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FSV Frankfurt: FSV: Abschied und Visionen

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Trostloser Abschied: Nur wenige Zuschauer verfolgten den letzten Heimauftritt des FSV Frankfurt im Profifußball. Foto: Hans-Uwe Kellner (pressehaus) Trostloser Abschied: Nur wenige Zuschauer verfolgten den letzten Heimauftritt des FSV Frankfurt im Profifußball.
Frankfurt. 

Als die Fußballer des FSV Frankfurt bereits unter der Dusche standen, dröhnte aus den Lautsprechern im mittlerweile menschenleeren Stadion am Bornheimer Hang der passende Abgesang. Die traurige Ballade „Junimond“ des 1996 verstorbenen Sängers Rio Reiser beendete diesen tristen Fußball-Nachmittag, der ein Spiegelbild der letzten beiden Jahre war. Der einstige Vorzeigeclub aus dem Frankfurter Osten, finanziell wie sportlich herunter gewirtschaftet, hatte sich mit einer 0:4-Niederlage gegen den Nachwuchs des Bundesligisten Werder Bremen von seinem Publikum verabschiedet.

Viele waren nicht mehr gekommen, um das vorerst letzte Heimspiel des insolventen und aus der Dritten Liga abgestiegenen FSV im Profifußball mitzuerleben. Geschätzte 1000 Zuschauer beobachteten das apathische Geschehen auf dem Rasen, das erst nach der Pause ein wenig an Unterhaltungswert gewann. Den Jungprofis aus Bremen ist während der Halbzeitpause ganz offensichtlich bewusst geworden, dass sie durchaus noch eine Chance besitzen, dem Abstieg aus der Dritten Liga zu entgehen.

So fielen noch vier Treffer für die Gäste, die nach dem Schlusspfiff mit knapp 30 mitgereisten Anhängern den Sieg feierten, während der bemitleidenswerte FSV-Cheftrainer Gino Lettieri nur noch die Flucht in den Galgenhumor blieb. „Gegen uns hätte heute auch eine Jugendmannschaft gewonnen“, sagte der Deutsch-Italiener, der noch eine Woche lang seinen frustrierenden Arbeitsalltag bei den Hessen ertragen muss. Kommende Woche gastiert der FSV zum Saisonfinale beim SV Wehen Wiesbaden, dann werden sich die Wege des FSV und Lettieri, Sportdirektor Roland Benschneider sowie von fast allen Spielern trennen, ehe der Neuaufbau beginnen soll.

Und die Visionen von FSV-Präsident Michael Görner, seinem Stellvertreter Stephan Siegler und Fabio Algari, dem vorläufigen Insolvenzverwalter, sind ambitioniert. Mit einem Gesamtetat von 1,5 Millionen Euro – 750 000 Euro davon entfallen auf die Mannschaft, Trainer und der sportlichen Leitung – will der FSV in der Regionalliga Südwest spielen. „Wir sind sehr zuversichtlich, die Regionalliga stemmen zu können. Ansonsten würden wir nicht daran arbeiten“, erklärte Siegler, der gemeinsam mit Görner der Stadt Frankfurt, dem Hauptgläubiger des FSV, einen Finanzplan vorgelegt hat. Zunächst einmal muss die insolvente GmbH des FSV bis zum 22. Mai eine Bankbürgschaft von 35 000 Euro hinterlegen, um für die Regionalliga zugelassen zu werden. Dies werde genauso so geschehen wie die Zahlungen der Juni-Gehälter für die Spieler und Angestellten der GmbH, erklärte Algari am Rande des Heimspiels gegen Werder Bremen. Die letzten drei Gehaltszahlungen waren bekanntlich von der Bundesagentur für Arbeit im Rahmen des vorläufigen Insolvenzverfahrens übernommen worden. Ende Mai oder Anfang Juni soll, so Algari, dann das eigentliche Insolvenzverfahren eröffnet werden.

Spätestens zu diesem Zeitpunkt soll auch die Frage der Klassenzugehörigkeit des FSV Frankfurt geklärt sein. Görner kündigte schon einmal an, dass sich der langjährige Zweitligist auch in der Regionalliga vom Vollprofitum verabschieden würde.

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