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FC Bayern schafft das Triple

Der FC Bayern München hat zum 16. Mal den DFB-Pokal gewonnen und damit das historische Triple perfekt gemacht. Die Mannschaft von Trainer Jupp Heynckes besiegte im Finale am Samstag im Berliner Olympiastadion den VfB Stuttgart 3:2 (1:0).
Die Bayern lassen Trainer Jupp Heynckes hochleben. Bilder > Foto: dpa Die Bayern lassen Trainer Jupp Heynckes hochleben.
Berlin.  Der FC Bayern München hat sich mit dem historischen Triple in den Fußball-Geschichtsbüchern verewigt. Im letzten Spiel unter Trainer Jupp Heynckes gewannen die Münchner am Samstag in Berlin das DFB-Pokal-Finale gegen den VfB Stuttgart mit 3:2 (1:0) und brachten als erster deutscher Club nach der Meisterschale und dem Champions League-Pokal auch die dritte Trophäe in ihren Besitz.

Foulelfmeter von Müller

Vor 74 000 Zuschauern im Olympiastadion sicherten Thomas Müller (37. Minute/Foulelfmeter) und der Ex-Stuttgarter Mario Gomez (48./61.) den diesmal nur selten brillierenden Bayern den 16. Pokalsieg ihrer Vereinsgeschichte. Der leidenschaftlich kämpfende VfB verlangte dem Favoriten in einem gutklassigen Spiel alles ab und wurde mit zwei Treffer von Martin Harnik (71./80.) belohnt, die die Bayern in der Schlussphase noch einmal zittern ließen.

Die Bayern stellten im Finale zwar wie erwartet das spielerisch reifere Team, doch von der angekündigten Gier nach dem dritten Titel der Saison war lange Zeit nicht viel zu sehen. Eine Woche nach dem Champions-League-Triumph agierte der Bundesliga-Dominator in der Defensive ohne die nach Brasilien beorderten Defensiv-Strategen Dante und Luiz Gustavo unkonzentriert und im Aufbau häufig fehlerhaft. Geradezu fahrig wirkte vor allem Javier Martinez.

Als Sturmspitze hatte Heynckes etwas überraschend Gomez den Vorzug vor Mario Mandzukic gegeben. Von einem Teil der VfB-Fans wurde der frühere Schwabe mit Pfiffen begrüßt, feierte aber dann als Doppel-Torschütze den gelungenen Abschluss einer persönlich nicht zufriedenstellenden Saison.

Der VfB hielt mit viel Kampf und Leidenschaft die Partie über weite Strecken ausgeglichen. Im Abschluss waren die Schwaben, die die Bundesliga auf einem enttäuschenden zwölften Platz abgeschlossen hatten, allerdings mehrfach ohne Fortune. «Ich bin überrascht, mit welcher Energie die Stuttgarter hier aufgetreten sind», urteilte Bundespräsident Joachim Gauck zur Pause in der ARD.

Rassiger Fight

Das zehnte Pokal-Duell der beiden Süd-Rivalen entwickelte sich zu einem rassigen Fight, in dem der schwäbische Außenseiter weit mehr als nur eine Statistenrolle spielte. Trotz gelegentlicher Mängel im Aufbau erspielten sich die Bayern aber ein deutliches Plus an Chancen. Schon nach 122 Sekunden lief Arjen Robben allein auf das VfB-Tor zu, doch Sven Ulreich lenkte den Schuss des Helden von Wembley aus spitzem Winkel ab.

Das erste Achtungszeichen auf der Gegenseite setzte Alexandru Maxim, der unbedrängt von der Münchner Abwehr eine Flanke von Ibrahima Traore am Tor vorbeischoss (9.). In der 22. Minute bewahrte Manuel Neuer den Favoriten vor dem drohenden Rückstand. Der Nationalkeeper meisterte zunächst den Kopfball von Harnik und war auch gegen den nachsetzenden Georg Niedermeier zur Stelle.

Nachdem David Alaba (27.) und Robben (31.) weitere gute Möglichkeiten verpasst hatten, kamen die Bayern durch einen etwas umstrittenen Strafstoß zur Führung. Nach einem Rempler von Traore an Kapitän Philipp Lahm zeigte Schiedsrichter Manuel Gräfe auf den Punkt, der nervenstarke Müller ließ sich die Chance zu seinem ersten Pokal-Tor der Saison nicht entgehen. Sekunden vor der Pause vergab Gomez sogar das zweite Tor.

«Heynckes, Heynckes»-Sprechchöre

Dafür war der Nationalstürmer drei Minuten nach dem Seitenwechsel zur Stelle, als sich Lahm auf der rechten Seite durchgesetzt hatte. Die flache Hereingabe des Außenverteidigers stolperte Gomez zu seinem fünften Pokal-Tor in dieser Spielzeit über die Linie. Erst nach diesem Treffer setzten die Münchner auch ein paar spielerische Glanzlichter. 13 Minuten später sorgte Gomez mit dem Treffer zum 3:0 nach Vorlage von Müller für die endgültige Entscheidung und räumte unter dem Applaus der Münchner Fans seinen Platz für Mandzukic.

Als bereits «Heynckes, Heynckes»-Sprechchöre der siegesfreudigen Münchner Anhänger durch die Arena hallten, belohnte sich der VfB für eine engagierte Vorstellung: Harnik köpfte eine Flanke von Gotoku Sakai zum 3:1 an Neuer vorbei. Zehn Minuten vor dem Ende gelang dem Österreicher Harnik auch noch der Anschlusstreffer, nachdem er selbst zuvor den Pfosten getroffen hatte. Die Bayern mussten plötzlich noch einmal bangen, brachten den knappen Vorsprung aber über die Zeit.
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