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FSV Frankfurt: Der FSV lässt es krachen

Von Vierter Heimsieg in Folge, zum siebten Mal hintereinander ohne Niederlage – der FSV hat sich vom letzten Platz bis auf Rang sechs vorgespielt. Am Samstag kann das Team mit einem Erfolg an der Bremer Brücke sogar den Tabellenzweiten VfL Osnabrück überholen.
Bornheimer Party-Gesellschaft: FSV-Jubel nach dem 1:0 durch Schleusener (rechts). Foto: Christian Klein (FotoKlein (fotoklein.net)) Bornheimer Party-Gesellschaft: FSV-Jubel nach dem 1:0 durch Schleusener (rechts).
Frankfurt. 

Mit verbundenem, gekühltem Fuß schritt Massimo Ornatelli die Treppe hinunter. Reine Vorsichtsmaßnahme. Nach 76 Minuten war für den Spielmacher des Fußball-Drittligisten FSV Frankfurt der Arbeitstag beendet. Er konnte dies sorgenfrei tun, denn die Schwarz-Blauen lagen mit zwei Toren vorne, und es folgte wenig später sogar noch ein weiteres zum 3:0-Endstand gegen den SC Paderborn. Ornatelli hatte – wieder einmal – entscheidenden Anteil, dass die Bornheimer ihren beeindruckenden Lauf fortsetzten.

Mit einem präzisen Querpass bereitete der 30-Jährige den Führungstreffer von Fabian Schleusener vor, der bereits zum siebten Mal traf (18.) und nun auf Platz drei der Drittliga-Torjägerliste steht. Und wenig später, ganz ausgebufft, überraschte Ornatelli mit einem Freistoß aus spitzem Winkel hoch ins kurze Eck Paderborns Keeper Lukas Kruse (29.). „Ich habe gesehen, dass er ein Stück weit draußen stand“, erklärte der Standardspezialist, weshalb er den direkten Weg zum Tor wählte.

Ornatellis Geniestreich war das i-Tüpfelchen eines für den FSV goldenen Spätsommers und Oktobers, in dem die Mannschaft nicht nur sportliche Erfolge feierte, sondern auch zu einer Einheit wurde. „Wir sind seit ein paar Wochen in guter Form, spielen schöne Aktionen heraus und machen schöne Tore. Diese Mischung passt momentan, wir haben uns das auch verdient. Jeder kennt von jedem die Abläufe, das harmoniert sehr gut“, fasste Ornatelli seine Eindrücke zusammen.

Da fiel es nicht größer ins Gewicht, dass Trainer Roland Vrabec erstmals nach fünf Partien seine Anfangsformation ändern musste. Beim Training am Freitag hatte sich Denis Streker nach einem Zweikampf verletzt. Wegen einer Bänderdehnung im Knie wird er den Bornheimern in den nächsten Wochen fehlen. Marc Heitmeier übernahm Strekers Position im zentralen defensiven Mittelfeld. Doch nach der frühen Führung stellte Vrabec von einer Raute um und beorderte Yannick Stark und Bentley Baxter Bahn in eine Linie mit Heitmeier. Der FSV verdichtete somit die Räume, was fruchtete.

Allerdings waren die Paderborner auch erschreckend harmlos. Die Ostwestfalen spulten ihr Pensum herunter, als ob sie einen gesicherten Platz bis zum Saisonende gepachtet hätten. Lediglich der ehemalige FSV-Stürmer Zlatko Dedic sorgte in einer Szene für Gefahr (39.). „Wir sind wahnsinnig enttäuscht. So kannst du kein Spiel gewinnen. Was mir fehlt, ist die Gier, die Entschlossenheit“, redete sich Paderborns Coach Rene Müller in Rage. Schon nach einer halben Stunde hatten SCP-Fans lautstark „Wir wollen euch kämpfen sehen“ gerufen. Kurz vor Schluss skandierten sie „Wir haben die Schnauze voll“. Müller zeigte für die Reaktion Verständnis.

Während die Paderborner geknickt und teils wortlos in die Kabine schritten, genossen Frankfurter den nächsten Sieg auf dem Feld. „Wir sind seit Wochen in Form, das ist erstaunlich“, sagte Vrabec. Mehr Resonanz würde den Spaßfaktor noch steigern. „Wir wollen mehr Zuschauer ins Stadion bringen“, fügte der gebürtige Frankfurter hinzu. Gegen Paderborn waren es 3211, dies ist ausbaufähig.

Im Vergleich zum Zwickau-Match konnte sich der FSV wieder steigern, doch dies sei laut Vrabec „auch keine Kunst“ gewesen. „In vielen Phasen des Spiels haben wir das ganz gut gemacht, gute Mentalität gezeigt und zum richtigen Zeitpunkt die Tore geschossen“, führte er aus. Für den Schlusspunkt sorgte dabei Bahn mit einem wuchtigen wie präzisen Schuss (80.).

4:1 gegen Münster, 2:1 gegen das zuvor ungeschlagene Aalen, 6:0 gegen Köln und nun 3:0 gegen Paderborn – der FSV lässt es am Bornheimer Hang krachen. „Das ist schön nach langer Tristesse in der Zweiten Liga“, meinte Geschäftsführer Clemens Krüger. In der vergangenen Abstiegssaison konnten die Schwarz-Blauen nur vier Mal vor heimischem Publikum gewinnen.

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