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Im Sommer droht die Zäsur: Wo liegt die Zukunft des FSV Frankfurt?

Von Wie vor knapp 20 Jahren steht der FSV Frankfurt vor dem freien Fall aus der Zweiten Bundesliga in die fußballerische Viertklassigkeit.
Das FSV-Fähnchen hängt nur  schlaff herum. Foto: imago sportfotodienst (imago sportfotodienst) Das FSV-Fähnchen hängt nur schlaff herum.
Frankfurt. 

Benno Möhlmann ist ein bekennender Pragmatiker und hat für Nostalgie eigentlich nichts übrig. Beim FSV Frankfurt, wo Möhlmann dreieinhalb Jahre lang erfolgreich in der Zweiten Liga gearbeitet hat, machte der Fußballlehrer aber mal eine Ausnahme. „Der FSV wird nicht in der Versenkung verschwinden. Der Verein ist so traditionsreich, da werden sich immer Leute finden, die weitermachen“, sagte der Trainer des Fußball-Drittligisten Preußen Münster in der vergangenen Woche, bevor er mit seiner Mannschaft die Bornheimer mit 1:0 bezwang und damit noch tiefer in den Abstiegssumpf stieß, aus dem es für den FSV, der seit neun Spielen ohne Sieg ist, ganz offensichtlich kein Entkommen mehr gibt.

Große Sorgen

Und so langsam wächst bei vielen Mitgliedern des Frankfurter Stadtteilclubs die Sorge, dass Möhlmann mit seiner Einschätzung daneben liegt und sich im Sommer jenes Szenario wiederholen könnte, das sich im Juni 1996 im Frankfurter Osten abgespielt hatte. Auch damals war der FSV innerhalb von einem Jahr gleich zwei Mal abgestiegen, den freien Fall aus Zweiten Liga in die viertklassige Oberliga Hessen hätte der hoch verschuldete Verein beinahe nicht überlebt.

Der spätere Präsident und Geschäftsführer Bernd Reisig sowie eine Handvoll von Mitstreitern, unter anderem auch der heutige Vizepräsident Ludwig von Natzmer, bewahrten den FSV zwar mit einem Kraftakt vor dem drohenden Konkurs. Dann aber verschwanden die Bornheimer für über ein Jahrzehnt in den Niederungen des Amateurfußballs, ehe dem mittlerweile schuldenfreien Club 2008 der überraschende Aufstieg in die Zweite Bundesliga gelang.

Neun Jahre später droht dem Club vom Bornheimer Hang eine ähnlich schwerwiegende Zäsur wie 1996. Sollten die Frankfurter nämlich am Ende dieser Saison aus der Dritten Liga absteigen oder aufgrund ihrer wirtschaftlichen Probleme gar keine Lizenz erhalten, wäre das möglicherweise der Abschied vom Profifußball am Bornheimer Hang für eine lange Zeit.

Teure Regionalliga

Denn auch in der viertklassigen Regionalliga mit ihren professionellen Anforderungen, wo es zum Beispiel kein TV-Geld mehr gibt, kann ein Verein wie der FSV Frankfurt mit seinen wenigen Zuschauern und Sponsoren auf Dauer nicht überleben.

Ganz zu schweigen von den strukturellen Problemen, die den Bornheimern ein Abstieg oder ein Lizenzentzug im Sommer bescheren würde. Wie vor einem Jahr nach dem Abstieg aus dem Bundesliga-Unterhaus hätten die Bornheimer dann keine Spieler, vermutlich keinen Trainer und auch keinen Geschäftsführer mehr. Die Tage von Clemens Krüger und auch Sportdirektor Roland Benschneider dürften bei einem Sturz in die Viertklassigkeit gezählt sein, zumal Krüger auch schon der Sturz aus der Zweiten Liga angekreidet wurde.

Aber auch das Präsidium mit Julius Rosenthal an der Spitze gerät in diesen schwierigen Zeiten immer mehr in die Schusslinie der Kritik, weil es in den vergangenen Monaten trotz der desaströsen Bilanz stets an Krüger festgehalten hat. Aber wer würde bei einem Rücktritt der FSV-Spitze die Verantwortung für einen Neuaufbau übernehmen? Sofern der überhaupt möglich ist, denn nach wie vor steht nicht fest, wie hoch der Schuldenstand der vom Verein ausgegliederten GmbH ist.

Vereinsinterne Kritiker wie Reisig oder der frühere Präsident Carlo Kiefer, der sich vor wenigen Wochen aus dem Aufsichtsrat zurück gezogen hat, hatten dem Präsidium und Krüger in diesem Zusammenhang immer wieder eine Wagenburg-Mentalität vorgeworfen und mehr Informationen eingefordert.

Die wird möglicherweise bald der frühere Präsident Michael Görner erhalten. Der 56-Jährige, der den FSV seit Jahren schon finanziell unterstützt, ist angeblich bereit, bei der nächsten Jahreshauptversammlung im Herbst erneut als neuer Präsident zu kandidieren. Aber auch diese Personalie dürfte die Rückkehr der Bornheimer in den Amateurfußball nicht verhindern.

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