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FSV Frankfurt: FSV Frankfurt: Die Wundertüte aus Bornheim

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Das Logo des FSV Frankfurt. Symbolbild: Imago Foto: imago Das Logo des FSV Frankfurt. Symbolbild: Imago
Frankfurt. 

Sein Wort hat Gewicht, schließlich gehört Norbert Lorz seit mittlerweile elf Jahren dem Trainerstab des FSV Frankfurt an. Der ehemalige Oberliga-Torhüter der SG Höchst und der TSG Wörsdorf schult im Frankfurter Osten seit über einem Jahrzehnt seine „Nachfolger“ in Sachen Reaktion und Strafraumbeherrschung. Jahr für Jahr hat Lorz so auch die personellen Veränderungen am Bornheimer Hang miterlebt, die in den vergangenen 24 Monaten aufgrund der sportlichen und finanziellen Nöte ein Tempo aufnahmen, das zu einer nicht mehr aufzuhaltenden Schussfahrt aus dem Bundesliga-Unterhaus hinunter in die Regionalliga Südwest führte.

Der Kader des FSV

Tor: Marco Aulbach, Matay Birol. Abwehr: Christoph Becker, Patrivck Huckle,

clearing

Abschied vom Vollprofi

So bekam der 50-Jährige hautnah mit, wie vor zwölf Monaten der damalige Cheftrainer Roland Vrabec gemeinsam mit dem neuen Sportdirektor Roland Benschneider nach dem Abstieg in die Dritte Liga in Windeseile eine komplett neue Mannschaft zusammenstellen musste. Das Ergebnis dieses schwierigen Unterfangens ist bekannt: Die Bornheimer stiegen sang- und klanglos ab, Vrabec und Benschneider erlebten das Ende dieser traurigen Saison nicht mehr, weil sie gefeuert wurden. Anfang April lag der FSV dann auch finanziell auf dem Totenbett, nach Jahren der Misswirtschaft musste die Führung unter dem neuen Präsidenten Michael Görner Insolvenz anmelden.

Der finanzielle Sanierungsplan am Bornheimer Hang hatte natürlich auch einen drastischen Kurswechsel im sportlichen Bereich zur Folge. Wie vor einem Jahr begleitet Lorz auch jetzt wieder einen sportlichen Neuanfang, der unter ganz anderen Vorzeichen steht. Das Vollprofitum gehört beim FSV Frankfurt der Vergangenheit an, der Personaletat beträgt selbst für Regionalliga-Verhältnisse nur noch bescheidene 750 000 Euro, der allerdings im Gegensatz zur vergangenen Spielzeit trotz des noch laufenden Insolvenzverfahrens gesichert ist. Große Sprünge konnte Alexander Conrad (50), der neue Cheftrainer und Sportliche Leiter in Personalunion, auf dem Transfermarkt dennoch nicht machen. Der frühere Zweitligaprofi des FSV, unterhalb der Zweiten Bundesliga bestens vernetzt, hat eine junge Mannschaft zusammengestellt, in der die bekannten Namen fehlen und die natürlich einer Wundertüte gleicht.

Viele Spieler, wie zum Beispiel die beiden Rückkehrer Robert Schick (VfL Wolfsburg II) und Ahmed Azaouagh (Berliner AK) oder Cem Kara von Rot-Weiss Frankfurt sowie Marco Aulbach (FSV Mainz 05 II), haben ihre sportlichen Wurzeln in der Region und sollen den Bornheimer Hang, so erhofft es sich Görner, als „Sprungbrett zum Profifußball“ nutzen.

Gedanken an eine Rückkehr in die Dritte oder gar Zweite Liga stehen beim FSV Frankfurt hingegen auf dem Index. Während finanziell potentere Clubs wie die SV Elversberg oder Waldhof Mannheim mit gut bezahlten Berufsfußballern mit Macht nach oben wollen, hat die Mission am Bornheimer Hang nur ein Ziel: den Klassenerhalt. „Der FSV muss sich von allen Träumen verabschieden. Wir wollen nicht weiter durchgereicht werden und verlorenes Vertrauen zurückgewinnen. Das hat Priorität“, sagte Görner am vergangenen Sonntag, als der FSV Frankfurt ganz offiziell seine neue Mannschaft der Öffentlichkeit präsentierte, die am Sonntag (Anpfiff: 14 Uhr) beim Nachwuchs des Bundesligisten FSV Mainz 05 seine erste Pflichtaufgabe zu lösen hat.

Zusage von Patrick Ochs

In der Vorbereitungsphase hat sich das Team der Bornheimer übrigens achtbar aus der Affäre gezogen: Vier von fünf Testspielen gegen Kontrahenten auf Augenhöhe wurden gewonnen. Lorz, der in der Öffentlichkeit eigentlich nur selten zum Überschwang neigt, war sichtlich angetan. „Ich bin positiv überrascht über den Spielwitz und die Mentalität der Mannschaft. Man hat das Gefühl, dass die Spieler hier etwas erreichen wollen“, lobte der Torhütertrainer das neue Team des FSV Frankfurt, der in der Rückrunde möglicherweise noch auf einen prominenten Rückkehrer zurückgreifen kann.

Der langjährige Bundesligaspieler Patrick Ochs (33), der sich im April dieses Jahres im Spiel der Frankfurter gegen Fortuna Köln einen Kreuzbandriss zugezogen hat und im Moment seine Reha absolviert, hat den Verantwortlichen des FSV die Zusage gegeben, noch einmal für die Bornheimer die Schuhe zu schnüren.

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