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WM-Kolumne von Hartmut Scherzer: Folge 14: Neutraler Berti

Berti Vogts. Foto: afp Berti Vogts. Foto: afp

Es ist der Vorabend des Spiels. Wir treffen uns in der Lobby des „Golden Tulip“, im Mannschaftshotel der USA in Recife. Wir pflegen seit einem Vierteljahrhundert ein freundschaftlich gewachsenes Verhältnis. „Steckst Du nicht in einer Zwickmühle, Berti?“ „Nein“, schüttelt Vogts den Kopf. „Ich bin Deutscher und Jürgens Freund.“ Soll heißen: neutral. Er versprach, bei keinem Tor zu jubeln. Der Sonderberater Klinsmanns saß auch nicht unten auf der Bank, sondern oben auf der Tribüne. „Nicht nur wegen des besseren Überblicks. Schließlich bin ich der Nationaltrainer von Aserbaidschan.“ Der Platz neben dem Headcoach gehört ohnehin seit zweieinhalb Jahren Andreas Herzog, dem österreichischen Ex-Star der Bundesliga.

Beide kommen weiter, und Deutschland erreicht mit diesem Potential das Finale.“ Auf diese Prognose hatte Berti Vogts seine Neutralität festgelegt. Dem Verband in Baku sei er dankbar für die Freigabe. Der Trainer zahlte die Großzügigkeit mit der Gelegenheit eines Länderspiels in den USA zu deren WM-Vorbereitung zurück.

Ab September wird eine ähnliche Doppelfunktion den einstigen Bundestrainer beschäftigen. Nur andersherum. Wolfgang Rolff, Vogts’ Co-Trainer seit Anfang des Jahres in Baku, ist erneut Thomas Schaafs Assistent in Frankfurt, kann aber weiterhin Berti treu bleiben. „Dafür bin ich der Eintracht sehr dankbar“, sagt Vogts.

Der Weltenbummler mit den Trainerstationen Kuweit, Schottland, Nigeria, Aserbaidschan staunt, was sein einstiger Kapitän in fünf Wochen alles bewerkstelligt hat. „Ich hätte sofort unterschrieben, dass die USA vier Punkte holen werden. In der Mannschaft steckt ein Spirit wie bei uns, als wir 1996 Europameister wurden. Jürgen ist auf einem sehr guten Weg.“ Und der ende nicht in Brasilien.

Und wo endet Deiner?“ Vogts (67) hatte gehofft, durch die Aufstockung der EM-Endrunde auf 24 Nationen nach sechs Jahren endlich eine Chance zur Qualifikation zu haben. Nun nicht mehr bei diesen Gegnern: Italien, Kroatien, Norwegen, Bulgarien, Malta. „Aber zu Hause werden wir schwer zu schlagen sein.“ Aserbaidschan, nicht die USA, ist weiterhin die Herausforderung des Berti Vogts.

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