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Hartmut Scherzers WM-Tagebuch: Folge 1: Die Fähre

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Hartmut Scherzer
Eine Fährfahrt, die ist lustig ... Nicht, wenn der Medien- und Fan-Tross am frühen Vormittag von Santa Cruz Cabrália über den Rio Joao de Tiba nach Santo André schippern muss. Auf der anderen Seite hat die deutsche Fußball-Nationalmannschaft zwischen exotischem Atlantikstrand und idyllischem Fischerdorf ihr aus dem Boden gestampftes Luxusquartier „Campo Bahia“ bezogen. Auch das neu angelegte Trainingsgelände und das optimal eingerichtete Medienzentrum in einer schicken Hotelanlage liegen auf der anderen Seite. Für 9.30 Uhr ist öffentliches Training angesetzt.

Die viertelstündige Flussfahrt zwischen von Mangroven dichtbewachsenen Ufern wäre gewiss höchst romantisch. Sogar mit ein bisschen Amazonas-Stimmung. Doch nach fast einstündigem Warten in einer langen Schlange von um die fünfzig Autos – das größere der beiden Schiffe kann maximal 25, das kleine neun transportieren – versinkt jegliche River-Romantik. Die Journalisten lehnen an ihren Leihwagen, schwitzen und schimpfen. Oliver Bierhof ist der Bösewicht, dem der ganze Zorn gilt. Schließlich ist der Manager für die Flussgrenze zwischen Mannschaft und Medien verantwortlich.

Mit Häme wurde registriert, dass der offizielle Mannschaftsbus große Probleme hatte, bei der Ankunft in Santo André von der Fähre runterzukommen. Das Vehikel steckte fest. Kein Wunder bei den alten, rostigen Wassertransportern, die für einen Spötter vom „Spiegel“ aussehen, „als hätten die Portugiesen sie einst zurückgelassen“. Aufsetzen beim Auf- und Abfahren ist kaum vermeidlich. Da die Küstenstraße BR-367 auf beiden Seiten mit hohen Bremswellen bestückt ist, drüben ohne Warnschilder mit wahren Achsenbrechern, kann sich jeder ausmalen: Den Mietwagen wird er wohl beschädigt zurückgeben müssen.

Ottmar Hitzfelds „Nati“ logiert noch diesseits des Flusses im „La Torre“. Gast in dem Nobel-Resort der Schweizer ist auch Christian Hirmer, der Münchner Bauherr und Besitzer des Campo Bahia.

Unser Fußball-Experte Hartmut Scherzer berichtet aus Brasilien bereits zum 14. Mal von einer Weltmeisterschaft. Seine erste WM war 1962 in Chile. Außerdem war der Vollblut-Journalist von 11 Fußball-Europameisterschaften und über 20 Olympischen Spielen (Sommer wie Winter) dabei. Weltweit gibt es kaum Journalisten, die über die gleiche Erfahrung verfügen. Unser Kolumnist war früher Sportchef der "Abendpost -Nachtausgabe" und Korrespondent der "Associated Press".
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