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Augsburgs Freude, Frankfurts Frust nach 0:3: „Ernüchternd”

Der FC Augsburg trumpft im Duell der Bundesliga-Überraschungen groß auf. „Hiobsbotschaften” stecken die Schwaben scheinbar mühelos weg. Frankfurts Trainer Kovac sieht sich bestätigt. Wenigstens kann ein lange verletzter Leistungsträger sein Comeback feiern.
Caiuby (l-r), Torschütze Ja-Cheol Koo und Kevin Danso jubeln nach dem Auftakttreffer. Augsburg besiegt Eintracht Frankfurt mit 3:0. Foto: Stefan Puchner Caiuby (l-r), Torschütze Ja-Cheol Koo und Kevin Danso jubeln nach dem Auftakttreffer. Augsburg besiegt Eintracht Frankfurt mit 3:0.
Augsburg. 

Als die Augsburger Profis sich noch ausgiebig vor ihrer Kurve für einen mitreißenden Auftritt feiern ließen, suchten die ausgebremsten Frankfurter gefrustet nach Erklärungen.

„Das war schon ernüchternd. Wir haben uns von der ersten Minute den Schneid abkaufen lassen”, sagte Sportdirektor Bruno Hübner nach dem 0:3 (0:1) beim FC Augsburg. „Abhaken - es geht ja Mittwoch schon weiter.” Dann steht das Viertelfinale im DFB-Pokal gegen den FSV Mainz 05 an.

Die glänzend eingestellten Augsburger zeigten sich auch ohne den verletzten Topstürmer Alfred Finnbogason in Torlaune und verhinderten den Sprung der Eintracht auf den zweiten Tabellenrang. Ja-Cheol Koo (19. Minute), Michael Gregoritsch mit seinem neunten Saisontor (76.) und Marco Richter (89.) sorgten vor 27 188 Zuschauern für den verdienten Augsburger Erfolg.

„Augsburg hat uns mit den Basics des Fußballs besiegt. Leidenschaft, Einstellung, Kampf und zweite Bälle”, zählte es Trainer Niko Kovac nach der erst zweiten Auswärtsniederlage der Saison auf. „Wenn wir nicht am Anschlag sind, ist es für die Eintracht schwierig.”

Das Augsburger Team von Trainer Manuel Baum zeigte sich unbeeindruckt von den Ausfällen der verletzten Leistungsträger Finnbogason und Jeffrey Gouweleeuw sowie dem Ärger um den aussortierten Daniel Opare. Der Außenverteidiger aus Ghana soll sich nach dem Zerwürfnis mit dem FCA einen neuen Club suchen. „Es geht ganz klar um Werte”, sagte Manager Stefan Reuter und nannte etwas „Ehrlichkeit, eine gewisse Teamfähigkeit”. „Das sind die Dinge, die in den letzten Wochen nicht gepasst haben.”

Umso wichtiger war den Augsburgern der geschlossen gute Auftritt der Mannschaft. „Es war keine einfache Woche nach den Hiobsbotschaften. Bei uns geht es nur im Kollektiv und das haben wir von der ersten Minute an gezeigt”, sagte Kapitän Daniel Baier.

Baier war auch an der Führung beteiligt. Nach einem Freistoß von Philipp Max aus dem Halbfeld wurde die Direktabnahme des Kapitäns noch abgewehrt. Gedankenschnell schnappte sich Koo aber den Ball, schloss technisch versiert und mit viel Übersicht zu seinem zweiten Saisontor ab. Gäste-Torhüter Lukas Hradecky war in seinem 100. Eintracht-Pflichtspiel machtlos.

„Vielleicht sind wir ein bisschen zu euphorisch geworden. Wir müssen mit den Beinen auf dem Boden bleiben”, forderte der Eintracht-Keeper und ärgerte sich über einen „überheblichen” Beginn seiner Elf.

Hradecky musste noch zwei weitere Male hinter sich greifen. Nach Kopfballvorlage von Caiuby erhöhte Gregoritsch sehenswert auf 2:0. Und es kam noch schlimmer für die Eintracht: Richter traf mit seinem ersten Bundesliga-Tor im zweiten Spiel noch zum 3:0. „Wenn die Fans ihn nach dem Spiel rufen, hat man ein bisschen glasige Augen”, sagte Trainer Manuel Baum über das Tor-Debüt des 20-Jährigen. „Das ist der Weg, den der FC Augsburg einschlagen muss und weiter einschlagen wird.”

Nur ein Gästespieler konnte der Partie etwas Positives abgewinnen. Marco Fabián kam nach langer Verletzungspause wegen einer Bandscheibenoperation erstmals in dieser Saison zum Einsatz. „Es war ein wichtiger Moment, weil ich die Chance hatte, wieder auf dem Platz zu stehen”, beschrieb es der Mexikaner. Demnächst will der 28-Jährige auch wieder mit der Eintracht siegen.

(Von Christian Kunz, dpa)
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