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Debütant Sallai prägt Freiburger Sieg

Der bisherige Tabellen-15. gewinnt überraschend beim bisherigen Tabellendritten. Das 3:1 des SC Freiburg beim VfL Wolfsburg war genauso bemerkenswert wie die Geschichte zum Mann dieses Spiels.
Freiburgs Roland Sallai (l) bejubelt sein Tor zum 1:0 gegen den VfL Wolfsburg mit Marco Terrazzino (r) und Mike Frantz. Foto: Peter Steffen Freiburgs Roland Sallai (l) bejubelt sein Tor zum 1:0 gegen den VfL Wolfsburg mit Marco Terrazzino (r) und Mike Frantz.
Wolfsburg. 

Der Mann des Tages konnte seinen großen Auftritt überhaupt nicht genießen. Zeitweise lag Roland Sallai mit Schwindelgefühlen in der Kabine des SC Freiburg und sah Gegenstände wie Mitspieler doppelt.

Kurz nach dem so überraschenden wie erlösenden 3:1 (2:0)-Sieg beim VfL Wolfsburg gaben die Verantwortlichen des Sport-Clubs aber Entwarnung. „Es hat sich bei ihm wieder etwas beruhigt”, sagte Trainer Christian Streich. Und Sportvorstand Jochen Saier witzelte sogar ein wenig über Sallai: „Er hat gleich zum Einstand bei uns alles auf einmal abgeräumt.”

Tatsächlich wäre der erste Saisonsieg der Freiburger ohne ihren erst am letzten Tag der Transferfrist verpflichteten Neuzugang kaum möglich gewesen. Der 21 Jahre alte Ungar brauchte in seinem ersten Bundesliga-Spiel nur sieben Minuten für sein erstes Bundesliga-Tor (7.) und war auch am 0:2 durch Nils Petersen (21.) beteiligt. Der Flügelspieler holte dabei einen Foulelfmeter heraus, den der Nationalstürmer des SC erst im Nachsetzen verwandelte.

Beim dritten Treffer durch Mike Frantz (51.) konnte Sallai allerdings schon nicht mehr helfen, weil er noch vor der Halbzeitpause ausgewechselt werden musste. Wolfsburgs Ignacio Camacho hatte ihn bei einem Zweikampf mit dem Ellenbogen am Kopf getroffen, „und Kopfverletzungen muss man immer ernst nehmen”, wie Saier sagte. Deshalb die sofortige Auswechselung. Die kurze Zeit auf dem Rasen reichte für Sallai nur noch dafür, um auch noch die erste Gelbe Karte seiner Bundesliga-Karriere zu sehen (27.). Auch das Wolfsburger 1:3 durch Admir Mehmedi (61.) bekam er nur in der Kabine mit.

Trainer Streich hofft nun, den flinken Ungarn schon am Dienstag beim Heimspiel gegen den FC Schalke 04 oder spätestens am Sonntag beim nächsten Auswärtsspiel in Augsburg wieder einsetzen zu können. Denn die Freiburger haben ihren Neuzugang schließlich über mehrere Monate beobachtet und erst nach zähen Verhandlungen für stattliche 4,5 Millionen Euro vom zyprischen Club APOEL Nikosia verpflichten können.

„Herzlichen Glückwunsch an unsere Scouting-Abteilung”, sagte Präsident Fritz Keller nach dem Sieg in Wolfsburg über diesen Transfer. „Daran sieht man mal wieder, wie wichtig es ist, einen Spieler langfristig zu beobachten.” Auch SC-Urgestein Nicolas Höfler sagte über Sallai. „Wir haben gewusst, dass er richtig gut ist. Vor dem ersten Bundesliga-Spiel weiß man aber nie, wie groß der Druck und die Nervosität sind. Ihm hat das gar nichts ausgemacht.”

Noch größer als das Lob für den Mann des Spiels war nur die Erleichterung über den ersten Sieg in dieser Bundesliga-Saison. Schließlich waren die Freiburger als Tabellen-15. in dieses Spiel gegangen und die Wolfsburg als bis dato ungeschlagener Dritter. „Das ist Balsam auf unsere Seelen”, sagte Saier. Und der Freiburger Sieg kam weder zufällig noch glücklich zustande.

Die „Wölfe” hatten vor 23.011 Zuschauern zwar in fast allen Statistiken klare Vorteile. Sie hatten mehr Torchancen, mehr Ballbesitz und auch die besseren Zweikampfwerte. Doch während der VfL unter dem Strich zu fahrig und fehlerhaft spielte, zeigten die Gäste eine beeindruckende Abwehrarbeit und Effektivität. „Man muss anerkennen, dass Freiburg das von der ersten Minute an sehr gut gemacht hat”, sagte auch Wolfsburgs Trainer Bruno Labbadia. „Wir müssen das heute einfach akzeptieren.”

Dass dieser erste Rückschlag den bislang so überzeugenden VW-Club nun aus dem Tritt bringen wird, glaubt in Wolfsburg kaum jemand. „Heute haben uns Kleinigkeiten gefehlt, aber wir sind auf dem richtigen Weg”, sagte Kapitän Koen Casteels. „Wir müssen genauso weitermachen.”

(Von Sebastian Stiekel, dpa)
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