrieb zu erhalten.

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