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FSV Frankfurt: Ein Lebenszeichen auf dem Rasen

Von Beim Fußballsportverein keimt wieder ein wenig Hoffnung auf dank des ersten Sieges im Jahr 2017. Bis spätestens Freitag muss die Entscheidung fallen, wer künftig den Club führt. Eine mögliche Insolvenzverschleppung steht im Raum.
FSV-Verteidiger La’Vere Corbin Ong (rechts) im Zweikampf mit Lottes Jaroslaw Lindner Foto: Christian Klein (FotoKlein) FSV-Verteidiger La’Vere Corbin Ong (rechts) im Zweikampf mit Lottes Jaroslaw Lindner
Frankfurt. 

Es war ein zaghaftes Umarmen auf dem Rasen, ein bedächtiges Abklatschen. Zeichen, dass man es doch noch kann. Und dass die Hoffnung lebt, doch den Klassenerhalt zu schaffen in der Dritten Fußball-Liga. „Die Mannschaft hat sich den Sieg erkämpft und erspielt“, konstatierte Gino Lettieri, der Trainer des FSV Frankfurt. Allerdings, dass ist oder sollte allen Bornheimern klar sein nach dem 2:0 (2:0) über die Sportfreunde Lotte: „Wir haben einen ganz, ganz kleinen Schritt gemacht, jetzt müssen weitere folgen“, ordnete Lettieri den ersten Erfolg in diesem Jahr nach neun vergeblichen Anläufen ein.

Doch eines ist gewiss, der FSV Frankfurt hat in diesen Tagen und Wochen nicht nur auf dem Spielfeld einen harten Kampf zu führen, sondern noch mehr in der Administration. „Der Verein hat seine Aufgaben zu machen, wir müssen unsere machen“, beschreibt Lettieri die komplizierte Lage, die einem Kampf an zwei Brennpunkten ähnelt.

Viel Arbeit hatte in den vergangenen Tagen der Aufsichtsrat – und daran wird sich in den kommenden kaum etwa ändern. Das Sichten von Akten, das Prüfen von Unterlagen ist die dringendste Aufgabe, um sich einen Überblick von der finanziellen (Schief-)Lage des Traditionsvereins zu machen.

Spätestens am Freitag, 31. März, wird vom zu diesem Tag ausscheidenden alten Präsidium der Vorschlag für ein neues Präsidium gemacht. Es spricht einiges dafür, dass Michael Görner wieder das Kommando bei dem Club übernehmen wird, den er bereits zwischen 2003 und 2007 geführt hatte. Nicht nur wegen seiner besonderen Beziehung zum FSV, sondern weil er als einziger in der Lage scheint, die nötigen Geldquellen zu erschließen – und nicht nur aus eigener Tasche.

Die neuen Vereinsverantwortlichen des FSV haben jedenfalls dann die Aufgabe, den Nachfolger von Clemens Krüger zu installieren. Möglicher Kandidat ist Patrick Spengler. Der 36 Jahre alte Diplom-Kaufmann arbeitete bisher als Prokurist an der Seite Krügers.

Dem 46-Jährigen könnte indes noch Ungemach drohen. Carlo Kiefer, bis vergangenen Monat Aufsichtsratsvorsitzender des FSV, sieht eine mögliche Insolvenzverschleppung auf den FSV und Krüger zukommen, insofern sich die hohe Last der Verbindlichkeiten von bis zu drei Millionen Euro bestätigt. „Wenn die Zahlen zutreffend sind, hätte die Insolvenz schon angemeldet werden müssen. Die gesetzliche Frist beträgt drei Wochen. Dann hätte er eine Insolvenzverschleppung begangen und sich strafbar gemacht. Und dann haftet er auch“, zitiert die „FR“ den Juristen.

Fehlende Liquidität verschärft die Lage und könnte bis in die Insolvenz führen. Fußball würde am Bornheimer Hang dann bestenfalls in der Regionalliga zu sehen sein. Möglicherweise auch nur in der Kreisliga. So erging es einst dem FC Hessen Kassel, der 1998 wegen Konkurses aufgelöst wurde und wenige Monate später als KSV Hessen Kassel in der Kreisliga A einen Neuanfang startete. Über die Regionalliga kamen die Nordhessen seit diesem extremen Einschnitt vor knapp 20 Jahren nicht mehr hinaus.

Appell der Spieler

Ein mögliches Untergangsszenario ging jedenfalls erst einmal an der Mannschaft vorbei. Sie hielt im vierten Match unter Gino Lettieri das, was sie ungekündigt hatte. Einen offenen Brief der Mannschaft hatte der FSV Stunden vor dem Spiel auf der Homepage veröffentlicht. „Wir wissen, dass wir am absoluten Tiefpunkt angekommen sind.“ „Wir werden alles daran setzen, nicht durchgereicht zu werden!“ – so lauteten die Botschaften der Spieler. Und es folgte nach Wochen der Tristesse tatsächlich eine gute, phasenweise sogar eine überzeugende Leistung; Die angeschlagenen Massimo Ornatelli und Steffen Schäfer konnten allerdings nicht mittun.

Die Schwarz-Blauen übernahmen sofort die Initiative und wären durch Cagatay Kader (3.) und Dennis Russ (4.) beinahe früh in Führung gegangen, die Benedikt Fernandez verhinderte. Doch dann holte Lottes Keeper Bentley Bexter Bahn von den Beinen, und Yannick Stark verwandelte den Strafstoß sicher (23.). Nach einer weiteren Viertelstunde kam Kader frei zum Zug, Fernandez wehrte ab, den Abpraller ballerte Bahn ins Netz.

Kurz nach der Pause hatte Christopher Schorch indes Glück, dass sein Handspiel im Strafraum nicht geahndet wurde. Auf der Gegenseite verpassten Stark (70.) und Russ (77.) zu erhöhen gegen vor allem in der ersten Halbzeit schwache Westfalen. Englische Wochen samt DFB-Pokalviertelfinale gegen Borussia Dortmund und personelle Probleme machten sich am Bornheimer Hang bemerkbar – freilich zum Wohlwollen der Frankfurter.

„Die Partie hatten wir für uns als Endspiel ausgerufen und wollten unbedingt den Turnaround schaffen. Wir wollten von Anfang an Gas geben, das ist uns gelungen. Jeder war einen Tick heißer als sonst“, gab Stark zu Protokoll.

Es ist ratsam, diesen Zustand respektive dieses Niveau aufrecht zu erhalten. Es gilt, einen Vier-Punkte-Rückstand wettzumachen. „Es war ein verdienter Sieg, die Mannschaft hat gute Entscheidungen und Willenskraft gezeigt. Jetzt muss aber nachgelegt werden“, brachte es Co-Trainer Thomas Stickroth auf den Punkt. Am besten schon am Samstag bei der Kölner Fortuna.

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