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FSV Frankfurt: Im freien Fall

Von Der nächste Tiefpunkt ist erreicht: Der weiterhin sieglose Zweitliga-Absteiger FSV Frankfurt ist nach der 1:3-Heimniederlage gegen die SG Sonnenhof Großaspach auf den letzten Platz der Dritten Liga abgerutscht.
Frust dicht über der Grasnabe: die Frankfurter Steffen Schäfer (links) und Denis Streker. Foto: Huebner/Scheiber (Jan Huebner) Frust dicht über der Grasnabe: die Frankfurter Steffen Schäfer (links) und Denis Streker.
Frankfurt. 

Vor knapp vier Monaten, genauer gesagt am 15. Mai, fiel ein ganzer Verein, seine Verantwortlichen und Anhänger in eine tiefe Depression. Trotz des 2:1-Heimsieges über 1860 München war für den FSV Frankfurt das Kapitel Zweite Fußball-Bundesliga beendet, nach acht Jahren im Bundesliga-Unterhaus mussten die Bornheimer den bitteren Gang in die Drittklassigkeit antreten.

Und es waren nicht wenige, die schon an diesem warmen Pfingstsonntag im Frühsommer dem Frankfurter Stadtteilclub mit den schwachen Finanzen und wenigen Zuschauern den freien Fall in die viertklassige Regionalliga prophezeiten. Zwar gelang es den Entscheidungsträgern um Geschäftsführer Clemens Krüger, zunächst den schwierigen Kampf um die Lizenz zu gewinnen, um dann in Windeseile gemeinsam mit dem neuen Sportdirektor Roland Benscheider und dem neuen Cheftrainer Roland Vrabec eine komplett neue Mannschaft zusammen zu stellen.

Trotz ausbleibender Erfolge – der FSV holte in fünf sieglosen Begegnungen lediglich drei Punkte – machte sich angesichts der spielerisch recht ansprechenden Leistungen rund um den Bornheimer Hang wieder ein Hauch von Aufbruchsstimmung breit. Das Ziel, eine ganz ordentliche Saison ohne Abstiegssorgen hinzulegen, um vielleicht in einem Jahr wieder oben anzugreifen, schien in greifbare Nähe zu rücken.

Spätestens seit Samstagnachmittag sind diese Wunschvorstellungen nur noch Makulatur, in diesem so herrlichen Spätsommer sind über dem Frankfurter Osten wieder dunkle Wolken aufgezogen.

„Der FSV Frankfurt befindet sich wieder in einer schwierigen Phase“, beschrieb Benschneider zunächst noch etwas verharmlosend die Situation der Bornheimer, die nach 1:3-Heimniederlage gegen die SG Sonnenhof Großaspach auf den letzten Platz des Klassements abgerutscht sind und sich wie in fast allen Zweitligajahren zuvor auch in der neuen sportlichen Heimat dem Kampf gegen den Abstieg stellen müssen. Aber hat der FSV überhaupt eine Mannschaft, die dieses Unterfangen erfolgreich bestreiten kann?

Der Auftritt der Frankfurter gegen den schwäbischen Dorfverein zumindest war ein fußballerischer Offenbarungseid, mit dem man sogar eine Klasse tiefer keinen Blumentopf gewinnen kann. Und auch die Äußerungen der FSV-Verantwortlichen waren keine Mutmacher für die kommenden Wochen und Monate. „Einige unserer Spieler müssen sich fragen lassen, ob sie das hier nur ausklingen lassen wollen. Großaspach hat uns heute vorgemacht, wie man in der Dritten Liga mit Herz, Einstellung und Leidenschaft spielt“, prangerte Benschneider den indiskutablen Auftritt der Frankfurter an. FSV-Geschäftsführer Clemens Krüger bezeichnete die Begegnung als „ein Testspiel nach einer harten Trainingseinheit“, für FSV-Torhüter Sören Pirson, noch der beste Spieler seiner Mannschaft, war es schlichtweg „Altherrenfußball“.

Sichtlich gezeichnet und frustriert war natürlich auch Chefcoach Roland Vrabec, der schon früh in dieser Saison unter Druck geraten ist. Zwar heizte Krüger am Samstag nach dem Spiel keine Trainerdiskussion an („Wir stehen alle unter Druck, aber vor allem die Spieler stehen unter Druck“), doch der 42 Jahre alte Fußball-Lehrer wird in den nächsten Wochen bessere Ergebnisse abliefern müssen, um seinen Job zu behalten. Und er wird ganz offensichtlich seinen Führungsstil ändern. „Vielleicht war bei uns alles zu harmonisch, vielleicht versteht sich auch die Mannschaft zu gut. Das ist nicht immer förderlich im Leistungssport“, gab Krüger einen kleinen Einblick ins Innenleben des Kaders, wo sich nach der Pleite gegen Großaspach einiges ändern soll.

„So geht das nicht weiter. Wir müssen hinterfragen, warum viele Spieler eine unterirdische Leistung auf den Platz gebracht haben. Es war in meinen Augen teilweise peinlich, was wir auf dem Platz gezeigt haben“, ging Vrabec mit dem Großteil seiner Mannschaft, die beim Gastspiel in einer Woche in Halle ein anderes Gesicht haben wird, hart in Gericht. „Ich kann jetzt schon sagen, dass einige von den Spielern, die heute auf dem Platz standen, nächste Woche nicht mehr auf dem Platz stehen werden“, kündigte Vrabec personelle Konsequenzen an.

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