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Ab nach Mallorca

Für Christian Hock, den Sportdirektor des hessischen Fußball-Drittligisten SV Wehen Wiesbaden, begann nur ein paar Stunden nach der märchenhaften Rettung die Vorbereitung auf die kommende Saison.
Freude pur bei Alf Mintzel, der das 3:1 erzielt hat. Foto: Huebner/Severing Freude pur bei Alf Mintzel, der das 3:1 erzielt hat.
Wiesbaden. 

Am Ende einer langen Partynacht düsten einige Spieler des Fußball-Drittligisten SV Wehen Wiesbaden kurzerhand nach Mallorca. „Das haben sie sich auch verdient“, kommentierte Sportdirektor Christian Hock den spontanen Trip der Nichtabstiegs-Helden auf die spanische Ferieninsel.

Für den 46-Jährigen begann hingegen nur ein paar Stunden nach der märchenhaften Rettung die Vorbereitung auf die kommende Saison, die mit dem Trainingsauftakt am 18. Juni beginnt. Gemeinsam mit dem Trainerteam analysierte Hock die nervenaufreibende Spielzeit, die um ein Haar mit dem Absturz in die Regionalliga geendet hätte. Dank des 3:1 gegen den bereits abgestiegenen VfB Stuttgart II wurde dieser vermieden. Das rettende Tor erzielte Routinier Alf Mintzel in der vierten Minute der Nachspielzeit. „Von mir aus hätte auch das Maskottchen treffen können“, sagte der 34-Jährige grinsend.

Bei Punktgleichheit mit den Stuttgarter Kickers (beide 43) gab am Ende die um diesen einen Treffer bessere Tordifferenz gegenüber den Schwaben den Ausschlag zugunsten der Wiesbadener. „Wir sind schwer in die Saison reingekommen. Die Erfolgserlebnisse waren nicht da, auch wegen der vielen Verletzten“, konstatierte Hock. Coach Torsten Fröhling, der nach 1860 München im Vorjahr nun auch Wehen Wiesbaden vor dem Absturz rettete, verabschiedete sich am Pfingstmontag glücklich in den Heimaturlaub. „Es war genauso emotional wie letztes Jahr, auch wenn es hier weniger Fans waren. Ich bin überglücklich, dass wir über dem Strich stehen. Wir haben immer an uns geglaubt und sind dafür belohnt worden“, erklärte der 49-Jährige. Er freut sich jetzt darauf, „meine Kinder jeden Tag in die Schule bringen zu können.“

Vom Happy End im Abstiegskrimi erhofft sich Hock nun eine Signalwirkung. „So ein Erlebnis schweißt zusammen. Wir haben das über die mannschaftliche Geschlossenheit erreicht. Das war Grundvoraussetzung und da hatten wir Nachholbedarf. Wenn man so etwas schafft, kann einen das schon einen Schritt nach vorne bringen“, sagte er. Auf vier oder fünf Positionen soll die Mannschaft verstärkt werden. „Vor allem in der Offensive hatten wir große Probleme, da werden wir nachbessern“, sagte Hock. Nur fünf Spieler haben keine gültigen Verträge für die kommende Saison. Steven Ruprechts Kontrakt verlängerte sich mit dem Klassenerhalt automatisch.

Bei der Verpflichtung neuer Spieler ist laut Hock einiges an Überzeugungskraft notwendig. „Wir können mit Sicherheit nicht die Top-Verdiener der Liga holen. Wir bieten aber Vertrauen, Entwicklungsmöglichkeiten und haben mit Wiesbaden eine lebenswerte Stadt und optimale Bedingungen im Hintergrund“, sagte Hock. Wenn alles weitestgehend erledigt ist, will auch er sich ein paar freie Tage gönnen.

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