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FSV Frankfurt: Viel Klasse auch ohne Tore

Von Der Fußball-Drittligist FSV Frankfurt blieb auch im neunten Spiel in Folge ungeschlagen und trotzte dem Klassenprimus aus Duisburg ein 0:0 ab.
Abgehoben: Zweikampf ohne Bodenhaftung zwischen dem Frankfurter Cagatay Kader (links) und Dustin Bomheuer vom Fußball-Drittligisten MSV Duisburg. Foto: Christian Klein (FotoKlein) Abgehoben: Zweikampf ohne Bodenhaftung zwischen dem Frankfurter Cagatay Kader (links) und Dustin Bomheuer vom Fußball-Drittligisten MSV Duisburg.
Frankfurt. 

Die Heimspiele des FSV Frankfurt in den vergangenen beiden Jahren waren in der Regel etwas für Menschen mit einem gewissen Hang zum Masochismus. Am Ende waren die dürftigen Auftritte am Bornheimer Hang ein Grund für den Abstieg der Hessen aus der Zweiten Fußball-Bundesliga im Mai dieses Jahres.

Und auch in der neuen sportlichen Heimat eine Klasse tiefer sollte sich diese Schwarze Serie vor heimischen Publikum fortsetzen, die ihren absoluten Tiefpunkt am sechsten Spieltag erreichte, als die Bornheimer zu Hause gegen die SG Sonnenhof Großaspach eine 1:3-Pleite einstecken mussten.

Knapp zwei Monate nach diesem denkwürdigen Nachmittag hat sich die Heimspielstätte des FSV im Frankfurter Osten allerdings zu einem Ort gewandelt, an dem die Zuschauer mittlerweile auf ihre Kosten kommen. Vier Heimsiege in Folge feierte der langjährige Zweitligist, erzielte dabei 15 Tore und kletterte in der Tabelle stetig nach oben, weil er auch auf fremden Plätzen ungeschlagen blieb.

So legte die Mannschaft von Cheftrainer Roland Vrabec den Grundstein dafür, das sie am Samstag im Frankfurter Volksbank Stadion zum Spitzenspiel gegen den Klassenprimus und Mitabsteiger MSV Duisburg bitten konnte. Und obwohl die Begegnung torlos endete: Die knapp 4500 Zuschauer, darunter rund 1500 mitgereiste Anhänger aus dem Ruhrgebiet, brauchten ihr Kommen nicht zu bereuen. Schließlich hatten sie eine intensiv geführte und packende Begegnung erlebt, die sie bis in die Nachspielzeit hinein in ihren Bann gezogen hatte. „Heute hat es sich gelohnt, hier her zu kommen. Das konnte man sich gut anschauen. Und am Schluss war noch Brisanz drin“, erklärte Steffen Schäfer, der wie in den Wochen zuvor gemeinsam mit Shawn Barry die Innenverteidigung der Frankfurter bildete, die am Ende den Platz sogar als Sieger hätten verlassen können. „Leider waren wir im Abschluss nicht zielstrebig genug“, haderte Vrabec ein wenig angesichts der vergebenen Chancen von Fabian Schleusener (82. Minute), Yannick Stark (90.) und des eingewechselten Ranisav Jovanovic Sekunden vor dem Abpfiff. „Mit dem Unentschieden kann ich leben, auch wenn ich nicht zufrieden bin, weil ich immer gewinnen will“, sagte Vrabec, dem natürlich nicht entgangen war, dass auch die Duisburger ihre Chancen besaßen. Zum Beispiel in der 66. Minute, als der Kopfball von Dustin Bomheuer nur am Pfosten landete und Sekunden später Andreas Wiegel mit seinem Fallrückzieher aus kurzer Distanz am unglaublich reagierenden FSV-Torhüter Sören Pirson scheiterte. Am Ende aber waren es die Bornheimer, die in dieser mitreißenden Partie noch etwas mehr zuzusetzen hatten. „Mir hat imponiert, das unsere Mannschaft dieses Spiel bis zum Schluss unbedingt gewinnen wollte“, erklärte FSV-Geschäftsführer Clemens Krüger und attestierte der zu Saisonbeginn komplett neu zusammengestellten Mannschaft „eine positive Entwicklung“.

Nach neun ungeschlagenen Begegnungen in Folge ist der schlechte Saisonstart in Bornheim endgültig Vergangenheit, beim FSV wird der Blick angesichts eines Rückstandes von nur noch drei Punkten auf einen Aufstiegsplatz nach oben gerichtet, ohne dabei die Demut vor dieser so ausgeglichenen Liga abzulegen. Mit den beiden Unentschieden in Osnabrück vor zwei Wochen (1:1) und dem 0:0 gegen Duisburg hat der FSV Frankfurt unter Beweis gestellt, das er mit den Topteams der Dritten Liga mithalten kann.

„Oben festbeißen“

Ob das ausreicht, um am Ende um den sofortigen Wiederaufstieg mitspielen zu können, kann zum jetzigen Zeitpunkt natürlich noch niemand beantworten. „Irgendwann werden sich vier oder fünf Mannschaften absetzen. Deshalb ist es wichtig, dass wir weiter konstant punkten und uns bis zur Winterpause da oben festbeißen, damit wir zu diesen Mannschaften gehören“, hat Vrabec nach dem Spiel gegen Duisburg die Devise für die kommenden Wochen ausgegeben. Der 42 Jahre alte Fußball-Lehrer hatte im Sommer den Saisonverlauf der Dritten Liga mit ihren 38 Spieltagen als einen Marathon bezeichnet. Einen Zwischenspurt haben die Bornheimer nach fast der Hälfte der Strecke schon hingelegt.

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