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Fassungslose Augsburger unterliegen Bremen

In einem rasanten Bundesliga-Spiel zwischen Augsburg und Bremen sorgt ein fataler Torwart-Patzer für Frust bei den Gastgebern und Tabellenplatz vier für die Norddeutschen. FCA-Coach Baum ist fassungslos und findet deutliche Worte für seinen Unglücks-Keeper.
Bremens Davy Klaassen bejubelt seinen Treffer zum 3:2, nachdem Augsburgs Torwart gepatzt hat. Foto: Stefan Puchner Bremens Davy Klaassen bejubelt seinen Treffer zum 3:2, nachdem Augsburgs Torwart gepatzt hat.
Augsburg. 

Nach seinem unfassbaren Fauxpas wollte Fabian Giefer nur noch weg. Wortlos ging der Torhüter des FC Augsburg im Anschluss an die 2:3 (1:2)-Niederlage gegen Werder Bremen in die Kabine, auch die aufmunternden Worte der Teamkollegen dürften ihn nicht trösten.

Der Schlussmann hatte den Ball bei einer einfachen Hereingabe durch die Arme und Beine flutschen lassen und Bremen den Siegtreffer in der Schlussphase mustergültig aufgelegt. „Ich habe in meiner Laufbahn noch kein Spiel erlebt, das wir so ungerecht verloren haben”, haderte Trainer Manuel Baum nach dem Dämpfer in der Fußball-Bundesliga, dem nächsten nach dem 1:2 in Mainz, als Giefer ebenfalls gepatzt hatte.

Der Coach hatte beim Verlassen des Spielfeldes laut geschimpft und wirkte auch lange nach dem Schlusspfiff noch sehr aufgebracht. Baums Bremer Trainerkollege Florian Kohfeldt zeigte absolutes Verständnis dafür und räumte ein: „Wir sind heute der glückliche Sieger.” Zumindest bis Sonntag rangieren die noch ungeschlagenen Norddeutschen auf dem vierten Tabellenplatz, punktgleich mit Borussia Dortmund.

Das hätte ganz anders aussehen können, wenn FCA-Schlussmann Giefer in der 75. Minute nicht der kolossale Patzer unterlaufen wäre, den Davy Klaassen zum Siegtreffer ausnutzte. Zuvor waren nämlich die Schwaben näher dran am dritten Tor, nachdem Ja-Cheol Koo (45.+3) und Philipp Max (47.) eine zwischenzeitlichen 0:2-Rückstand durch die Tore von Max Kruse (34.) und Maximilian Eggestein (36.) aufgeholt hatten.

„Wir halten alle zusammen”, betonte Kapitän Daniel Baier nach seiner 250. Bundesliga-Partie und dem 300. Pflichtspiel-Einsatz für die Schwaben. Der Routinier kritisierte zudem die deutlich hörbaren Pfiffe einiger Fans gegen Giefer noch während des Spiels.

„Mir tut es am meisten für die Mannschaft leid, weil wir extrem gut gespielt haben”, meinte Baum und dachte erst gar nicht, Ausreden für den Grund der Niederlage zu suchen. „Wir haben aufgrund von individuellen Fehlern null Punkte.” Dabei schloss er auch das 1:2 vom vorigen Spieltag in Mainz mit ein, als Giefer schon beide Tore durch Fehler begünstigt hatte. Als Mensch könne Baum zwar mit dem Keeper mitfühlen. Er habe aber „als Trainer die Leistung zu beurteilen und die war zweimal schlecht”, resümierte der Coach schonungslos vor dem anstehenden Gastspiel beim FC Bayern am kommenden Dienstagabend.

Die 28.434 Zuschauer hatten bei spätsommerlichen Top-Bedingungen nach einem etwas zähen Start ein rasantes Fußballspiel mit vielen Chancen gesehen. Neben dem Torwartfehler war die Verwertung der Möglichkeiten ausschlaggebend für den Ausgang. Die Bremer, bei denen Altmeister Claudio Pizarro kurz vor seinem 40. Geburtstag erstmals nach der Rückkehr an die Weser in der Startelf stand, jubelten dank eines Kopfball-Tors von Kapitän Kruse und eines Fernschusses von Maximilian Eggestein.

In einem phasenweise offenen Schlagabtausch gelang Koo in der Nachspielzeit der ersten Hälfte der Anschlusstreffer, gleich nach dem Seitenwechsel glich Max aus. Augsburg drängte auf die Führung, Bremen blieb bei Kontern gefährlich. Koo hätte dem Nachmittag eine andere Wende geben können, aber nach einem sehenswerten Angriff drosch der Koreaner den Ball aus vollem Lauf freistehend über das Tor (62.).

(Von Manuel Schwarz, dpa)
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