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FSV Frankfurt: Die Dritte Liga ist gefährlich ausgeglichen

Von Für Clemens Krüger, den Geschäftsführer des Fußball-Drittligisten FSV Frankfurt, birgt die Ausgeglichenheit in dieser Spielklasse „Chance und Risiko“ zugleich.
(Symbolbild) Foto: Marc Schüler (Symbolbild)
Frankfurt. 

Sandro Schwarz hat sich ganz offensichtlich nicht geirrt. „Ich glaube, dass es wieder eine extrem ausgeglichene Liga sein wird“, hatte der 37 Jahre alte Fußball-Lehrer, der die U 23 des Bundesligisten FSV Mainz 05 trainiert, wenige Wochen vor dem Saisonstart der Dritten Liga prophezeit. Einen Durchmarsch, wie ihn in der abgelaufenen Spielzeit Dynamo Dresden hinlegte und am Ende als souveräner Klassenprimus die Rückkehr in die Zweitklassigkeit schaffte, wird es in dieser Saison, da ist sich Schwarz sicher, nicht geben.

Und in der Tat ist in der Dritten Liga in dieser Spielzeit Ausgeglichenheit spannendes und unterhaltsames Programm. So trennen nach 14 Spieltagen den derzeitigen Tabellenführer MSV Duisburg und den FSV Zwickau, der im Moment den ersten Abstiegsplatz belegt, lediglich 13 Punkte. Ein Verein wie der FSV Frankfurt, der nach dem sechsten Spieltag auf den letzten Platz abgestürzt war, schaffte mit einer Serie von acht ungeschlagenen Begegnungen in Folge den Sprung auf Rang sieben. Mit nur noch drei Punkten Rückstand auf den ersten direkten Aufstiegsplatz. Sollten die Bornheimer am kommenden Samstag im Spitzenspiel des 15. Spieltages zu Hause die Duisburger bezwingen, würde der Abstand des FSV Frankfurt auf den Mitabsteiger aus Liga zwei nur noch zwei Zähler betragen.

„Die Ausgeglichenheit in dieser Liga birgt Chancen und Risiken zugleich. Da ist es möglich, dass auch der FSV Frankfurt mit seinem durchschnittlichen Etat eine überdurchschnittliche Performance hinlegen kann“, sagt FSV-Geschäftsführer Clemens Krüger, der vor allem finanzielle Gründe anführt, warum es in der fußballerischen Drittklassigkeit so viel enger zugeht als in den beiden Klassen über ihr. „Die finanziellen Unterschiede sind einfach nicht so gravierend wie in der Ersten oder Zweiten Liga.“

Kein Krösus

Im Bundesliga-Unterhaus zum Beispiel gibt es, was die Finanzen angeht, eine Dreiklassengesellschaft. Ganz oben die Bundesliga-Absteiger aus Hannover und Stuttgart, die etwas mehr als 20 Millionen Euro in ihr spielendes Personal investieren. Ganz unten Vereine wie Erzgebirge Aue, Arminia Bielefeld oder der SV Sandhausen, deren Etats sich zwischen fünf und sechs Millionen bewegen. Und mittendrin Vereine wie zum Beispiel der 1. FC Kaiserslautern, der über einen Personaletat von 12,5 Millionen verfügt.

Die Drittligisten investieren in dieser Saison durchschnittlich 3,3 Millionen Euro in ihre Mannschaften samt Betreuerstäbe. „Spitzenreiter“ dürfte der MSV Duisburg mit geschätzten 4,5 Millionen Euro sein, gefolgt vom SC Paderborn, Holstein Kiel und dem Chemnitzer FC, die nur unwesentlich weniger ausgeben. Der FSV Frankfurt verfügt nach dem Abstieg aus der Zweiten Liga nur noch über einen Personaletat von 2,5 Millionen, was in dieser Kategorie einen Platz im unteren Mittelfeld bedeutet. Etat-Schlusslicht dürfte Aufsteiger Zwickau mit 1,5 Millionen Euro sein.

Weniger Geld heißt in der Dritten Liga aber nicht gleich weniger Erfolg. So schafften die Würzburger Kickers in der vergangenen Saison mit einem Etat von 3,5 Millionen Euro den nicht für möglich gehaltenen Durchmarsch aus der Regionalliga hinauf in die Zweite Liga. Ganz zu schweigen von der Erfolgsgeschichte des SV Darmstadt 98, der im Frühsommer 2014 mit wenig Geld sich hinter Heidenheim und Leipzig als Dritter für die Relegation qualifizierte und am Ende in die Zweite Liga aufstieg. „Die Gefahr in der Dritten Liga ist allerdings auch sehr groß, dass man nach unten durchgereicht wird“, warnt Krüger davor, die Tücken dieser sportlich so ausgeglichenen Spielklasse zu unterschätzen. „Mehr als die Hälfte der Liga besteht aus gefühlten Zweitligisten, die aufsteigen wollen“, sagt Joe Enochs, der Trainer des VfL Osnabrück.

Warnende Beispiele

Das wollten in der vergangenen Saison übrigens auch die Verantwortlichen des SV Wehen Wiesbaden und Energie Cottbus, beides Clubs im Vergleich zur Konkurrenz mit recht üppig gefüllten Kassen. Am Ende rettete sich der Verein aus der hessischen Landeshauptstadt nur durch einen Treffer in der Nachspielzeit vor dem Sturz in die Viertklassigkeit, während der langjährige Bundesligist aus der Lausitz, der noch so eine gute Vorrunde gespielt hatte, mit 41 Punkten auf dem Konto zwei Jahre nach dem Abstieg aus der Zweiten Bundesliga als Vorletzter den bitteren Gang in die Regionalliga Nordost antreten musste.

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