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Augsburg feiert Tordebütanten Córdova

Ein 20 Jahre alter Bundesliga-Neuling aus Venezuela belohnt den FC Augsburg für einen unermüdlichen Sturmlauf gegen Gladbach. Sergio Córdova beschreibt sein Premierentor als „Traum”. Die Gäste stellen nach der Pause die Offensivarbeit ein und werden dafür spät bestraft.
Alfred Finnbogason (M) jubelt über sein Tor zum 1:0. Es war das schnellste Tor der Augsburger Bundesligageschichte. Foto: Stefan Puchner Alfred Finnbogason (M) jubelt über sein Tor zum 1:0. Es war das schnellste Tor der Augsburger Bundesligageschichte.
Augsburg. 

Der Augsburger Retter war mächtig stolz auf sich und seine bis zum Happy End unermüdlich anrennende Mannschaft.

„Ich bin sehr glücklich über mein erstes Tor in der Fußball-Bundesliga. Das Tor ist ein Traum”, erzählte Sergio Córdova. Der eine Million Euro teure Neuzugang aus Venezuela belohnte den FC Augsburg mit seinem späten Treffer zum 2:2 (1:2) gegen Borussia Mönchengladbach.

Der 20 Jahre alte Joker traf in der der 89. Minute auf Vorlage des eine knappe Viertelstunde zuvor gemeinsam mit ihm eingewechselten Außenstürmer Marcel Heller. „Wir haben viel Wucht auf der Bank”, sagte Trainer Manuel Baum erfreut nach dem ersten Zähler der Saison. Das Unentschieden war hochverdient für die Gastgeber, die nach der Pause vor 29 243 Zuschauern einen Sturmlauf veranstaltet hatten.

Der Gladbacher Augsburg-Fluch hielt dadurch an. Auch beim siebten Gastspiel in der Augsburger Arena gelang wieder kein Sieg. Gladbach spielte aber auch nur eine Hälfte gut auf. Der Schweizer Neuzugang Denis Zakaria (7. Minute) und Außenverteidiger Oscar Wendt (30.) erzielten die Tore zur Halbzeitführung. Alfred Finnbogason hatte nach 32 Sekunden das schnellste Tor in der nun siebenjährigen Augsburger Bundesliga-Geschichte erzielt.

„Die Mannschaft muss sich ankreiden lassen, dass sie in der zweiten Halbzeit zu wenig versucht hat. Aber das ist ein Lernprozess, den ich der Mannschaft zugestehe”, sagte Trainer Dieter Hecking nachsichtig.

Das Spiel begann mit einem Knalleffekt. Schiedsrichter Sascha Stegemann hatte gerade angepfiffen, da hallte Jubel durch die fast ausverkaufte Arena. Auf Zuspiel von Neuzugang Michael Gregoritsch erzielte Finnbogason das 1:0. Und Jonathan Schmidt hätte gegen die schläfrig beginnenden Gäste beinahe flott das 2:0 nachgelegt (6.).

FCA-Trainer Baum beklagte nach dem Spiel, dass in der 7. Minute der Videobeweis nicht zum Einsatz gekommen war, nachdem Gladbachs Verteidiger Jannik Vestergaard einen Schuss im Strafraum klar an die Hand bekommen habe. „Vielleicht muss sich das noch einspielen”, sagte Augsburgs Geschäftsführer Stefan Reuter mit süßsaurer Miene.

Nach Augsburgs fulminanter Startphase wurde schnell offenbar, dass der FCA defensiv den wendigen, schnellen und spielstarken Gladbacher Offensivakteuren nicht gewachsen war. Zakaria (20) startete aus der eigenen Hälfte ein Solo, spielte Doppelpass mit Geburtstagskind Lars Stindl (29) und schloss den Angriff mit seinem ersten Bundesligator ab. Beim zweiten Gladbacher Tor versetzte Raffael FCA-Verteidiger Martin Hinteregger und passte auf Patrick Herrmann. Dessen Schuss konnte Marwin Hitz noch abwehren, aber Wendt war mit dem Kopf da.

In die zweite Hälfte startete Augsburg wieder fulminant: Gregoritsch, Finnbogason, Daniel Baier und Caiuby hatten Chancen im Minutentakt. Entweder fehlte das Glück - oder der starke Yann Sommer im Gladbacher Tor konnte die Bälle halten. Am Ende wurden 24 Torschüsse für den FCA gezählt. „Wir haben Wahnsinnschancen herausgespielt und hatten mindestens einen Punkt verdient”, kommentierte Kapitän Baier.

Erst nach dem Dreifach-Wechsel von Baum in der 76. Minute stellte sich der Erfolg ein. Heller flankte auf Córdova, der mit dem linken Fuß das 2:2 erzielte. Augsburg bejubelte den ersten Punkt, die Gladbacher ärgerten sich über den verpassten Sechs-Punkte-Start.

(Von Klaus Bergmann, dpa)
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