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FSV Frankfurt: Ein Punkt als Mutmacher

Von Der Fußball-Drittligist FSV Frankfurt spielte gegen den Überraschungs-Tabellenführer Jahn Regensburg 1:1 und ging am Ende der englischen Woche an seine körperlichen Grenzen.
Rustikaler Zweikampf zwischen dem Regensburger Sven Kopp (links) und Fabian Schleusener vom Fußball-Drittligisten FSV Frankfurt. Foto: Christian Klein ( FotoKlein) Rustikaler Zweikampf zwischen dem Regensburger Sven Kopp (links) und Fabian Schleusener vom Fußball-Drittligisten FSV Frankfurt.
Frankfurt. 

Sebastian Schachten war schon auf dem Weg nach oben. Der Außenverteidiger wollte gerade den Zaun erklimmen und mit den dahinter postierten Anhängern des FSV Frankfurt sein herrliches Tor bejubeln, als der unbarmherzige Pfiff von Schiedsrichter Patrick Alt den 31 Jahre alten Fußballprofi der Bornheimer wieder auf den Boden der Tatsachen zurückholte. Der Unparteiische versagte dem vermeintlichen Siegtreffer in der 82. Minute nämlich die Anerkennung, weil bei Schachtens Schuss der Frankfurter Ranisav Jovanovic im Abseits stand und dabei dem Regensburger Torhüter Philipp Pentke die Sicht versperrt haben soll.

„Es war eine sehr unglückliche Entscheidung des Schiedsrichters, weil der Torwart den Ball niemals hätte halten können“, war FSV-Geschäftsführer Clemens Krüger verständlicherweise recht ungehalten. „Das 2:1 am Ende hätte uns gut getan“, beschrieb Frankfurts Cheftrainer Roland Vrabec dann auch treffend den Gemütszustand im Lager des Zweitliga-Absteigers, der in der neuen sportlichen Heimat immer noch auf sein erstes durchschlagendes Erfolgserlebnis wartet.

Die Bornheimer präsentierten sich bei dem Unentschieden gegen den Überraschungs-Tabellenführer aus Regensburg zwar verbessert, werteten den Auftritt gegen die selbstbewusst auftretenden Gäste als einen weiteren Schritt in die richtige Richtung, aber der Ärger über zwei verlorene Punkte saß tief. „Irgendwie fühlt sich das Ganze heute wieder nicht so gut an. Wir haben viel zu schnell den Ausgleich kassiert“, erklärte Yannick Stark. Der defensive Mittelfeldspieler, neben Adil Chihi auffälligster Spieler des FSV an diesem Tag, hatte seine Mannschaft in der 46. Minute mit einem Traumtor (siehe Text auf dieser Seite) in Führung gebracht. Aber nur 120 Sekunden später gelang Andreas Geipl, der in der Nachspielzeit aufgrund zu vieler Fouls die Gelb-Rote Karte sah, mit einem satten Flachschuss aus 18 Metern der Ausgleich. Die Begegnung nahm nun Fahrt auf und entwickelte sich zu einer unterhaltsamen Angelegenheit, obwohl die Spieler am Ende einer kräftezehrenden englischen Woche an ihre Grenzen gehen mussten. So wirkte das 1:1 am Ende für den FSV dann doch noch wie ein Mutmacher für die kommenden Wochen. „Auf der zweiten Halbzeit können wir aufbauen, weil sich die Mannschaft da in das Spiel hinein gebissen hat. Wir sind in einer guten Entwicklung“, lobte Vrabec das Aufbäumen seines Teams nach knapp einer Stunde, als die eingespielte Mannschaft des Aufsteigers immer besser wurde und dem Siegtreffer zunächst weitaus näher war als die Bornheimer. Die hatten allerdings vor der Pause die Mehrzahl an guten Möglichkeiten. Aber der Kopfball von Fabian Schleusener landete nur am Pfosten (2.), eine halbe Stunde später scheiterte Schachten am glänzenden reagierenden Pentke.

Barry auf die Tribüne

Reagiert hatte Vrabec bereits vor dem Anpfiff. Shawn Maurice Barry, einer der wenigen Profis, der dem FSV nach dem Abstieg aus der Zweiten Liga erhalten geblieben war, verfolgte das Heimspiel gegen Regensburg gemeinsam mit den 3300 Zuschauern nur von der Tribüne aus. „Ich war mit seinem Spiel in Chemnitz sehr unzufrieden“, begründete Vrabec seine disziplinarische Maßnahme. Möglicherweise hat Barry, der in der abgelaufenen Saison immerhin 25 Zweitliga-Einsätze bestritt, noch ein mentales Probleme damit, eine Klasse tiefer seinem Beruf nachzugehen. Ganz im Gegensatz zu einigen seiner Mitspieler wie Stark, Schachten, Adil Chihi oder Christopher Schorch, die allesamt schon höher gespielt haben, von Vrabec nach dem 1:1 gegen Regensburg aber gelobt wurden: „Die nehmen die Dritte Liga an.“

Für den Regensburger Trainer Heiko Herrlich steht deshalb auch fest, wohin der Weg der Hessen noch führen wird. „Ich habe vor der Saison gesagt, dass der FSV ein Favorit für den Aufstieg ist. Und das sehe ich immer noch so“, erklärte der frühere Bundesligaprofi.

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