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Regionalliga Südwest: FSV Frankfurt unterliegt dem Nachwuchs des FSV Mainz 05 mit 0:3

Von Zum Saisonauftakt eine 0:3-Niederlage bei der Zweiten Mannschaft des FSV Mainz 05: Auch in der Fußball-Regionalliga Südwest werden sich die Anhänger des FSV Frankfurt wohl auf einen nervenzehrenden Abstiegskampf einstellen müssen.
Abgehoben: Der Frankfurter Ahmed Azaouagh (links) hat das Laufduell gegen den Mainzer Bote Baku verloren. Foto: pressehaus/kessler (bild pressehaus) Abgehoben: Der Frankfurter Ahmed Azaouagh (links) hat das Laufduell gegen den Mainzer Bote Baku verloren.
Mainz. 

Die Presseplätze des Mainzer Bruchwegstadions waren gestern Nachmittag gut gefüllt. Das einzige Sonntagsspiel beim Saisonauftakt der Fußball-Regionalliga Südwest zwischen dem gastgebenden Nachwuchs des Bundesligisten FSV Mainz 05 und dem FSV Frankfurt hatte einige Trainer sowie reichlich Spielbeobachter in die rheinland-pfälzische Landeshauptstadt gelockt, um zwei Mannschaften unter die Lupe zu nehmen, die für die Konkurrenz so etwas wie sportliche Wundertüten sind.

Duell der Wundertüten

Schließlich haben die Verantwortlichen beider Clubs, die Ende Mai dieses Jahres gemeinsam den Gang in die Viertklassigkeiten antreten mussten, nach dem Abstieg ihr spielendes Personal fast komplett ausgewechselt. Was bei den Rheinhessen wie bei fast allen U23-Mannschaften so etwas wie sommerliche Routine ist. Die hohe Fluktuation im Frankfurt Osten hingegen war vor allem der Tatsache geschuldet, dass der langjährige Zweitligist noch vor wenigen Wochen finanziell am Boden lag und es lange in den Sternen stand, ob der neue Cheftrainer Alex Conrad angesichts des laufenden Insolvenzverfahrens überhaupt eine Mannschaft auf die Beine stellen kann.

Conrad und seine Mitstreiter haben trotz der Kürze der Zeit und der geringen finanziellen Mittel insgesamt 19 Spieler unter Vertrag genommen. Am Freitag waren dann auch endlich die notwendigen Papiere für die Arbeitserlaubnis von Javan Torre Howell eingetroffen, damit der ehemalige U20-Nationalspieler der USA einen gültigen Kontrakt bei den Bornheimern unterschreiben konnte.

Der 23 Jahre alte Verteidiger, der zuletzt bei Ventura County in der amerikanischen College-Liga spielte, kam gestern auch gleich zu seinem ersten Einsatz in der deutschen Viertklassigkeit, als er kurz vor dem Anpfiff für seinen verletzten Mitspieler Alban Sabah eingewechselt wurde. Viel bewegen konnte der junge Amerikaner mit den brasilianischen Wurzeln allerdings nicht mehr: Die knapp 500 mitgereisten Anhänger aus Frankfurt hatten frustriert ihre Fahnen bereits eingerollt, weil die Bornheimer nach den Treffern von Karl-Heinz Lappe (53.) und Heinz Mörschel (74./85.) zu diesem Zeitpunkt mit 0:3 im Hintertreffen lagen.

„Der Mainzer Sieg war hochverdient, wir haben dem Gegner nie richtig signalisiert, dass wir heute ein Tor erzielen wollen“, erklärte Conrad nach einer temporeichen und phasenweise auch unterhaltsamen Begegnung, in der die Bornheimer sich aber nur zwei Möglichkeiten erarbeiten konnten. Die eine hatte Andreas Pollasch (45.) auf dem Fuß, die andere vergab Cem Kara in der 67. Minute.

Als die Kräfte schwanden

Weitaus mehr Torchancen bot sich den spielstarken Mainzern, die eine Reihe von jungen und hochbegabten Akteuren aus dem eigenen Nachwuchs in ihrer Mannschaft haben, die auch noch von zwei routinierten Neuzugängen angeleitet wurden. Neben Lappe (29), der als Profi lange beim FC Ingolstadt spielte und zuletzt bei der U23 des FC Bayern München in der Regionalliga Bayern kickte, haben die Mainzer noch Sebastian Tyrala verpflichtet. Der 29 Jahre alte Mittelfeldakteur kam vom Drittligisten Rot-Weiß Erfurt und sammelte unter anderem bei Borussia Dortmund die notwendige Erfahrung, seinen jungen Mitspielern in der Regionalliga hilfreich zur Seite zu stehen.

Gut bezahlte Profis wie Lappe und Tyrala kann sich der FSV Frankfurt nicht mehr leisten. Conrad muss mit wenigen Mitteln das Maximale erreichen, was gestern 45 Minuten lang funktionierte, weil seine Mannschaft mit einem hohen läuferischen und kämpferischen Aufwand ihre spielerische Unterlegenheit wettmachen konnte. Als nach der Pause aber bei den Gästespielern die Kräfte schwanden, kamen die Mainzer fast folgerichtig zu ihren Treffern, weil die Defensivabteilung des FSV sich zu viele Fehler erlaubte. So profitierte Lappe bei seinem Kopfball zum 1:0 von einem Missverständnis zwischen Torhüter Marco Aulbach und Innenverteidiger Sabah. Und vor dem 2:0 durch Mörschel war Außenverteidiger Patrick Huckle ein fataler Fehlpass unterlaufen. „Dieses Tor hat uns den Sieg geebnet, vorher haben wir gegen eine gute Frankfurter Mannschaft viel Geduld aufbringen müssen“, sagte der Mainzer Trainer Dirk Kunert. Und Geduld werden wohl auch die Anhänger des FSV Frankfurt mit ihrem neuen Team haben müssen.

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