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Die Lektion: FSV Frankfurt wird beim Derby in Offenbach gedemütigt

Von Die sportlichen Nachbarschaftstreffen mit Kickers Offenbach sind für den FSV Frankfurt ganz offensichtlich unlösbare Aufgaben. Im dritten Pflichtspiel hintereinander in der Fußball-Regionalliga Südwest kassierten die Bornheimer ihre dritte Niederlage, die mit 0:7 auch noch richtig bitter ausfiel.
Ohne Worte: Alban Sabah (FSV Frankfurt, links) ist bedient, die Offenbacher Serkan Firat und Maik Vetter (rechts) jubeln. Foto: Jan Huebner/Bremes (Jan Huebner) Ohne Worte: Alban Sabah (FSV Frankfurt, links) ist bedient, die Offenbacher Serkan Firat und Maik Vetter (rechts) jubeln.
Offenbach. 

Es ist noch nicht allzu lange her, dass sich der neue Hoffnungsträger des Regionalligisten Kickers Offenbach nach den Auftritten seiner Mannschaft kritische Fragen gefallen lassen musste. Der 38 Jahre alte und bis dahin weitgehend unbekannte Fußballlehrer Daniel Steuernagel, der den OFC endlich wieder in die Dritte Liga führen soll, wollte mit seiner Mannschaft einfach nicht in die geforderte Spur kommen. Gestern Nachmittag feierten die knapp 7000 Zuschauer im Stadion auf dem Bieberer Berg den jungen Coach, der seinen Hauptberuf als Grundschullehrer vorerst an den Nagel gehängt hat, als ob er mit seinen Spielern bereits das Abitur abgelegt hätte. „Vor einigen Wochen noch war ich sehr schlecht gelaunt, heute war das ein Spiel zum Genießen“, erklärte Steuernagel nach dem 7:0-Erfolg seiner Mannschaft, die ihrem hoffnungslos unterlegenen Gegner von der anderen Mainseite eine knapp 90 Minuten währende Lektion erteilte. „Das war so ein Tag, für den es sich gelohnt hat, hart zu arbeiten“, so der Offenbacher Trainer, der seinen Spielern zwei freie Tage gewährte und noch den Ratschlag erteilte, jetzt „bloß nicht abzuheben“.

Görners Brandrede – Jobgarantie für Conrad

Michael Görner, das war nicht zu übersehen, hatte allergrößte Schwierigkeiten, nach dem 0:7-Debakel seiner Mannschaft auf dem Bieberer Berg nicht die Selbstbeherrschung zu verlieren.

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Hart gearbeitet hatten auch die Spieler des FSV Frankfurt in den Tagen vor dem Derby. So hatte es zumindest Cheftrainer Alexander Conrad erlebt, der von dem desolaten Auftreten seines Teams völlig überrascht war. „So etwas kann passierten, wenn du kein Selbstvertrauen hast. Aber wir haben letzte Woche beim Sieg über Pirmasens überzeugt, deshalb hat nichts darauf hingedeutet, dass wir heute hier so untergehen“, erklärte Conrad, der lediglich seinem Außenverteidiger Dominik Nothnagel Normalform bescheinigte. „Die anderen Spieler standen neben sich“, sagte Conrad, der mit dem FSV nach dem 1:5 zu Hause gegen Waldhof Mannheim vor wenigen Wochen gestern schon das zweite Debakel einstecken musste und nach der vierten Niederlage immer tiefer in den Abstiegskampf verstrickt wird.

In Offenbach hingegen reifen wieder die Träume vom Aufstieg, der ehemalige Bundesligist hat nach seinem dritten Sieg in Folge Tuchfühlung zur Spitzengruppe der Regionalliga Südwest aufgenommen und ist nach einem holprigen Saisonstart mittlerweile auf den sechsten Platz geklettert.

Beim Nachbarschaftstreffen, das am Rande wie immer friedlich verlief, nahmen zwei Offenbacher Spieler die Hauptrollen ein: die Offensivkräfte Serkan Firat und Jake Hirst. Der 24 Jahre alte Firat war von den Frankfurtern überhaupt nicht in den Griff zu bekommen und konnte sich gleich drei Mal in die Torschützenliste eintragen. Das 1:0 (9. Minute) gelang ihm per Foulelfmeter), das 3:0 (27.) mit einem überlegten Schuss aus knapp 20 Metern und das 5:0 (58.) mit einem satten Volleyschuss von der Strafraumgrenze aus. Zwischendurch bereitete er noch die Saisontreffer Nummer vier und fünf des jungen Offenbacher Stürmers Hirst (22) vor. Ausgerechnet jener englischer Angreifer, der mal ein halbes Jahr beim FSV in der Jugend spielte und später beim damaligen Drittligisten aus Bornheim im Probetraining durchfiel, leitete die Pleite der Frankfurter ein. Zunächst erzielte er nach einer Flanke von Firat per Kopfball das 2:0 (12.), Sekunden vor dem Wechsel dann nach Zuspiel von Firat das 4:0. Nach der Pause änderte sich nichts an dem Ungleichgewicht, was Ko Sawada in der 65. Minute ermöglichte, auf 6:0 zu erhöhen. Den Schlusspunkt setzte ein ehemaliger Bornheimer: Maik Vetter schloss ein herrliches Solo zum 7:0 ab und ließ den Bieberer Berg endgültig beben.

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