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0:6-Klatsche für den 1. FC Köln in Hoffenheim

1899 Hoffenheim feiert gegen Köln den höchsten Bundesliga-Sieg der Club-Geschichte und ist wieder nah dran an Europa. Das Team von Chefcoach Nagelsmann darf sich auch bei einem Stürmer bedanken, der vor dieser Spielzeit zu den Rheinländern wechseln wollte.
Hoffenheims Doppelpacker Serge Gnabry jubelt über sein Tor zum 2:0. Foto: Uwe Anspach Hoffenheims Doppelpacker Serge Gnabry jubelt über sein Tor zum 2:0.
Sinsheim. 

Der 1. FC Köln ist nach Tagen der Hoffnung wieder mal am Boden. „Das war natürlich gar nichts. Das kam einer Aufgabe gleich. Das war eine Frechheit von uns”, wetterte Torhüter Timo Horn nach der 0:6 (0:1)-Klatsche des Tabellenvorletzten der Fußball-Bundesliga bei 1899 Hoffenheim.

Zwei Wochen nach dem Derby-Sieg gegen Bayer Leverkusen bot der Abstiegskandidat eine hilflose Leistung vor 30 150 Zuschauern in der ausverkauften Sinsheimer Rhein-Neckar-Arena. Der Gegner, so Horn, sei „in allen Belangen zwei bis drei Klassen besser gewesen als wir”.

So konnten sich die Rheinländer jedenfalls nicht empfehlen für die so wichtige Partie am nächsten Wochenende gegen den Mitkonkurrenten FSV Mainz 05. „Wir müssen uns in allen Bereichen verbessern, sonst wird das nichts”, forderte Trainer Stefan Ruthenbeck.

Derweil feierten die Hoffenheimer den höchsten Sieg ihrer zehnjährigen Erstliga-Historie. Bayern-Leihgabe Serge Gnabry erzielte dabei ebenso zwei Tore (23. und 47. Minute) wie der gebürtige Kölner Mark Uth (56./65.). Außerdem trafen Lukas Rupp (61.) und Steven Zuber (72.).

Dabei waren die Gäste erstmals seit dem zweiten Spieltag nicht als Tabellenletzter angereist, haben aber immer noch fünf Punkte Rückstand auf den Relegationsplatz mit dem FSV Mainz 05, der am Sonntag gegen Borussia Mönchengladbach seinen Vorsprung ausbauen kann. Die angriffsfreudigen und formstarken Kraichgauer dürfen weiter auf ihre zweite Europa-League-Teilnahme hoffen - und sogar von der Champions League träumen. Zumal sie noch bei Eintracht Frankfurt und RB Leipzig sowie zum Saisonfinale gegen Borussia Dortmund antreten. „Wir haben es selbst in der Hand. Wenn wir unsere Spiele gewinnen, ist alles möglich”, sagte Gnabry.

Die Offensivpower der Rheinländer in der Rückrunde mit bis dato 17 Toren in zehn Spielen war nur in der 18. Minute zu erahnen: Da verfehlte Marco Höger mit einem Kopfball knapp das gegnerische Gehäuse. Ansonsten überrollten die Hoffenheimer die Kölner geradezu.

Nach einigen schlampig zu Ende gespielten Angriffen der Hausherren in einer bärenstarken Anfangsphase fasste sich Gnabry ein Herz: Der überaus agile Nationalspieler umkurvte Jorge Meré und Dominic Maroh und schoss zum 1:0 ein - der 50. Gegentreffer dieser Saison für die schwächste Abwehr der Liga.

Auch ohne den noch nicht wieder fitten Nationalspieler Kerem Demirbay behielt die Mannschaft von Trainer Julian Nagelsmann die Oberhand. Kurz nach der Pause legte Gnabry mit einem Flachschuss zum 2:0 nach. Einen Konter schloss Uth überlegt zum 3:0 ab. Der künftige Schalker hatte vergangenen Sommer noch zum 1 FC Köln zurückkehren wollen, sein Arbeitgeber erteilte ihm aber für einen Wechsel zu seinem Ex-Club keine Freigabe. Auch die Vorarbeit zum 4:0 durch Demirbay-Vertreter Rupp leistete Uth, ehe der 26-Jährige erneut traf - sein zwölftes Saisontor. Den Hoffenheimer „Speed”, so klagte Ruthenbeck später, habe man nicht in den Griff bekommen.

Nach dem Schlusspfiff bildeten die Kölner auf dem Rasen noch einen Kreis. Was Ruthenbeck da seinen deprimierten Profis gesagt hat? „Das Spiel verdrängen, ganz schnell wegschieben”, erklärte der Chefcoach. Sein Kollege Nagelsmann gab den Gästen noch einen „kleinen Mutmacher” mit auf die Heimreise: „Mich erinnert die Situation der Kölner an unsere vor zwei Jahren. Da haben wir mit 0:5 in Stuttgart auf den Deckel bekommen - und danach kein Spiel mehr verloren.”

(Von Ulrike John, dpa)
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