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Eintracht sucht die alte Leichtigkeit

Die Frankfurter Eintracht wartet weiter auf das Erreichen der avisierten 40 Punkte. Ohne eigene Treffer dürfte sich das noch ein wenig hinziehen. Der Aufsteiger durchlebt die erste schwere Phase seit der Bundesliga-Rückkehr.
Bessere Zeiten - die letzten Tore für die Eintracht fielen in dem Spiel gegen den HSV. Foto: Angelika Warmuth Bessere Zeiten - die letzten Tore für die Eintracht fielen in dem Spiel gegen den HSV. Foto: Angelika Warmuth
Frankfurt. 

Der besorgniserregenden Torflaute begegnen sie in Frankfurt (noch) mit demonstrativer Gelassenheit. Statt Sondertraining beraumte Eintracht-Coach Armin Veh nach dem 0:1 gegen Borussia Mönchengladbach erst einmal zwei freie Tage an. Erst am Dienstag versammelt der 52-Jährige seine Spieler wieder um sich. Bis dahin dürfte sich auch Veh selbst wieder beruhigt haben. Denn nach der Niederlage gegen Gladbach, bei der der Aufsteiger zum vierten Mal in Serie ohne eigenen Treffer geblieben war, war Veh am Freitagabend richtig aufgebracht.

"Ich lebe noch."

«Ich lebe noch. Ich habe noch Blut in mir. Soll ich etwa ganz ruhig dasitzen und sagen, alles wunderbar?», fragte der Frankfurter Trainer, nachdem er von Referee Deniz Aytekin in der 90. Minute von der Bank verwiesen worden war. Mit den Entscheidungen des Unparteiischen war Veh die ganze Partie über nicht glücklich gewesen, am Ende wurde es dem Schiedsrichtergespann zu bunt. «Dann kam der Einflüsterer und hat entschieden, dass ich weg muss», sagte Veh mit zynischem Unterton.

Als Indiz für angespannte Nerven ob der nun schon 415 Minuten währenden Phase ohne Treffer wollten sie den Vorfall in Frankfurt aber nicht werten. Vielmehr reagierten sie auf die ungewohnte Harmlosigkeit mit Trotz. «Ich kann der Mannschaft keinen Vorwurf machen, sie hat aufopferungsvoll gekämpft», sagte Vorstandsboss Heribert Bruchhagen. Kapitän Pirmin Schwegler wollte sogar «die beste zweite Halbzeit» gesehen haben, die die Hessen in dieser Spielzeit abgeliefert haben.

"Aufopferungsvoll gekämpft"

Damit übertrieb der Schweizer dann aber doch ein wenig, auch wenn die Hausherren vor 51 500 Zuschauern in der ausverkauften Commerzbank-Arena nach dem Seitenwechsel drückend überlegen waren. Doch irgendetwas ist bei den Hessen verloren gegangen, seit sie in der Hinrunde mit erfrischendem Offensivfußball die Liga aufgemischt haben. Dem Aufsteiger ist die Leichtigkeit abhandengekommen, von dem von Veh propagierten technisch, anspruchsvollen Kombinationsfußball ist derzeit nicht viel übrig geblieben.


Auch in Gladbach schickte Trainer Lucien Favre seine Schützlinge nach dem obligatorischen Auslaufen am Samstag in einen zweitägigen Kurz-Urlaub. Die Borussen konnten diesen anders als die Frankfurter aber in der Gewissheit antreten, dass bei ihnen der Trend in die richtige Richtung zeigt. Vor allem bei Luuk de Jong geht die Leistungskurve deutlich nach oben, mit seinem Kopfballtreffer in der 22. Minute bescherte der Niederländer seinem Team einen wichtigen Dreier im Kampf um die Europa-League-Plätze.

Das vierte Saisontor des Millionen-Einkaufs war laut de Jong das Ergebnis harter Arbeit. «Das haben wir zigmal einstudiert», sagte der Oranje-Knipser zu der Variante, bei der Thorben Marx die Ecke von Harvard Nordtveit per Kopf auf de Jong verlängerte. Mit dem Erfolg bei einem direkten Konkurrenten verdrängten die Gladbacher endgültig den Frust des Europa-League-Ausscheidens.

Saisonendspurt der Gladbacher

Sportdirektor Max Eberl sprach von einem «deutlichen Signal» der Mannschaft, dass mit der Elf vom Niederrhein im Saisonendspurt zu rechnen ist. Zumal Perfektionist Favre durch den Wegfall der Doppelbelastung jetzt wieder Zeit zum Training bleibt. Was das bringen kann, war schon in Frankfurt zu sehen.

Frankfurt: Trapp - Jung, Zambrano, Anderson, Oczipka - Schwegler, Rode - Aigner, Meier, Inui - Lakic (46. Celozzi). - Mönchengladbach: ter Stegen - Jantschke, Stranzl, Dominguez, Daems - Nordtveit, Marx - Herrmann (85. Rupp), Wendt - Younes (77. Hanke), de Jong (75. Mlapa). - SR: Deniz Aytekin (Oberasbach). - Zuschauer: 51500 (ausverkauft). - Tore: 0:1 de Jong (22.). - Gelbe Karten: Zambrano, Anderson, Rode, Schwegler - de Jong, Marx.

(dpa)
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