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Dortmund mit glücklichem Remis in Hoffenheim

Die TSG 1899 Hoffenheim hat nach vier Bundesliga-Spielen nur vier Punkte. Das Team von Julian Nagelsmann zeigt aber gegen Dortmund, dass es wie eine Spitzenmannschaft spielen kann.
Hoffenheims Andrej Kramaric (l) und Dortmunds Manuel Akanji im Laufduell. Foto: Uwe Anspach Hoffenheims Andrej Kramaric (l) und Dortmunds Manuel Akanji im Laufduell.
Sinsheim. 

Überschattet von wüsten Protesten gegen Mäzen Dietmar Hopp hat Borussia Dortmund ein glückliches Remis bei der TSG 1899 Hoffenheim geholt.

„Das war heute nicht unser bestes Spiel, wir nehmen den Punkt gerne mit”, bilanzierte Kapitän Marco Reus nach dem emotionsgeladenen 1:1 (0:1) im Bundesliga-Duell der beiden Champions-League-Teams. US-Nationalspieler Christian Pulisic glich in der 84. Minute aus, nachdem der Brasilianer Joelinton in der 44. Minute für die starken Kraichgauer getroffen hatte. TSG-Trainer Julian Nagelsmann wünschte sich nach vielen vergebenen Chancen seiner Mannschaft, „dass der Fußball-Gott mal wieder über Sinsheim abbiegt”.

Dortmunder Fans hatten unmittelbar vor dem Anpfiff massiv gegen das Vorgehen von TSG-Mäzen Dietmar Hopp protestiert. Die Anhänger zeigten im Gäste-Block ein großes „Hasta la vista, Hopp”-Plakat. Darauf war ein Konterfei von Hopp hinter einer Zielscheibe gemalt. Ein ähnliches Plakat hatte vor zehn Jahren schon einmal für Aufsehen gesorgt.

Hintergrund der neuen Proteste ist der Strafantrag Hopps gegen mehr als 30 BVB-Fans, nachdem es im Spiel beider Teams am Ende der vergangenen Saison ebenfalls Schmähgesänge gegen den Milliardär gegeben hatte. Gleichzeitig galt ein Hausverbot für die Beschuldigten rund um das Spiel. Hopp selbst wollte zu den Vorfällen „nix” sagen.

Vor 30.150 Zuschauern in der ausverkauften Rhein-Neckar-Arena verpasst es der fast durchweg harmlose BVB, mit einem Sieg ganz oben festzusetzen. Zudem verlor die Mannschaft von Trainer Lucien Favre in der 76. Minute Abdou Diallo durch einen fragwürdigen Platzverweis. Vorausgegangen war ein Gerangel mit Vizeweltmeister Andrej Kramaric bei einem Konter der Gastgeber. „Die fahren hier weg und wissen nicht, wo sie den Punkt her haben”, meinte der verärgerte TSG-Abwehrspieler Ermin Bicakcic.

Für Aufregung in der ausverkauften Sinsheimer Rhein-Neckar-Arena sorgte auch Schiedsrichter Harm Osmers, der nach Intervention des Videoassistenten kurz nach der Pause ein Kopfballtor von Bicakcic zurücknahm. Für Nagelsmann war es zumindest statistisch gesehen ein erfolgreicher Tag: Mit seinem 86. Bundesliga-Spiel als TSG-Coach überholte er Ralf Rangnick und Markus Gisdol.

Die nun seit sieben Auswärtsspielen sieglose Borussia zog in den Zweikämpfen oft den Kürzeren. Zudem konnte sich der Angriff um Kapitän Marco Reus gegen die von Kapitän Kevin Vogt organisierte TSG-Abwehr kaum durchsetzen. „Wir konnten diesen Punkt am Ende nicht ablehnen”, sagte Favre mit sarkastischem Unterton später.

Vier Tage nach dem 1:0-Sieg in der Königsklasse in Brügge stand Weltmeister Mario Götze nicht im Dortmunder Kader. Er bleibt damit in dieser Spielzeit weiter ohne eine einzige Bundesliga-Minute. „Das ist meine Entscheidung heute”, erklärte Favre.

Nach dem Champions-League-Debüt mit dem 2:2 bei Schachtjor Donezk zeigte Hoffenheim „ein außergewöhnlich gutes Spiel”, so Nagelsmann. Lohn und Sinnbild für das aggressive Auftreten der Hoffenheimer war das 1:0 durch Joelinton: Der von Rapid Wien zurückgekehrte Stürmer kämpfte um jeden Ball und belohnte sich mit einem Flachschuss ins BVB-Tor zur verdienten Führung - sein erster Treffer im Oberhaus.

Als nach der Pause Referee Osmers den Treffer von Bicakcic per Videobeweis zurücknahm (50.), weil Kramaric im Abseits gestanden haben soll, gab es weitere Aufregung. Nagelsmann tobte kurz darauf an der Außenlinie, da Neu-Nationalspieler Nico Schulz bei einem Konter seiner Ansicht nach regelwidrig gestoppt worden war. Bezeichnenderweise hatte Shinji Kagawa nach 57 Minuten die erste Chance des BVB, ehe Pulisic spät noch das 1:1 gelang.

(Von Ulrike John, dpa)
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