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Algerien nach 4:2-Sieg mit guter Achtelfinal-Chance

Algerien brach den Bann - beim ersten WM-Sieg seit 1982 erzielten die Algerier als erstes afrikanisches Team vier Tore bei einer WM. Nach dem 4:2 gegen Südkorea ist das erste WM-Achtelfinale überhaupt möglich.
Das algerische Team darf nach dem Sieg gegen Südkorea vom Achtelfinaleinzug träumen. Foto: Mohamed Messara Das algerische Team darf nach dem Sieg gegen Südkorea vom Achtelfinaleinzug träumen. Foto: Mohamed Messara
Porto Alegre. 

Algerien darf nach seinem ersten WM-Sieg seit 32 Jahren auf das Achtelfinale hoffen - und der Gegner könnte Deutschland sein.

Durch das 4:2 (3:0) gegen zunächst erschreckend schwache Südkoreaner haben die Nordafrikaner gute Chancen, bei ihrer vierten Teilnahme erstmals die Vorrunde einer Fußball-WM zu überstehen. Islam Slimani (26. Minute) und Rafik Halliche (28.) per Doppelschlag sowie Abdelmoumene Djabou (38.) und Yacine Brahimi (62.) trafen in Porto Alegre für die neu formierten Algerier. Als erster afrikanischer Mannschaft gelangen Algerien vier Tore bei einer WM.

Leverkusens Son Heung Min (50.) mit seinem ersten WM-Tor und Koo Ja Cheol (72.) von Mainz 05 erzielten die Treffer für Südkorea, das nach einer desolaten Abwehrleistung vor dem frühzeitigen WM-Aus steht. «Ich möchte mich bei den vielen südkoreanischen Fans entschuldigen. Unsere Strategie war nicht gut», erklärte der tieftraurige Trainer Hong Myung.

«Der Sieg nach 32 Jahren bedeutet uns sehr viel. Wir widmen ihn dem algerischen Volk. Für uns ist nun alles möglich», sagte Algeriens Coach Vahid Halilhodzic. Vor dem letzten Vorrundenspieltag der Gruppe H liegt Algerien mit drei Punkten hinter den bereits fürs Achtelfinale qualifizierten Belgiern (6) auf Platz zwei. Ein Unentschieden am Donnerstag gegen Russland (1) würde Algerien reichen, wenn Südkorea (1) nicht hoch gegen Belgien gewinnt. Der Tabellenzweite trifft auf den Sieger der deutschen Vorrundengruppe G.

Gegen Südkorea, 2002 im eigenen Land noch Halbfinalist und 2010 im Achtelfinale, zahlten sich die Umstellungen von Algeriens Trainer Halilhodzic aus. Der Bosnier, der heimische Medienberichte über eine Entmachtung vehement dementiert hatte, wechselte nach der unglücklichen 1:2-Niederlage gegen Belgien gleich auf fünf Positionen - mit Erfolg: drei der neuen Spieler trafen. Südkorea änderte sein Personal im Vergleich zum 1:1 gegen Russland nicht. In der Startelf standen erneut Innenverteidiger Hong Jeong Ho vom FC Augsburg, Koo und Son.

Auf die Umstellungen des Gegners war Südkorea in der Anfangsphase nicht eingestellt, das nun offensiver ausgerichtete Algerien machte das Spiel. Sofiane Feghouli hatte schon in der 2. Minute seine erste Chance und war wenig später Mittelpunkt einer strittigen Szene: Kim Youn Gwon brachte den Stürmer vom FC Valencia im Strafraum zu Fall, doch der fällige Elfmeterpfiff von Schiedsrichter Wilmar Roldan aus Kolumbien blieb aus. Auch Slimani hätte mit einem unbedrängten Kopfball ans Außennetz für die algerische Führung sorgen können.

Viele Stellungsfehler machten die Asiaten in der Defensive weiter anfällig. Beim Führungstreffer lief gleich zwei Verteidiger munter mit, ohne den 26-Jährigen von Sporting Lissabon nach dem langen Pass entscheidendend zu stören. Den Doppelschlag machte keine zwei Minuten später Rafik Halliche perfekt. Djabous Ecke köpfte Halliche problemlos ein, Torwart Jung Sung gab wie die gesamte Abwehr keine gute Figur ab. Geschockt bekam Südkorea noch weniger Zugriff aus Spiel und die langen algerischen Bälle nicht in den Griff. Slimani bediente Djabou, der aus elf Metern ins rechte untere Eck.

Son schien mit seinem Tor kurz nach der Pause eine mögliche Wende einzuläuten. Mit einer Körpertäuschung versetzte der Leverkusener die Abwehr. Mitten in die koreanische Drangphase hinein sorgte Brahimi nach feinem Doppelpass mit Feghouli für die vermeintliche Entscheidung. Doch die Südkoreaner gaben nicht auf: Koo traf. Kurz danach hatte Lee sogar die Chance zum 3:4, doch Algeriens Torwart Rais M'Bolhi rettete. Südkoreas Schlussoffensive blieb erfolglos.

(Von Matthias Bossaller, dpa)
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