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FSV Frankfurt: FSV: Ist die Insolvenz eine Chance zum Neuanfang?

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Frankfurt. 

Gestern Vormittag hat der Spezialist für Sanierungsfälle seine Arbeit am Bornheimer Hang aufgenommen. Fabio Algari, der vom Amtsgericht Frankfurt eingesetzte vorläufige Insolvenzverwalter, informierte zunächst Cheftrainer Gino Lettieri und die Spieler des zahlungsunfähigen und mit drei Millionen Euro verschuldeten Fußball-Drittligisten FSV Frankfurt über sein weiteres Vorgehen.

„Es ist selbstverständlich das Ziel, den Spielbetrieb in dieser Saison aufrechtzuerhalten und die Voraussetzungen für die kommende Saison zu schaffen“, hatte Algari bereits am Tag zuvor gegenüber der FAZ erklärt. Der 56 Jahre alte Rechtsanwalt, der 2010 das Insolvenzverfahren der Frankfurt Lions aus der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) begleitet hatte, muss zunächst einmal Sorge tragen, dass die Bornheimer ihre verbleibenden sechs Saisonspiele, darunter auch die Begegnung am Ostersonntag (14 Uhr) zu Hause gegen Osnabrück, austragen können. „Es ist nicht viel, aber es sind liquide Mittel da“, sagte Sascha Walter, der den FSV-Präsidenten Michael Görner und seinen Stellvertreter Stephan Siegler juristisch berät. Für Walter stehen die Chancen deshalb gut, dass der FSV die Runde zu Ende bringen kann.

Aber wie geht es weiter mit dem langjährigen Zweitligisten, den alleine zwei Millionen Euro kurzfristige Verbindlichkeiten belasten? Zunächst einmal beginnt das vorläufige Insolvenzverfahren, das sich in der Regel über einen Zeitraum von zwei bis drei Monaten erstreckt. Dann entscheidet das Amtsgericht, ob das Insolvenzverfahren fortgesetzt und ob der Spielbetrieb aufrecht erhalten werden kann.

Parallel dazu muss Algari versuchen, sich mit den Gläubigern des FSV Frankfurt zu einigen. Was ein schwieriges Unterfangen werden könnte. So schulden die Bornheimer alleine der Berufsgenossenschaft über 600 000 Euro. Außerdem steht der FSV bei der Stadt Frankfurt (Stadionmiete und Betriebskosten) mit einem Betrag in der Kreide, der sich zwischen 500 000 und einer Million Euro belaufen soll.

Völlig ungeklärt ist auch noch die Frage, wer künftig das Stadion am Bornheimer Hang betreiben wird. Zuletzt hatte dies die GmbH des Drittligisten in ihren Händen und trug, bis ihr das Geld ausging, auch die Betriebskosten für die Arena, in der auch die Footballer der Frankfurt Universe ihre Heimspiele austragen.

Geht es nach Görner und Siegler, startet der FSV Frankfurt seinen Neuanfang im Sommer in der Regionalliga Südwest. „Das ist unser Anspruch“, sagte Görner wenige Stunden, nachdem der FSV für seine ausgegliederte GmbH einen Insolvenzantrag gestellt hatte. Für Görner war dies der „erste Schritt, den Überlebenskampf zu gewinnen“.

Viele „Leidensgenossen“

Aber können die Bornheimer diesen schwierigen Kampf wirklich gewinnen und ihren Anhängern in naher Zukunft schuldenfrei viertklassigen Fußball bieten? Rund zwei Dutzend Vereine haben in den vergangenen Jahren Insolvenz angemeldet, die Liste ist lang und prominent besetzt: Clubs wie Alemannia Aachen, Rot-Weiss Essen, FC Homburg, Borussia Neunkirchen, Kickers Offenbach, SSV Ulm, SSV Reutlingen, der VfB Lübeck, der Bonner SC, FC Gütersloh oder Rot-Weiss Ahlen sind unter anderem diesen Schritt gegangen, leiden aber fast alle noch unter den Folgen ihrer Misswirtschaft.

Nur die Fortuna aus Köln, die innerhalb von vier Jahren gleich drei Mal Insolvenz – zuletzt 2005 – angemeldet hatte, spielt mittlerweile ohne rote Zahlen auf ihrem Konto wieder in der Dritten Liga. Ein Ziel, an das man am Bornheimer Hang wohl für lange Zeit keinen Gedanken mehr verschwenden wird.

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