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Clásico: Dortmund will Titelrennen spannend machen

Auf dieses Spiel freut sich ganz Fußball-Deutschland! Nach dem Patzer der Bayern gegen Mainz liegt Verfolger Dortmund nur noch fünf Punkte hinter dem Tabellenführer. Mit einem Sieg im Topduell am Samstag wäre der BVB ganz nah dran am Rekordmeister.
Thomas Tuchel will am Samstag die Meisterschaft noch mal spannend machen. Foto: Arne Dedert Thomas Tuchel will am Samstag die Meisterschaft noch mal spannend machen. Foto: Arne Dedert
Dortmund. 

Der deutsche Fußball-Clásico hat erstmals seit vier Jahren wieder große Bedeutung im Titelkampf bekommen und zieht neben Millionen Fans auch Bundestrainer Joachim Löw in seinen Bann.

„Klar ist eins: Die Bundesliga könnte jetzt nach dem nächsten Wochenende in der Spitze wieder ein bisschen spannender werden”, sagte Löw vor dem Kracher Borussia Dortmund gegen Bayern München an diesem Samstag (18.30 Uhr). „Sollte Dortmund gewinnen, sind es zwei Punkte. Dann kommt noch mal richtige Spannung rein.”

Die veränderte Ausgangslage ließ bei den Bayern auch den Rummel um Uli Hoeneß zur Nebensache werden. Nach dem 1:2 gegen den FSV Mainz 05 rückte das Stadion-Comeback des frisch aus der Haft entlassenen Ex-Präsidenten schlagartig in den Hintergrund, weil das historische Titelprojekt in Gefahr zu geraten droht. Pep Guardiola nahm den Warnschuss jedenfalls sehr ernst. „Der BVB ist dieses Jahr komplett ein anderer als die letzten drei Jahre”, warnte der spanische Starcoach.

Wochenlang schienen die Bayern unaufhaltsam ihrem 26. Meistertitel entgegenzustreben. Der unerwartete Patzer vor heimischer Kulisse lässt den hartnäckigen Verfolger nun noch einmal von der Schale träumen. „Wir wollen alles noch mal spannend machen. Sehr spannend sogar. Es wird ein heißer Ritt”, verkündete BVB-Kapitän Mats Hummels.

In den vergangenen Jahren ging es im Duell der besten deutschen Mannschaften nur ums Prestige. Am Samstag steht erstmals seit 2012, als der BVB mit einem 1:0-Heimsieg den Titelkampf praktisch zu seinen Gunsten entschied, wieder mehr auf dem Spiel. „Wir haben eine Ausgangslage, die wir uns so gewünscht haben, und die Möglichkeit, ganz nah hinzurücken. Der Ball liegt bei uns, den nächsten Schritt zu machen. Wir werden alles daran setzen, den Rückstand weiter zu verringern”, versprach Dortmunds Trainer Thomas Tuchel.

Für Guardiola kommt diese Konstellation nicht überraschend. „Im November haben die Leute gesagt, Bayern ist schon deutscher Meister”, erinnerte der Katalane: „Ich habe immer gesagt, dass wir bis zur letzten Sekunde kämpfen müssen.” Für eines seiner Münchner Abschiedsgeschenke könnte es in der Tat noch mal eng werden, mahnte Guardiola: „Keine Mannschaft in der deutschen Geschichte hat die Bundesliga viermal nacheinander gewonnen. Heute konnten wir merken, dass wir noch viel arbeiten müssen, um unseren Titel zu verteidigen.”

Nicht nur Ober-Fan Hoeneß wurde bei der ersten Heimniederlage der Saison aufgeschreckt. Der eingewechselte Jhon Córdoba versetzte den Bayern in der 86. Minute den K.o. Zuvor hatte Arjen Robben (64.) die erste Mainzer Führung durch Jairo Samperio (26.) ausgeglichen. Die Frage lautet: War es ein Wirkungstreffer oder nur ein Ausrutscher?

Löw wollte die Niederlage der Münchener nicht überbewerten. „Ich weiß nicht, ob die Bayern schwächeln, weil sie mal ein Spiel verloren haben. Das ist allen großen Mannschaften mal passiert”, sagte der Bundestrainer.

Doch die überraschende Schwäche der Bayern hat die Dortmunder, die ihre Pflichtaufgabe bei Darmstadt 98 dank der Treffer von Adrian Ramos (38.) und Erik Durm (53.) unspektakulär erfüllten, in ihrem Glauben an das Fußball-Wunder bestärkt. „Die Münchner wissen, was am Samstag auf sie zukommt - aber auch wir wissen, was uns erwartet. Wir wollen die Partie einfach gewinnen”, sagte Abwehrchef Hummels und versprach: „Samstag wird ein geiles Spiel, es wird brennen bei uns.”

In der Tat ist mehr Feuer drin in der Kraftprobe mit dem Rekordmeister, bei dem die Dortmunder in der Hinrunde mit 1:5 untergingen. Es ist nun eine richtige Titelprüfung - für beide Teams. „Wenn wir mit acht Punkten Vorsprung nach Dortmund gefahren wären, wären wir etwas entspannter gewesen mit Blick auf die Tabelle”, verkündete der verstimmte Bayern-Chef Karl-Heinz Rummenigge. „Das wird jetzt natürlich ein Spiel, wo wir sicherlich nicht verlieren dürfen.”

(Von Eric Dobias und Klaus Bergmann, dpa)
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