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WM-Testspiel: Deutschland besiegt Armenien mit 6:1

Philipp Lahm feierte sein Comeback, Miroslav Klose schoss sich zum deutschen Rekordtorjäger. Beim 6:1 gegen Armenien drehte die deutsche Nationalmannschaft erst nach der Pause auf, musste aber einen schmerzlichen Ausfall verkraften.
Miroslav Klose (l) jubelt nach seinem Treffer zum 4:1 mit Lukas Podolski (r) und Benedikt Höwedes. Foto: Thomas Eisenhuth/dpa Bilder > Foto: Thomas Eisenhuth (dpa) Miroslav Klose (l) jubelt nach seinem Treffer zum 4:1 mit Lukas Podolski (r) und Benedikt Höwedes. Foto: Thomas Eisenhuth/dpa
Mainz.  Die WM-Generalprobe ist mit einem starken Endspurt gelungen, trotzdem kann Joachim Löw nur mit einem gequälten Lächeln die Reise nach Brasilien antreten. Die WM-Vorfreude des Bundestrainers wurde am Freitagabend beim 6:1 (0:0) im Benefiz-Länderspiel gegen Armenien von der womöglich folgenschweren Verletzung von Marco Reus getrübt. Zehn Tage vor dem 100. WM-Spiel der deutschen Fußball-Nationalmannschaft gegen Portugal verletzte sich der Dortmunder Angreifer am linken Sprunggelenk und musste zur genauen Untersuchung ins Krankenhaus gefahren werden.

André Schürrle (52. Minute), der starke Lukas Podolski (71.), Benedikt Höwedes (73.), der nun alleinige deutsche Rekordtorschütze Miroslav Klose mit seinem 69. Länderspieltreffer (76.) und Mario Götze (82./89.) sorgten vor 27 000 Zuschauern mit einem späten Torfestival noch für den deutlichen Sieg der deutschen Mannschaft, in der Kapitän Philipp Lahm und Bastian Schweinsteiger nach Verletzungen hoffnungsvolle Teilzeit-Comebacks feierten.

Der Dortmunder Henrich Mchitarjan verwandelte nach einem ungestümen Einsteigen des gerade eingewechselten Kevin Großkreutz im Strafraum für die Gäste einen Foulelfmeter zum 1:1-Zwischenstand (69.). Auch vor den WM-Titeln 1954, 1974 und 1990 feierte die Nationalelf jeweils Siege beim letzten WM-Test.

Einen Tag vor dem Abflug der mehr als 60-köpfigen Delegation des Deutschen Fußball-Bundes von Frankfurt nach Salvador überraschte Bundestrainer Joachim Löw nicht nur mit der einen oder anderen Personalentscheidung. So saß der nominell einzige Angreifer Miroslav Klose nur auf der Bank, auch Mesut Özil blieb zunächst draußen.

Im klassischen 4-3-3-System wechselten anfangs die spielfreudigen und kombinationsstarken Offensivkräfte Thomas Müller, André Schürrle und Marco Reus permanent die Positionen und sorgten nach einer unkonzentrierten Anfangsphase damit immer wieder für Gefahr in der Hintermannschaft der Armenier - allerdings ohne zwingend-finale Aktionen und krönenden Torabschluss in den ersten 45 Minuten.

Dabei hätte der Weltranglisten-38. fast schon nach zwei Minuten die DFB-Elf geschockt. Der Dortmunder Henrich Mchitarjan spielte Geworg Ghasarjan frei, doch der Mittelfeldspieler von Schachtjor Karaganda traf den Ball vor DFB-Schlussmann Roman Weidenfeller nicht richtig. Der BVB-Torwart vertrat erneut Stammkeeper Manuel Neuer, der nach seiner Schulterverletzung im ersten WM-Spiel gegen Portugal am 16. Juni in Salvador aber wieder einsatzbereit sein soll.

Abgesehen von der frühen Schrecksekunde war die deutsche Defensive zunächst nicht gefordert. Im Mittelfeld feierte Kapitän Philipp Lahm sein Comeback, schloss immer wieder Lücken und ließ seine Spielintelligenz mehrmals aufblitzen. «Wir wollen sehen, wie weit er ist und ihn auch auf dieser Position sehen», sagte Co-Trainer Hansi Flick kurz vor dem Anpfiff im ZDF. Für eine Halbzeit reichte die Kraft, dann nahm Löw seinen Anführer raus und brachte Özil (45.).

Bei Lahms Nebenmann Sami Khedira wechselten sich gelungene Aktionen und Fehlpässe ab - dem Profi von Real Madrid war nach der langen Verletzungspause wegen eines Kreuzbandrisses die fehlende Spielpraxis anzumerken. Auch wenn Schürrle per Kopf nach Lahm-Flanke (9. Minute), Toni Kroos mit einem Fernschuss (22.) oder Reus nach feinem Müller-Pass frei vor Armeniens Torwart Roman Beresowski (32.) gute bis sehr gute Torchancen hatten, blieb es zur Pause beim 0:0.

Schlimmer noch als die Torlosigkeit wog allerdings die Verletzung von Reus, der noch vor der Pause vom Platz humpelte und mit einer Blessur am linken Sprunggelenk ins Krankenhaus gebracht wurde. Für Reus kam Lukas Podolski, der exakt vor zehn Jahren beim 0:2 gegen Ungarn in Kaiserslautern sein Debüt im Trikot der Nationalelf gefeiert hatte.

Fünf Tage nach dem 2:2 gegen Kamerun war auch im finalen Test gegen die nicht für die WM qualifizierten Armenier Steigerungsbedarf in allen Mannschaftsteilen auszumachen. Zudem fehlten bei den Torchancen im Abschluss Konzentration und Kaltschnäuzigkeit.

Dies änderte sich schon sieben Minuten nach dem Seitenwechsel. Ohne Lahm, dafür mit Özil wechselten die Deutschen nun wieder in ihr gewohntes 4-2-3-1. Vor allem Podolski belebte die Angriffsaktionen, krönte seine Leistung mit dem Treffer zum 2:1 und empfahl sich nachdrücklich für einen Platz in der WM-Stammformation. Mit seinem 47. Länderspieltor zog der frühere Kölner in der Torjägerliste mit Jürgen Klinsmann und Rudi Völler auf Platz vier gleich.

Zuvor hatte Podolski schon die Vorlage zu Schürrles sehenswertem Tor geliefert. Nach Steilpass von Kroos legte der Arsenal- quer auf den Chelsea-Profi - und Schürrle vollendete sehenswert per Hacke. Nach dem Ausgleich durch Mchitarjan, der einen von Kevin Großkreutz verschuldeten Foulelfmeter verwandelte, drehten die Deutschen plötzlich auf. Klose kam für Müller - und dank seines Treffers zum 4:1 (76.) stieg er mit seinem 69. Länderspieltor zum alleinigen Rekordtorjäger der deutschen Nationalmannschaft auf und überbot in seinem 132. Länderspiel die 40 Jahre alte Bestmarke von Gerd Müller.

Da sich auch Höwedes (73.) und der eingewechselte Mario Götze (82./89.) in der Schlussphase treffsicher zeigten, schraubte die nun überzeugend auftretende DFB-Elf das Ergebnis in die Höhe.
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