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Sprengstoffanschlag auf BVB-Bus: Bomben in Dortmund

Bei der Explosion dreier Sprengsätze wurde der Dortmunder Profi Marc Bartra an der Hand und am Arm verletzt.Die Fans blieben weitgehend ruhig.
Mit dem Victory-Zeichen trotzte diese Frau im Stadion der Angst. Foto: Federico Gambarini (dpa) Mit dem Victory-Zeichen trotzte diese Frau im Stadion der Angst.
Dortmund. 

Es sollte ein Fußball-Fest werden, es endete mit Angst, Schrecken und Fassungslosigkeit: Ein Sprengstoffanschlag auf den Mannschaftsbus von Borussia Dortmund hat zu einer Absage des Champions-League-Viertelfinals am Dienstagabend gegen AS Monaco geführt. Bei der Explosion dreier Sprengsätze wurde Marc Bartra an der Hand und am Arm verletzt, der BVB-Innenverteidiger musste im Krankenhaus ärztlich versorgt werden. Dennoch wird das Viertelfinal-Hinspiel bereits am heutigen Mittwoch (18.45 Uhr/Sky) nachgeholt.

„Ich saß in der hintersten Reihe neben Marc Bartra, der von Splittern der zerborstenen Rückscheibe getroffen wurde. Nach dem Knall haben wir uns alle im Bus geduckt und wer konnte, auf den Boden gelegt. Wir wussten nicht, ob noch mehr passiert. Die Polizei war schnell vor Ort, hat abgesichert. Wir sind alle geschockt“, schilderte BVB-Torwart Roman Bürki bei Blick.ch seine Eindrücke.

Nicht nur Bürki tat sich schwer, den Schreckmoment zu verarbeiten. „Die ganze Mannschaft ist in einer Schockstarre. Solche Bilder bekommst du nicht aus dem Kopf heraus“, hatte zuvor BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke bei Sky gesagt: „In solch einer Krisensituation rücken alle Borussen zusammen.“

Moralische Unterstützung erhielt der BVB auch vom Erzrivalen Schalke 04. „Getrennt in den Farben, vereint gegen Gewalt! Alles Gute, Marc Bartra und dem gesamten Team des BVB! Ich hoffe, es geht euch gut!“, twitterte Schalke-Kapitän Benedikt Höwedes.

Um kurz nach 19 Uhr hatten sich die Explosionen auf der Wittbräucker Straße knapp zehn Kilometer vom Stadion entfernt ereignet. „Nach ersten Erkenntnissen geht die Polizei von einem Angriff mit ernst zu nehmenden Sprengsätzen aus“, hieß es in einer Mitteilung.

Die Sprengsätze waren wohl am Wegesrand in der Nähe des Mannschaftshotels in einer Hecke deponiert. Der Bus wurde nach Angaben von BVB-Sprecher Sascha Fligge an zwei Stellen beschädigt, Scheiben gingen kaputt. Die Dortmunder Polizei war nach eigenen Angaben rund um das Stadion mit einer Vielzahl von Kräften im Einsatz. Über die Hintergründe des Anschlags gab es zunächst keine Angaben.

Das BVB-Team wurde nach dem Vorfall zurück ins Hotel gebracht. „Aus Sicherheitsgründen wollen wir das weitere Prozedere nicht bekannt geben“, sagte Watzke. Er kündigte aber noch ein Gespräch mit den Spielern und Trainer Thomas Tuchel am Dienstagabend an. Die Spieler sollen sich danach aber auf den Weg nach Hause gemacht haben. BVB-Präsident Reinhard Rauball begab sich in die Kabine des AS Monaco und informierte den französischen Tabellenführer über die Situation. Die Monegassen trainierten danach im Stadion. Die Spieler sollten sich bewegen, lautete die Begründung. Stadionsprecher Norbert Dickel hielt derweil die sich bereits im Signal-Iduna-Park befindenden Anhänger ständig über die Entwicklungen auf dem laufenden. Die Fans blieben weitgehend ruhig, sie reagierten nur vereinzelt mit Pfiffen auf die Neuansetzung der Begegnung. Borussia Dortmund empfahl den Anhängern, zunächst noch im Stadion zu bleiben und Ruhe zu bewahren, um eine geordnete Abreise zu gewährleisten. Diese fand nach Polizeiangaben auch statt.

Große Anteilnahme

Die Anteilnahme war unterdessen groß. „Ich kann es nicht fassen! Ich hoffe, es geht euch allen gut“, twitterte der ehemalige BVB-Profi Ilkay Gündogan. Nationalspieler Jerome Boateng vom deutschen Rekordmeister Bayern München schrieb: „Ich hoffe, alle bei euch sind o.k.“ Auch der FC Barcelona meldete sich vor seinem Champions-League-Duell bei Juventus Turin. „Unsere ganze Unterstützung für Marc Bartra, den BVB und alle seine Fans“, twitterte der spanische Meister. Ob Bartra am Mittwoch zur Verfügung steht, war am späten Dienstagabend noch offen.

Reinhard Rauball glaubt unterdessen, dass der Anschlag keine negativen Auswirkungen auf die Spieler und die Begegnung am Mittwoch haben wird: „Die Spieler werden das wegstecken und in der Lage sein ihre Leistung abzurufen. Das wäre das Schlimmste, wenn diejenigen, die den Anschlag verübt haben, jetzt auch noch damit etwas erreichen“, sagte Rauball.

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