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Anhänger diskutieren über ihre Zukunft

Das Konzeptpapier "Sicheres Stadionerlebnis" wird heute erstmals von den Betroffenen besprochen.
"Pro Pyro": Manche Union-Fans haben da eine klare Meinung. Ob die "Eisernen" diese auch als Gastgeber des Fangipfels vertreten?	Foto: Imago "Pro Pyro": Manche Union-Fans haben da eine klare Meinung. Ob die "Eisernen" diese auch als Gastgeber des Fangipfels vertreten? Foto: Imago
Berlin. 

Sicherheitsstandards wie auf dem Flughafen? Nacktkontrollen beim Einlass ins Stadion? Sieht so die Zukunft des Fußballs in Deutschland aus? Viele Fans in Deutschland schütteln bei diesen Vorstellungen den Kopf, wenn sie das Strategiepapier "Sicheres Stadionerlebnis" lesen.

Aber es sind nicht nur die Fans, die das ausgearbeitete Konzept der Deutschen Fußball Liga (DFL) und des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) kritisch sehen. Auch bei einigen Vereinen hat sich deutlicher Widerstand geregt. Am heutigen Donnerstag lädt der Zweitligist 1. FC Union Berlin zum großen Fan-Gipfel, auf dem eine gemeinsame Position der Anhänger erarbeitet werden soll.

"Wir wollen mit den Leuten reden, die die Arbeit an der Basis erledigen", sagte Unions Fan-Beauftragter Lars Schnell. Rund 300 Anhänger, Sicherheits- und Fanbeauftragte der 36 deutschen Proficlubs werden in der Hauptstadt erwartet. Die DFL schickt unter anderen ihren designierten Geschäftsführer Andreas Rettig. Der DFB ist mit dem Sicherheitsbeauftragten Hendrik Große Lefert und dem Fanbeauftragten Gerald von Gorrissen vor Ort.

Die Fans bemängeln beim Konzept "Sicheres Stadionerlebnis", dass es nicht zielführend sei, um Gewaltprobleme zu lösen. "Von dem von den Verbänden immer wieder propagierten Dialog mit den Fans kann keine Rede sein", erklärte der Sprecher der Faninitiative "Pro-Fans", Philipp Markhardt. Zudem würden einige der angestrebten Sanktionen gegen rechtsstaatliche Prinzipien verstoßen.

Im Maßnahmekatalog von DFL und DFB wird auch gefordert, dass Fanclubs einen Verhaltenskodex unterschreiben müssen, in dem sie sich von Gewalt und Pyrotechnik distanzieren. Wer sich dem widersetzt, soll unter anderem keine Eintrittskarten mehr erhalten. Zuletzt war die Diskussion um Gewalt im Fußball nach den Vorkommnissen beim Bundesliga-Revierderby zwischen Borussia Dortmund und Schalke 04 neu entfacht worden. "Geredet ist nun genug. Jetzt müssen Taten folgen. Das gilt auch für die Fußballverbände", hatte Mecklenburg-Vorpommerns Innenminister Lorenz Caffier (CDU) als Vorsitzender der Innenministerkonferenz gefordert.

Union-Präsident Dirk Zingler sieht das anders. DFL und DFB zögen aus aktuellen Tendenzen die falschen Schlussfolgerungen. Die Androhung von Sanktionen gegen die Vereine sei kontraproduktiv, sagte er. Das Hauptargument, dass es eine Eskalation der Gewalt in und außerhalb der Stadien gäbe, sei nicht bewiesen. Union Berlin war bereits im Juli der Sicherheitskonferenz der 54 deutschen Proficlubs als einziger Verein ferngeblieben. Die Begründung: Über die Inhalte habe man zuvor nicht mit der Fanszene diskutieren können. Am 12. Dezember will die DFL in einer Vollversammlung über das Strategiepapier "Sicheres Stadionerlebnis" abstimmen lassen. dpa

(dpa)
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