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FSV Frankfurt: Dem Abstieg ganz nah

Von Das sportliche Schicksal des FSV Frankfurt steht fest: Er wird den freien Fall aus der Zweiten Fußball-Bundesliga in die Regionalliga Südwest wohl kaum noch verhindern können. Aber sind die Bornheimer überhaupt in der Lage, sich die Viertklassigkeit zu leisten? Schließlich droht dem Club bekanntlich die Insolvenz.
Bornheimer Frust: Fabian Graudenz ist zu Boden gesunken, um die Niederlage zu verarbeiten. Marc Vucinovic vom SC Paderborn hingegen verlässt aufrecht den Rasen. Foto: Reinhard Roskaritz (www.bild-pressehaus.de) Bornheimer Frust: Fabian Graudenz ist zu Boden gesunken, um die Niederlage zu verarbeiten. Marc Vucinovic vom SC Paderborn hingegen verlässt aufrecht den Rasen.
Frankfurt. 

Kein Bild hätte die Situation des FSV Frankfurt besser darstellen können: Michael Görner konnte einfach nicht mehr hinsehen und vergrub den Kopf in seinen Händen, nachdem der Finne Roope Riski Sekunden vor dem Halbzeitpfiff die Führung für den SC Paderborn erzielte hatte.

Görner, der seit knapp Wochen als neuer Präsident verzweifelt versucht, den Fußball-Drittligisten vor dem Kollaps zu bewahren, wusste wohl schon jetzt, dass die Bornheimer auch diese Begegnung verlieren werden und ihrem sportlichen Schicksal nicht mehr entgehen können. Knapp eine Stunde später war die Niederlage der Frankfurter nach zwei weiteren Treffern von Marcus Piosesek (65. und 76. Minute) dann auch besiegelt, die Mannschaft von Cheftrainer Gino Lettieri rutschte auf den vorletzten Platz des Klassements ab und weist bei noch sechs ausstehenden Spielen einen Rückstand von fünf Punkten auf einen Nichtabstiegsplatz auf.

Nicht blauäugig

„Wir sind nicht blauäuig, jetzt wird es sehr schwer“, sagte Lettieri nach dem verlorenen Duell beim Leidensgenossen aus Paderborn, der wie der FSV in der abgelaufenen Spielzeit noch dem Bundesliga-Unterhaus angehörte und die Hessen in der Tabelle überflügelte, sportlich aber kaum besser dasteht, weil den Ostwestfalen vier Punkte zum rettenden Ufer fehlen. Für den SC Paderborn wäre es übrigens der dritte Abstieg in Folge, der allerdings keinen finanziellen Kollaps zur Folge hätte. Ganz im Gegensatz zum FSV Frankfurt. Dort hatten Görner und sein Mitstreiter, der neue Vizepräsident Stephan Siegler, bei ihrem Amtsantritt wohl noch gehofft, dass man die Klasse hält und mit Hilfe eines finanziellen Kraftaktes auch die Lizenz für die Dritte Liga bekommt. Mittlerweile allerdings haben Görner und Siegler nach Sichtung der Unterlagen erkannt, in welch dramatischer Situation sich der frühere Vorzeigeclub befindet. „Wir haben ganz fundamentale Probleme“, sagte Görner am Donnerstagabend auf einem Treffen mit Fans und Mitgliedern des langjährigen Zweitligisten, und sprach vor der „größten Krise der Vereinsgeschichte“.

Nicht wie Kassel

Vieles deutet nun daraufhin, dass der FSV Frankfurt in den kommenden Tagen einen Antrag auf Insolvenz seiner GmbH und auch des Gesamtvereines stellen wird, die eine Schuldenlast von möglicherweise über drei Millionen aufweisen sollen. In diesem Fall, so erklärte Siegler am Donnerstag, sei ein Neuanfang in der achten Liga, wie ihn 1998 der KSV Hessen Kassel nach seinem Konkurs startete, kein Thema. Siegler und Görner würden einen Verbleib in der Regionalliga Südwest bevorzugen, für den man aber auch einen Gesamtetat von mindestens 1,5 bis zwei Millionen Euro benötigt. Sollten die Bornheimer in den kommenden Tagen tatsächlich Insolvenz anmelden, was mit einem Abzug von neun Punkten für die laufende Saison bestraft werden würde, wird ihnen beim operativen Geschäft das Heft das Handelns zunächst einmal abgenommen. Dann hat der Insolvenzverwalter das Sagen.

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