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Premier League: Ein „abscheuliches Verbrechen“ in Leicester

Gefeuert: Trainer Claudio Ranieri Foto: imago sportfotodienst (imago sportfotodienst) Gefeuert: Trainer Claudio Ranieri
Leicester. 

„Abscheulich“, „unverzeihlich“ und „herzzerreißend traurig“: Selten hat eine Entlassung so hohe Wellen geschlagen wie der Rauswurf von Meistertrainer Claudio Ranieri beim englischen Premier-League-Club Leicester City. Vereinsidol Gary Lineker reagierte entsetzt, das Medienecho ist verheerend – und der große José Mourinho prangerte stellvertretend für weite Teile der aufgebrachten Öffentlichkeit die „Hire-And-Fire“-Mentalität“ im Profi-Fußball an.

Kommentar: Nicht für Romantiker

Die Buchmacher auf der Insel haben sich nicht geirrt. Nur wenige Wochen nach seiner Wahl zum Welttrainer des Jahres 2016 ist Claudio Ranieri beim noch amtierenden englischen Meister Leicester City gefeuert worden.

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„Das ist der neue Fußball, Claudio“, schrieb der portugiesische Startrainer entsetzt und voller Häme bei Instagram: „Behalte dein Lächeln, mein Freund. Niemand kann die Geschichte zerstören, die du geschrieben hast.“ Der „Independent“ kommentierte bissig: „Die Entlassung von Claudio Ranieri ist ein abscheuliches Verbrechen, das zeigt, dass der Fußball seine Seele verloren hat.“

Ranieri, erst Anfang Januar zum Welttrainer des Jahres gekürt, war am späten Donnerstagabend nur 297 Tage nach dem sensationellen Gewinn des Meistertitels und nur 24 Stunden nach der 1:2-Niederlage im Achtelfinal-Hinspiel der Champions League beim FC Sevilla aufgrund der jüngsten sportlichen Talfahrt unehrenhaft entlassen worden.

Beim Premier-League-Spiel gegen Jürgen Klopp und den FC Liverpool werden am Montag wohl Ranieris bisherige Assistenten Craig Shakespeare und Mike Stowell das Team betreuen. Als Favorit auf Ranieris Nachfolge gilt Landsmann Roberto Mancini, auch der Niederländer Frank de Boer wird gehandelt. Der frühere Starstürmer Lineker, der in seiner aktiven Zeit 95 Tore in 194 Spielen für die „Foxes“ erzielt hatte, bedankte sich unterdessen noch einmal ausdrücklich bei Ranieri und brandmarkte die Trennung bei Twitter als „inakzeptabel, unverzeihlich und herzzerreißend traurig“. Der 2Guardian2 schrieb: „Ranieris Herrschaft endet auf grausame und brutale Weise.“

„Leicester beschmutzt das Märchen, das die ganze Welt verzaubert hatte“, schrieb die italienische „Gazzetta dello Sport“ am Freitag und nannte die Entlassung „wahnsinnig“. „Il Giornale“ machte Leicester kurzerhand zur „Hauptstadt der Undankbaren! Null Geduld, null Dankbarkeit. König Claudio zahlt den Preis für die Fehler der gesamten Mannschaft.“

(sid)
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