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FSV Frankfurt: Görner will den FSV retten

Von Der Fußball-Drittligist FSV Frankfurt hat seit gestern Abend nach einer Krisensitzung ein neues Präsidium: Michael Görner und Stephan Siegler wollen den hoch verschuldeten Club vor dem Absturz bewahren.
Der neue und alte Präsident des Fußball-Drittligisten FSV Frankfurt: Michael Görner. Foto: Christian Klein (FotoKlein) Der neue und alte Präsident des Fußball-Drittligisten FSV Frankfurt: Michael Görner.
Frankfurt. 

Die Pressemitteilung kam am späten Abend und war dürren Inhalts. Bei den Anhängern des ins Taumeln geratenen Fußball-Drittligisten FSV Frankfurt, der sportlich und vor allem finanziell vor dem Abgrund steht, wird sie allerdings die Hoffnung wecken, dass der langjährige Zweitligist vielleicht doch noch vor dem Untergang gerettet werden kann.

Michael Görner und Stephan Siegler trauen es sich ganz offensichtlich zu, den Frankfurter Stadtteilclub aus der wohl schwersten Krise seiner Vereinsgeschichte zu führen. Nach einer Sitzung, die gestern um 14 Uhr begann und an der das Präsidium und Geschäftsführer Clemens Krüger sowie der Aufsichtsrat teilnahmen, wurden Görner als Präsident und Siegler als sein Stellvertreter berufen.

Das bisherige Präsidium mit Julius Rosenthal und seinen drei Stellvertretern Walter Schimmel, Ludwig von Natzmer und Wolfgang Kurka hatten ebenso wie Krüger vor acht Tagen überraschend ihren Rücktritt zum 31. März angekündigt, nachdem durchgesickert war, wie schlimm es um den Verein bestellt ist.

Neben den Personalien Görner und Siegler, die auf einer in Kürze stattfindenden außerordentlichen Mitgliederversammlung abgesegnet werden sollen, will der vom Abstieg bedrohte FSV Frankfurt auch „zeitnah“ einen neuen Geschäftsführer bestellen. Dabei dürfte es sich um den bisherigen Prokuristen Patrick Spengler (36) handeln, bislang die rechte Hand Krügers in der ausgegliederten GmbH des Frankfurter Stadtteilclubs. Durch diese Weichenstellung auf personeller Ebene ist zunächst einmal die Handlungsfähigkeit des FSV und seiner GmbH gewährleistet. Ansonsten hätte das Amtsgericht Frankfurt ein neues Präsidium und auch einen neuen Geschäftsführer bestellen müssen, was längere Zeit in Anspruch genommen hätte. Angesichts der dramatischen Situation, in der sich der FSV befindet, wäre dies eine fatale Entscheidung gewesen.

Stattdessen haben sich Görner und Siegler gestern Abend der Mammutaufgabe gestellt, den finanziell angeschlagenen Club vom Bornheimer Hang, der in der Dritten Liga akut vom Abstieg bedroht ist, zu retten. Beide sind dem Verein von Kindesbeinen an eng verbunden. Der 56 Jahre alte Görner, der von 2003 bis 2007 schon einmal an der Spitze des FSV stand, hat den Club in den vergangenen Jahren immer wieder finanziell unterstützt. Der 52-jährige Siegler ist Stadtverordnetenvorsteher im Frankfurter Römer und gehört seit Jahren dem Aufsichtsrat der Bornheimer an.

Die beiden Hoffnungsträger im Frankfurter Osten haben nun drei Wochen Zeit zu überlegen, ob sie einen Insolvenzantrag stellen oder nicht – ansonsten könnten Görner und Siegler später selbst in Haftung genommen werden.

Über das ganze Ausmaß der finanziellen Schieflage, in die der frühere Vorzeigeclub geraten ist, wurden auch gestern Abend noch keine Angaben gemacht. Der Schuldenstand allerdings soll immens sein, die Rede ist von einer Summe bis zu drei Millionen Euro. Gläubiger sollen unter anderem die Stadt Frankfurt, die dem FSV seit dem vergangenen Sommer die Stadionmiete gestundet hat, sowie ein Stromanbieter, die Berufsgenossenschaft sowie private Gönner des Vereins sein.

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