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WM-Kolumne von Hartmut Scherzer: Folge 13: Wie Mike Tyson

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Luis Suárez (r) hielt sich nach seinem Biss die Zahnleiste, der Italiener Giorgio Chiellini dagegen die Schulter. Foto: Emilio Lavandeira Jr Luis Suárez (r) hielt sich nach seinem Biss die Zahnleiste, der Italiener Giorgio Chiellini dagegen die Schulter. Foto: Emilio Lavandeira Jr

Ein Tag wie beim Boxen. Thomas Müller sitzt mit einem Pflaster über dem äußeren Rand der rechten Augenbraue am Podium der Pressekonferenz in Santo André, als er vor dem brisanten letzten Gruppenspiel gegen die USA warnt: „Höllisch aufpassen.“ Die typische Boxer-Verletzung, den „Cut“, hatte der dreifache Torschütze gegen Portugal in der letzten Minute im Spiel gegen Ghana erlitten. Durch einen Kopfstoß des Ghanaers John Boye. Blutströme flossen über Müllers Gesicht. „Unabsichtlicher Kopfstoß“ hätte ein Ringrichter – richtig – entschieden.

Absichtlich war hingegen offensichtlich der Biss der uruguayischen Skandalnudel Luis Suarez in die linke Schulter seines italienischen Gegenspielers Giorgio Chiellini. Der Schiedsrichter hatte die Beißattacke nicht gesehen und reagierte daher nicht, als ihm der Italiener demonstrativ die nackte Schulter mit dem Bissabdruck zeigte. Derweil hielt der Beißer die Hand vor den Oberkiefer und befühlte seine Zähne, ob sie wackelten. Wohl eine spontane Schmerzreaktion und keine Schauspielerei. Wozu auch.

Suarez hat einen berühmten „Beißer-Buddy“: Mike Tyson. Der Skandalfighter hatte im Rückkampf um die Weltmeisterschaft im Schwergewicht Ende der 1990er Jahre seinem Bezwinger Evander Holyfield ein Stück Ohr abgebissen und war prompt disqualifiziert worden. Die Bestrafung des durchgeknallten Fußballstars könnte nachträglich folgen, wenn die Fifa auf die Fernsehbilder reagiert.

Den rustikalen Fußball Südamerikas par excellence verkörpert in der Bundesliga der Innenverteidiger Carlos Zambrano von Eintracht Frankfurt. Mit 13 Gelben Karten führt der Peruaner einsam die Statistik der letzten Saison an. Austeilen und einstecken, zu Boden gehen (wie beim Boxen) und wieder aufstehen, provozieren und provoziert werden – so kennt man in Frankfurt den harten Burschen. „So wird Fußball in Südamerika gespielt“, sagte er lakonisch nach seinem knüppelharten Duell mit Robert Lewandowski zuletzt im Pokal Eintracht gegen Borussia Dortmund. Gebissen hat Carlos Zambrano noch keinen.

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