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4:3 gegen Bremen - Köln gewinnt mit Offensiv-Spektakel

Sieben Tore und ein atemberaubendes Hin und Her: Köln und Bremen bieten im letzten Freitagabend-Spiel der Bundesliga-Saison beste Unterhaltung. Der 4:3-Sieg gibt den Kölnern einen Schub im Kampf um die Europa-League-Teilnahme - aber auch Werder kann noch hoffen.
Kölns Anthony Modeste jubelt mit Leonardo Bittencourt (l) über seinen Treffer. Foto: Rolf Vennenbernd Kölns Anthony Modeste jubelt mit Leonardo Bittencourt (l) über seinen Treffer. Foto: Rolf Vennenbernd
Köln. 

Der 1. FC Köln hat in einem verrückten und begeisternden Spiel die sensationelle Serie von Werder Bremen gestoppt und die erste Europacup-Teilnahme seit 25 Jahren dicht vor Augen.

Die Rheinländer besiegten die Hanseaten nach einem Offensiv-Feuerwerk beider Teams verdient mit 4:3 (3:2) und eroberten zum Auftakt des drittletzten Bundesliga-Spieltags Rang sechs von Werder. Die offensiv ebenfalls furiosen Bremer kassierten die erste Niederlage seit Februar und nach elf Spielen, von denen sie neun gewonnen hatten.

Die erste Europacup-Teilnahme nach sieben Jahren ist für die Norddeutschen noch möglich, allerdings hat Werder mit Spielen gegen Hoffenheim und Dortmund ein schweres Restprogramm. „Wir haben jetzt natürlich extrem schwere Spiele vor der Brust und hätten hier heute gerne etwas mitgenommen”, sagte Torschütze Fin Bartels. Trainer Alexander Nouri urteilte: „Wir haben zwar verloren, aber ich denke, alle Zuschauer haben gewonnen und ein fantastisches Spiel gesehen.”

Torjäger Anthony Modeste mit seinem 24. und 25. Saisontor (13./47.), Leonardo Bittencourt (28.) und Simon Zoller (44.) brachten den FC am Freitagabend mit 2:0 und 4:2 in Führung. Bartels (34.), Theodor Gebre Selassie (40.) und der eingewechselte Serge Gnabry (62.) trafen für die Gäste. Die Kölner bekommen es an den letzten beiden Spieltagen mit Leverkusen und Mainz zu tun. „Das ist ein spezieller Moment für Köln und damit auch für den FC und die Fans”, sagte Sportchef Jörg Schmadtke. „Großen Respekt heute an die Mannschaft.” Torschütze Modeste sagte: „Mit diesen Fans kannst du nur Europapokal spielen.”

Die Rheinländer übernahmen in einem packenden Spiel sofort die Initiative und wurden vor allem bei Ecken immer wieder gefährlich. So traf Modeste dann auch aus dem Gewühl heraus aus kurzer Distanz zum 1:0 und beendete nach 314 Minuten ohne Treffer seine Torflaute.

Die Führung war für den FC im 100. Bundesliga-Spiel von Trainer Peter Stöger der Lohn der vielleicht stärksten Anfangs-Viertelstunde in dieser Saison, die Fans stimmten „Europapapokal”-Gesänge an. Und der quirlige Bittencourt schloss kurz darauf einen Konter nach Flanke des ebenfalls starken Lukas Klünter per Kopf sogar zur 2:0-Führung ab.

Werder wirkte mit dem Selbstbewusstsein seiner Serie zu Beginn etwas übermotiviert, spielte viele unsaubere Pässe im Mittelfeld. Doch nach dem zweiten Gegentor drehten die Norddeutschen auf. Bartels war nach feinem Pass von Zlatko Junuzovic frei durch und legte den Ball mit dem Außenrist an Keeper Timo Horn vorbei. Für Bartels war es die neunte Torbeteiligung in den vergangenen sieben Spielen.

Sechs Minuten später gelang den Norddeutschen sogar der zu diesem Zeitpunkt unverdiente Ausgleich. Gebre Selaissie köpfte eine Flanke von Junuzovic zum 2:2 ein. Die Bremer waren nun das überlegene Team und drückten sogar auf den Führungstreffer - doch auf der Gegenseite schlug der FC eiskalt zu. Nach einem Abschlag von Horn gelangte der Ball zu Zoller, der mit einem Lupfer zur erneuten Führung traf.

Und die Rheinländer starteten in die zweite Halbzeit ebenso furios wie in die erste. Nach nur zwei Minuten erzielte Modeste mit einem Rechtsschuss seinen zweiten Treffer der Partie. Doch Bremen ließ sich nicht entmutigen, der eingewechselte Gnabry traf nach scharfer Hereingabe von Bartels zum erneuten Anschluss. Die Kölner wirkten nun müde. Werder drängte auf den Ausgleich, traf trotz einer guten Kopfball-Chance für Gnabry (76.) aber nicht mehr. Modeste vergab kurz vor Schluss sogar noch die große Chance zum 5:3 für Köln (86.).

(Von Holger Schmidt, dpa)
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