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FSV Frankfurt: Kontrollierter in die Zukunft

Von Die Tränen nach dem Abstieg aus der Zweiten Fußball-Bundesliga sind getrocknet. Jetzt soll ein neues Gremium die Geschäftsführung der GmbH des FSV Frankfurt kontrollieren.
Wehmütiger Blick zurück: Julius Rosenthal, der Präsident des Zweitliga-Absteigers FSV Frankfurt. Foto: Reinhard Roskaritz (www.bild-pressehaus.de) Wehmütiger Blick zurück: Julius Rosenthal, der Präsident des Zweitliga-Absteigers FSV Frankfurt.
Frankfurt. 

Am Ende ging es auf dem Podium so richtig eng zu, als das Präsidium des Fußball-Drittligisten FSV Frankfurt zahlreiche Mitglieder für ihre langjährigen Mitgliedschaften ehrte. Die Zeremonie beendete die Jahresversammlung des Frankfurter Stadtteilclubs in den VIP-Räumen am Bornheimer Hang, die so verlief wie alle jene in den vergangenen 20 Jahren zuvor: Nie länger als ein Fußballspiel und in der Regel immer äußerst harmonisch.

Obwohl der Blick zurück dem amtierenden Präsidenten Julius Rosenthal an diesem Abend nicht leicht fiel. Schließlich mussten die Bornheimer nach acht Jahren im Bundesliga-Unterhaus vor wenigen Monaten den bitteren Gang in die Drittklassigkeit antreten. „Der Abstieg hat uns alle hart getroffen“, sagte Rosenthal, „plötzlich war alles falsch, was wir acht Jahre lang richtig gemacht hatten.“

Kritiker hatten dem Präsidium und vor allem Clemens Krüger, dem Geschäftsführer der FSV Frankfurt Fußball GmbH, den Abstieg angekreidet und eine „Wagenburg-Mentalität“ vorgeworfen. So hatten zum Beispiel die ehemaligen Präsidenten des FSV, Carlo Kiefer und Bernd Reisig, öffentlich die Tatsache kritisiert, dass der Aufsichtsrat des Vereins keine Möglichkeit habe, das Finanzgebaren der GmbH mit Krüger an der Spitze zu kontrollieren.

Info: Verhandlung beim DFB

Unter der Leitung von Stephan Oberholz, dem stellvertretenden Sportgerichtsvorsitzenden, beginnt heute um 13 Uhr in der Frankfurter Zentrale des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) die mündliche

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Immer wieder machten nach dem Abstieg des FSV Frankfurt Gerüchte die Runde, dass der künftige Drittligist große finanzielle Probleme habe und sogar die Insolvenz drohe. Als die Lizenzerteilung durch den Deutschen Fußball-Bund (DFB) endlich unter Dach und Fach war, entschlossen sich die Verantwortlichen des Zweitligaabsteigers im Sommer, die Weichen für eine neue Vereinsstruktur zu stellen.

Verbindlichkeiten: 1,2 Millionen

Eine eigens gegründete Strukturkommission mit Jens-Uwe Münker, dem früheren FSV-Geschäftsführer Organisation und Recht und jetzigen Aufsichtsratsmitglied an der Spitze, präsentierte bei der Versammlung den 140 erschienen Mitgliedern die geplante Modernisierung des Vereins und seiner 2009 gegründeten GmbH, die auf einer Außerordentlichen Mitgliederversammlung am 7. Februar des nächsten Jahres per Satzungsänderung beschlossen werden soll.

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Kommentar: Überlebenskampf

In den vergangenen drei Jahrzehnten hat der FSV Frankfurt, der schon in den achtziger Jahren unter chronischem Zuschauerschwund und geringen Finanzen litt, viele Krisen im Stile eines Stehaufmännchens gemeistert.

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Geplant ist die Installierung eines maximal fünfköpfigen Aufsichtsrates für die Gmbh, der sich aus Mitgliedern des Präsidiums sowie des bisherigen Aufsichtsrates des Vereins, der künftig als Verwaltungsrat seinen Aufgaben nachkommen soll, sowie möglichen Gesellschaftern, die es allerdings noch nicht gibt, zusammen setzen soll. Eine weitere wichtige Neuerung betrifft den künftigen Verwaltungsrat des Vereins, dem auch ein Vertreter der noch zu gründenden Fan- und Förderabteilung angehören soll.

„Der FSV hätte nach wie vor schlanke Strukturen und kurze Entscheidungswege, außerdem wäre das Controlling der Finanzen gewährleistet“, warb Münker, der mittlerweile die Sportabteilung im hessischen Innenministerium leitet, für die neuen Strukturen und „das Prinzip der gegenseitigen Kontrolle“.

Auch Krüger, der künftig also mehr kontrolliert werden soll, begrüßte ausdrücklich die geplante Strukturreform, betonte aber noch einmal, dass er sich in der Vergangenheit immer vor dem Präsidium rechtfertigen musste. „Kontrolle war schon vorher vorhanden“, sagte Krüger, der die langfristigen Verbindlichkeiten der GmbH mit 1,2 Millionen Euro bezifferte. So hat der FSV in der Abstiegssaison ein Minus von 830 000 Euro gemacht. Im Rekordjahr zuvor hatten die Bornheimer noch ein Plus von 1,4 Millionen Euro erwirtschaftet. Der Umsatz in der vergangenen Zweitligasaison betrug rund 13,5 Millionen Euro, nach dem Abstieg setzen die Bornheimer bei einem von 6,8 auf 2,55 Millionen gesunkenen Personaletat nur noch 5,4 Millionen Euro um.

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