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FSV Frankfurt: Mannschaft der Stunde

Von Aus einer Wundertüte ist ganz offensichtlich eine erfolgreiche Gemeinschaft geworden: Der FSV Frankfurt ist nach einem katastrophalen Saisonstart in der fußballerischen Drittklassigkeit angekommen. Und kann endlich auch mal nach oben schielen.
Der FSV Frankfurt ist derzeit obenauf. Hier demonstriert von Fabian Schleusener (rechts) im Luftkampf mit Gerit Nauber (links) und Nico Neidhart (beide Sportfreunde Lotte). Foto: Reinhard Roskaritz (www.bild-pressehaus.de) Der FSV Frankfurt ist derzeit obenauf. Hier demonstriert von Fabian Schleusener (rechts) im Luftkampf mit Gerit Nauber (links) und Nico Neidhart (beide Sportfreunde Lotte).
Frankfurt. 

Es ist noch nicht allzu lange her, als der Bornheimer Hang sich im Würgegriff einer fußballerischen Endzeitstimmung befand. Der FSV Frankfurt hatte gerade sein Heimspiel nach einer desolaten Vorstellung gegen die Halbprofis der SG Sonnenhof Großaspach mit 1:3 verloren und war nach dem sechsten Spieltag ganz tief in den Keller der fußballerischen Drittklassigkeit abgerutscht. Der freie Fall der Bornheimer, so befürchteten es viele im Frankfurter Osten, schien unvermeidlich, die sportliche Zäsur nach dem Abstieg aus der Zweiten Bundesliga war ganz offensichtlich zu schwerwiegend.

Der Scheidepunktr

Aber nur drei Wochen nach dem bedenklichen Auftritt gegen Großaspach sieht die Fußball-Welt bei dem Frankfurter Stadtteilclub schon wieder ganz anders aus. „Großaspach war vielleicht der Scheidepunkt, da haben wir ganz offensichtlich vielen Spielern die Augen geöffnet“, sagte FSV-Geschäftsführer Clemens Krüger gestern, nachdem die Mannschaft von Cheftrainer Roland Vrabec am Samstag mit 1:0 bei den Sportfreunden Lotte, bis dato Tabellen zweiter, ihren dritten Sieg in Folge gefeiert und sich so zur Mannschaft der Stunde entwickelt hat.

Nach der Pleite gegen Großaspach hatten Krüger, Vrabec und Sportdirektor Roland Benschneider den Berufsfußballern des FSV schonungslos die Mentalitätsfrage gestellt. Von ihrer Qualität, so Krüger, waren sie schon vor dem Saisonstart überzeugt, auch wenn die Mannschaft mit ihren 20 Neuzugängen einer Wundertüte glich. „Spielerisch liegen wir über dem Schnitt. Ich sehe die Chance, dass wir mit dieser Mannschaft eine gute Rolle spielen können“, so Krüger, der die neu gewonnene Stabilität auch auf die personellen Veränderung zurück führt, die Vrabec nach der Niederlage gegen Großaspach vollzogen hatte. Die eigentlich als Führungsspieler verpflichteten Sebastian Schachten, Christopher Schorch und Ranisav Jovanovic wurden auf die Bank verbannt, dafür rückten Shawn Barry, der wieder genesene Patrick Ochs und der junge Stürmer Cagaty Kader (19) in die Stammformation der Bornheimer, die mittlerweile seit vier Spielen ungeschlagen sind und vor allem in ihrem Offensivdrang weitaus schwieriger auszurechnen sind als noch vor einigen Wochen.

Ein Marathon

Was auch daran liegt, dass sie mit Massimo Ornatelli und Fabian Schleusener zwei Offensivspieler in ihren Reihen haben, die im Moment die entscheidenden Nadelstiche setzen. So auch beim Siegtreffer in Lotte, den der 30 Jahre alte Ornatelli, der im Frühsommer vom Ligarivalen aus Osnabrück zum FSV wechselte, mit einem Traumpass vorbereitete, und Fabian Schleusener technisch perfekt und nervenstark abschloss. Es war bereits der fünfte Saisontreffer des schnellen Angreifers, der vom Bundesligisten SC Freiburg für ein Jahr lang an die Bornheimer ausgeliehen ist und mit seiner neuen Mannschaft endlich den Blick nach oben richten kann. „Vor drei Spieltagen hat man uns noch abgeschrieben, jetzt sind wir mitten drin im Geschehen. Wir wollten aus den unteren Tabellenregionen raus kommen. Das haben wir jetzt geschafft“, zog Patrick Ochs nach knapp einem Viertel der Saison ein zufriedenes Fazit. Der langjährige Bundesligaprofi der Frankfurter Eintracht weiß natürlich, dass dies kein Ruhekissen für die kommenden Monate ist. „Die Dritte Liga mit ihren 38 Spieltagen ist ein Marathon und kein Sprintevent“, hatte FSV-Sportdirektor Roland Benschneider noch vor wenigen Wochen darauf hingewiesen, das man in dieser ausgeglichenen Liga einen langen Atem braucht. Aber zunächst einmal hat der FSV mit seinem energischen Zwischenspurt die Endzeitstimmung am Bornheimer Hang vertrieben.

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